
Wenn man heute im Internet einmal zu oft falsch abbiegt und aus Versehen im Kommentarbereich eines Facebook-Posts (oder auf dem Instagram-Profil von Markus Söder) landet, könnte man zu dem Schluss kommen, unsere Freiheit werde am Grill entschieden. Denn Fleisch im Allgemeinen und die Bratwurst im Speziellen scheinen in diesem Land von ganz besonderer Bedeutung zu sein. Und sagen wir es mal so: Hätte Berlin ebenfalls eine Freiheitsstatue wie New York, würde diese anstelle einer Fackel definitiv eine Bratwurst mit Senf in der Hand halten. Angefeuert von Medien und politischen Lagern, die im Bundestag traditionell eher rechts sitzen, wird da ein freiwilliger Veggieday mindestens zum Untergang des Abendlandes erklärt und im Handumdrehen sind die Mistgabeln (und Tastaturen) gezückt: Wir lassen uns doch unsere Wurst nicht verbieten! Die wollen uns unser Fleisch wegnehmen! Denn klar ist: Verbotspartei sind immer die anderen.
Dass selbst die Kleinsten in unseren Kitas nicht vor diesem Sturm künstlich aufgebauschter Entrüstung geschützt sind, zeigt der Beitrag von Threads-Userin @flopo83. Denn auf dem Sommerfest soll am Grillstand wirklich an alle gedacht werden und das passt in diesem Land natürlich beileibe nicht jedem. Warum auch anpassen und Rücksicht nehmen, wenn wir das hier schon immer so gemacht haben? Manchmal fragt man sich wirklich, ob anstelle der Kinder vielleicht lieber so manche Eltern noch mal in die Krippe sollten … doch lest einfach selbst.
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