Herbert Grönemeyer: Laut gegen Rechts – Die treffendsten Tweets

Es ist nicht das erste Mal, dass Herbert Grönemeyer seine politische Meinung auch bei seinen Auftritten nach außen trägt und sich gegen Fremdenfeindlichkeit und rechtes Gedankengut positioniert.

Doch der Auftritt vom letzten Donnerstag, vor 14.000 Fans in Wien, wird einigen noch lange im Gedächtnis bleiben. Seit Tagen ergießt sich ein Shitstorm aus der rechten, konservativen und auch aus der liberalen Ecke über ihn.

„Keinen Millimeter nach rechts!“

Viele stören sich an Tonalität, Lautstärke und Wortwahl seiner Rede, ziehen absurde Vergleiche zu Goebbels oder der SED-Diktatur der DDR. Dabei ist seine Botschaft für jeden klar denkenden Menschen eine ganz andere.

„Ich kannte das nur vom Hörensagen, in Zeiten zu leben, die so zerbrechlich, so brüchig und so dünnes Eis sind. Und ich glaube, es muss uns klar sein, auch wenn Politiker schwächeln, das ist, glaube ich, in Österreich nicht anders als in Deutschland, dann liegt es an uns… Dann liegt es an uns zu diktieren, wie ne Gesellschaft auszusehen hat. Und wer versucht, so eine Situation der Unsicherheit zu nutzen, wer rechtes Geschwafel für Ausgrenzung, Rassismus und Hetze, der ist fehl am Platze! Diese Gesellschaft ist offen und humanistisch. Keinen Millimeter nach rechts! Keinen einzigen Millimeter nach rechts! Und das ist so. Und das bleibt so.“

Zugegeben, es ist eine emotionale Aussage, was die Tonalität erklärt, und man mag sich an dem Wörtchen „diktieren“ stören. Wer ihn aber dafür in die totalitäre Ecke stellt, macht es sich ein bisschen zu einfach. Die Lautstärke der Rede ist der Lokalität und dem dort vorherrschenden Geräuschpegel geschuldet. Außerdem: Wer sagt eigentlich, dass der Kampf gegen Rassismus und die Verteidigung der Demokratie leise sein muss? Wo bleibt der laute Aufschrei der Liberalen und Konservativen, wenn Höcke, Gauland & Co im Fernsehen ihre Hassagenda fabulieren dürfen? Und wer sich an „diktieren“ stört, der hat vermutlich vergessen, dass uns die Väter des Grundgesetzes ebenfalls etwas diktiert haben. Nämlich die offene und humanistische Gesellschaft von der Herbert Grönemeyer spricht.

Weil rechtspopulistische bzw. rechtsradikale Kräfte demokratisch gewählt in den Parlamenten sitzen, sollen wir still sein. Das müsse man in einer Demokratie aushalten, wird in letzter Zeit immer häufiger gesagt. Dabei wird jedoch vergessen, dass eben genau diese Kräfte deren Beschränkung und Abschaffung forcieren möchten. Und wenn es nicht so traurig wäre, dass eine Partei mit rechtsradikalen Strömungen plötzlich einen Nazi-Vergleich auspackt, und damit Zuspruch aus der bürgerlichen Mitte bekommt, es wäre fast schon Comedy-Gold.

Man muss Herbert Grönemeyer nicht gut finden. Weder seine Musik noch sein Engagement gegen Rechts. Wer ihm aber totalitäres Denken vorwirft, macht sich zum Komplizen der AfD und ihrer Wähler.

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