
Für den Partner macht man ja manchmal Dinge, auf die man selbst so gar keine Lust hat. Man schaut kitschige Filme, die man sich alleine niemals ausgesucht hätte, geht in fancy Restaurants, obwohl man zuhause eigentlich viel lieber auf dem Sofa liegen und Pizza essen würde, und begleitet den anderen zu Familienfesten, bei denen man ungefähr genauso viel Vorfreude empfindet wie auf einen Zahnarzttermin. Das gehört zu einer Beziehung doch irgendwie dazu. Man liebt einen Menschen schließlich nicht nur für die Dinge, die ihn ausmachen oder die man gemeinsam gerne macht, sondern manchmal auch dafür, dass man bereit ist, sich auf dessen Welt einzulassen. Selbst wenn man dabei innerlich schon nach dem nächstmöglichen Fluchtweg sucht.
Ähnlich geht es auch dem folgenden Reddit-User. Dieser stellt sich nämlich seiner Freundin zuliebe immer wieder Situationen, die für ihn alles andere als selbstverständlich sind und ihn teilweise sogar vor ziemlich große Herausforderungen stellen. Doch lest und urteilt selbst!
Ich mache soziale Events nur aus Liebe zu meiner Freundin mit, um nicht als weirdo dazustehen und ich hasse jede Sekunde davon. Ich hab ne soziale Phobie (diagnostiziert), welche zwar über die letzten zehn Jahre besser geworden ist, mich aber dennoch extrem einschränkt.
Die einfachsten Dinge, wie mit Freunden zum Essen verabreden, sind für mich richtige Herausforderungen, denen ich mich aber absichtlich immer stelle. — 1/5
Zum Zeitpunkt, an dem Treffen vereinbart werden, habe ich auch total Bock.
Mit jedem Tag, der dem Treffen näher rückt, wächst meine Abneigung und mein Fluchtinstinkt.
Bei diesen Treffen selber dann habe ich auch kurze Zeit echt Spaß und genieße es, bis dann der Hammer kommt und ich von jetzt auf gleich keinen Gesprächen mehr folgen kann und nur nachhause will. — 2/5
Übernächste Woche sind wir zu einer Hochzeit eingeladen. Seit dem Wochenende kann ich an nichts anderes denken. Parkplatzsuche dort, fremde Menschen, Begrüßungen, soziale Konstrukte welche ich nicht so ganz verstehe, Smalltalk, erzwungene Gespräche weil man gerade zusammen am Tisch sitzt, teilweise sicher auch alleine sein weil meine Freundin eher ein golden Retriever ist (was ich auch gut finde), Menschen die tanzen während ich mich absondere, im schlimmsten Fall irgendwelche Spiele und dann der Moment, an dem man sich beim Brautpaar verabschieden muss. — 3/5
Alles daran ist für mich einfach nur anstrengend und eine Nachricht, dass es ausfällt würde mir gerade die absoluten Glücksgefühle bescheren.
Würde meine Freundin nicht so ein soziales Wesen sein und mir wäre es nicht so wichtig nicht der Weirdo zu sein, der nirgendwo dabei ist, würd ich das alles einfach gar nicht tun… — 4/5
Meine Freundin weiß von meiner Diagnose, respektiert es auch, aber ich kann und werde nicht von ihr verlangen, dass Sie versteht, wie sich das anfühlt. Aber so gut wie jedes Treffen mit Freunden von ihr, Familie oder soziale Events sind für mich eine wochenlange Belastung und am liebsten würde ich alles immer vorher absagen… — 5/5
Kommt ihm bekannt vor
Was du da beschreibst könnte nicht nur eine soziale Phobie sein, sondern auch (stilles) ADHS. War bei mir 47 Jahr undiagnostiziert und habe mich immer gefragt weshalb mich manche Sachen so schnell überfordern.
Macht es nicht besser aber man versteht wenigstens den Grund und kann Strategien entwickeln besser darauf klar zu kommen. Falls zutreffend kann das ein echter Gamechanger sein.
Mach mal einen Test, recherchiere und/oder befrage zumindest mal eine KI nach Anzeichen dafür.
Die soziale Batterie ist danach auf jeden Fall leer
Was du geschrieben hast von wegen Parkplatzsuche, Begrüßungen, Smalltalk, Tanze, Spiele, Verabschiedung kann ich alles nachvollziehen. Ich war auf eine Hochzeit eingeladen und hab mir schon Monate davor um genau diese ganzen Sachen nen Kopf gemacht. Ich dachte ehrlich gesagt, dass wäre normal – das fast jeder das anstrengend findet.
Bei mir ist keine Sozialphobie diagnostiziert, ich habe mich immer nur für sehr introvertiert und stressempfänglich gehalten. Es ist auch keine richtige Angst bei mir im Spiel (die kenn ich von meiner Angststörung…) sondern eher ein gestresstes Gefühl.
A win is a win
Einfach mal kurz Abstand nehmen
Absolut verdient
Tolles Umfeld!
Kenn ich zu 100%.
Nach meinem Comming out wars plötzlich nur noch halb so schlimm, vermutlich war es der Gedanke, Mist ich hänge hier fest und komm nicht weg wenn ich möchte.
Egal wohin wir jetzt gehen, ich fahre, oder werde gefahren und wenn es mir reicht, das kann ganz plötzlich passieren, fahre ich umgehend heim, oder werde gefahren.
Danke an meine absolut verständnisvolle Frau und Freunde!
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