Wo ist die Grenze zwischen bedürfnisorientierter und verantwortungsloser Erziehung?

Eine Mutter umarmt liebevoll ihr Kind, das lächelnd in die Kamera blickt, vor einem farbigen Hintergrund mit Hand- und Fragezeichen-Symbolen.
Adobe Stock / Twitterperlen mit KI

Eltern haben es heutzutage wirklich nicht leicht. Von allen Seiten prasseln Ratschläge, Vorwürfe und Forderungen auf sie ein. Es wird mit großen Wörtern wie „Trigger“, „Trauma“ und „Bedürfnisorientierung“ um sich geschmissen, oft ohne so genau zu wissen, was sie eigentlich bedeuten. Es wird wenig „gelistened“ und viel „gejudged“, sodass man als Eltern manchmal gar nicht mehr weiß, was denn eigentlich nun richtig, falsch oder komplett egal ist.

Klar ist, viele Mütter und Väter wählen einen komplett anderen Erziehungsstil als ihre eigenen Eltern. Dabei sollen die Bedürfnisse der Kinder im Mittelpunkt stehen und weniger die der Eltern oder gar der Gesellschaft. Dass dies aber zu neuen Konflikten führen kann, zeigt der heutige Fall von Threadsuserin @sicksadworld.15. Sie beschreibt in ihrer Geschichte einen Konflikt zwischen dem Wunsch des Kindes und einer Verantwortung, welche die Eltern immer noch tragen. Um was es dabei genau geht und was die Community dazu zu sagen hat, lest ihr am besten selbst.

Kind muss jetzt zur Notaufnahme mit Verdacht auf einen Sepsis. Sie hat sich die ganze Zeit dagegen gewehrt, dass ihre Eltern sich um ihre Wunde am Finger kümmern und ihre Mutter hat sie darin bekräftigt und die ganze Zeit gesagt "Wenn du nicht möchtest, dass sich der Papa darum kümmert, dann muss er auch aufhören. Das ist dein Körper!". gekümmert. Ich finde das so verantwortungslos..
Update: Das Kind hat zum Glück keine Sepsis!! Aber eine schwere lokale Infektion. Hätte sich also noch zu einer Sepsis entwickeln können, wäre noch später gehandelt worden. Ich bin so erleichtert. Und auch wieder nicht, weil ein Lerneffekt setzt bei der Mama anscheinend nicht ein... Bei meinem Partner bin ich mir noch nicht sicher.

Hier ist eine Grenze überschritten

Das geht gar nicht und ist absolut verantwortungslos. Und ich bin immer dafür, dass Kinder über ihren Körper bestimmen. Aber man kann doch nicht das Leben des Kindes gefährden!

Alles eine Frage des Alters?

Würden wir jede Entscheidung den Kindern überlassen, bräuchten wir so etwas wie Gesundheitssorge durch die Eltern nicht. Natürlich sollte das Kind altersgemäß mitentscheiden bzw. seine Meinung äußern. Und mit 16 darf man eher ablehnen oder zustimmen als mit 6. Aber Tragweite zu kennen und eine fundierte Entscheidung zu treffen ist nunmal altersabhängig. Eine notwendige OP zu verweigern weil Angst vorm iv Zugang ist schlecht, eine Wunde am Finger nicht ansehen lassen und eine Sepsis riskieren?

Ein Fall fürs Jugendamt?

as ist keine gewaltfreie Erziehung. Das ist vernachlässigung.

Safety first!

Ganz ehrlich, ich checke das Kindern Selbstbestimmung und Recht über den eigenen Körper beigebracht und gelebt wird. Lieben wir. ABER Sicherheit geht vor. Und auch das kann man beibringen und erklären! Ein einfaches „Ich verstehe, dass du das nicht möchtest. Du bist verletzt und das muss versorgt werden. Deswegen kannst dir aussuchen ob wir X oder Y machen damit es schneller nicht mehr weh tut. Danach werden wir das nur anfassen wenn es ganz doll weh tut oder du das möchtest."

Es ist nicht immer so einfach, oder?

Dass manche den Unterschied zwischen Bedürfnisorientiert, Antiautoritär und Fahrlässig immernoch nicht begreifen (-). Gute Besserung ans Kind

Gewisse Dinge sind nicht verhandelbar

Es gibt Dinge, die müssen nunmal sein. Wundversorgung gehört da definitiv zu, genauso wie Zähneputzen oder Windel wechseln. Kinder können die Konsequenzen doch gar nicht einschätzen.

Indiskutabel

Bei gesundheitlichen Fragen ziehen wir eine Grenze. Zähneputzen, Wund-Versorgung, Augentropfen bei Bindehautentzündung alles nicht diskutabel. Und wir haben das Kind auch schon festgehalten, weil es nicht anders ging. So lange es irgendwie geht, wird die Wahl zwischen zwei Optionen gelassen oder die Wahl, wie abgelenkt wird. Aber das ob, steht hier nicht zur Diskussion.

Es ist wichtig genau zuzuhören

Als ich 13 Jahre alt war, haben meine Knieprobleme angefangen. Fußschmerzen hatte ich schon immer. Und als ich meiner Mutter das erzählt habe, kam nur „Ach das bildest du dir nur ein" Bin jetzt 23 und habe chronische Knieschmerzen:/

Zwei verschiedene Paar Schuhe

Ich bemühe mich auch zu respektieren, wenn mein Kind (frisch 4 geworden) nicht umarmt oder dergleichen werden will. Aber als er sich im Sommer beide Knie aufgeschlagen hatte bin ich da trotzdem ran, auch wenn er das nicht wollte. Ich hab es halt erklärt, dass es sonst noch schlimmer wird und noch mehr weh tut.

Das wäre eine Idee

Man kann auch ohne das Kind anzufassen, erklären und anleiten und klar ansprechen, dass bei Verschlimmerung ein Arzt das anfassen wird.

Sie sieht es etwas anders …

Ich finde das eigentlich total gut weil genauso Erwachsen-Sein auch funktioniert. Wenn du als Erwachsener nicht zum Arzt gehst weil du nicht willst, kann es dir dann mit der Zeit immer schlechter gehen. So lernt das Kind wenigstens gleich, dass es immer frei entscheiden kann aber jede Entscheidung auch Konsequenzen hat.

Berechtiger Einwand

Das Kind ist aber nicht erwachsen und kann diese Verantwortung noch nicht tragen! Sie hat letztes Mal schon ihren Fingernagel verloren, was muss denn noch passieren??

Ab wann reichen die kognitiven Fähigkeiten aus?

Kinder verstehen diese Zusammenhänge noch garnicht. Dazu fehlen die kognitiven Fähigkeiten. Sie merken zwar, dass es weh tut, wenn man irgendwo runterfällt, aber der Zusammenhang zwischen einer Verletzung am Finger und dem Krankenhausaufenthalt ist viel zu abstrakt. Zumal im KH muss das Kind einen Zugang etc. legen lassen, wenn es jetzt immer gesagt bekommt, dass es alles selber entscheiden darf. (Was Kinder nicht können und was sie überfordert) dass wird es eine Angst vor Ärzten entwickeln...

Ein schönes Bild

Ja, erwachsen sein funktioniert so. Aber ich finde, Kind sein sollte eine Vorbereitung aufs erwachsen sein darstellen. Quasi Übungsmodus mit Stützrädern. Man sollte das Kind Konsequenzen erleben lassen, aber die wirklich schlimmen verhindern, wenn das möglich ist.
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