Feierabend? Nicht für das Supermarktpersonal

freechoice, Serhii, Adobe Stock / Twitterperlen Illustrations

Es dauert nicht mehr lange, da stehen in den ersten Supermärkten schon wieder die Lebkuchen. Doch nicht nur zur Weihnachtszeit regiert im Einzelhandel der Wahnsinn. In der Praxis verwandeln sich Supermärkte jedes Mal kurz vor den Feiertagen in ein Schlachtfeld zwischen vergessenen Zutaten, spontanen Geschenkideen und Menschen, die „nur noch ganz schnell“ etwas brauchen. Während die einen den Einkaufszettel akribisch abarbeiten, geraten andere offenbar völlig in Zeitvergessenheit.

Besonders für die Beschäftigten im Einzelhandel bedeutet das oft Überstunden statt Ruhezeit. Wenn der Laden längst geschlossen hat, die Kolleg*innen eigentlich Feierabend machen könnten und trotzdem noch gemütlich durch die Gänge gebummelt wird, ist Frust vorprogrammiert. Genau so hat das die Threads-Userin @majafrowe erlebt, die an Heiligabend im Supermarkt Dienst hatte. Wir haben die ganze Geschichte und die besten Reaktionen aus ihrer Community für euch gesammelt.

Memories of Einzelhandel Heiligabend. 14:10 Uhr. Offiziell hatten wir seit zehn Minuten geschlossen. Eigentlich sollten wir alle längst im Büro sein und die Kassen abrechnen. Die Schiebetüren standen schon längst auf Ausgang, da immer wieder Leute versuchten, in den Laden zu kommen. Doch eine Kundin schlenderte tiefenentspannt durch die Gänge. Drei Durchsagen, die Kasse aufzusuchen, hatte sie bereits ignoriert.

Erst als meine Kollegin sie in einem der Gänge abfing und persönlich ansprach, bequemte sie sich zu mir an die Kasse. Sie schob ihren überfüllten Einkaufswagen vor die Kasse und begann ihre Ware aufs Band zu räumen. In beleidigtem Ton sprach sie mich an: „Ich finde es wirklich unmöglich, wie man hier unter Zeitdruck gesetzt wird. Kundenfreundlichkeit geht anders." Ich erwiderte: „Wir haben seit 7 Uhr geöffnet und haben unserer Kundschaft sieben Stunden lang die Möglichkeit gegeben einzukaufen.

Das ist machbar und alles andere als Zeitdruck." Sie leerte ihren Einkaufswagen, während ich im Akkord die Produkte über den Scanner schob. Denn im Büro warteten Kolleg:innen und Chefs auf mich. Irgendwann blickte die Kundin mich mitleidig an und seufzte: „Schlimm, dass Sie Heiligabend so lange arbeiten müssen. Das ist ja ne Zumutung ..." Finde den Fehler.

Klar, darf man das

Keine Ahnung ob man das darf, aber die richtige Antwort darauf wäre wohl irgendwas in die richtung gewesen: "Eigentlich wäre ich auch seit 10 Minuten schon im Büro bei meinen Kollegen gewesen"

Wie merken die das nicht selbst?

Das sind echt immer die geilsten. Selbst die Nachfrage bedienen und gleichzeitig Mitleid heucheln.

Irgendwann ist auch Schluss

Eine Kundin hat sich bei mir beschwert, warum wir nicht normal offen haben. Rettungsdienstler, etc müssten auch arbeiten. Ich hab ihr knallhart ins Gesicht gesagt: „Also... ganz ehrlich, wenn Sie es nicht schaffen einen Einkauf für zwei Tage zu erledigen dann haben Sie echt versagt im Leben.' Chef hat mich für die Wortwahl gerügt, aber stand hinter mir. Unglaublich sowas.

Besser als fernsehen

Jedes Jahr schließe ich die Tür um 14 Uhr. Jedes Jahr rennt irgendein Kunde (bis jetzt immer männlich) gegen die Tür, weil er davon ausgeht das sie sich öffnet. Jedes Jahr stehe ich also da, warte bis meine KassiererInnen mit dem letzten KundInnen durch sind und schaue mir das Spektakel an.

Wahrscheinlich nicht

Ich weiß nicht ob ich mir ein "Madame, der einzige Grund warum wir noch hier sind, sind sie." verkneifen hätt können.

Polizei ist schon auf dem Weg

Bei solchen Kunden erwähne ich dann kurz, dass wir aus gesetzlichen Gründen um 14 Uhr schließen müssen. Das aber nicht können, weil sie uns davon abhält.

Wie empathielos kann man sein?

Kenne das zu gut.Aber erwarten tue ich echt nicht mehr viel von manchen Kunden. In meiner Ausbildung wurde eine Frau direkt vorm Eingang reanimiert(verstarb später noch im Laden.)Haben die Tür verschlossen. Von außen wurde an die Tür gehämmert, man müsse sofort rein, Paprika sei im Angebot. Alle von draußen konnten sehen, dass eine Frau wieder belebt wird. Die Paprika Dame wollte sich dann auch ganz oben beschweren. Und der Markt war in einer schicki micki Gegend.

Dreist, dreister, am dreistesten

Jahre her, Heiligabend bei Kaufland. Wir haben noch einen Posten aufgebaut und waren dann ca. 15 Uhr am gehen. Da klopft es am Personalausgang. Kundin: "Ich brauche dringend noch Butter." Wir hatten seit 1 Stunde geschlossen, Licht war aus, wir alle in zivil. Habe ihr dann freundlich die Tankstelle empfohlen, worauf sie mich entrüstet zurecht wies, dort kostet ein Stück Butter 5€.

Gute Idee, oder?

Warum werden solche Leute noch abkassiert? Wer sich nicht an die Regeln halten kann, hat Pech gehabt. Und ich finde, solche Leute müssen einfach auch mal die Konsequenz haben, mit der Hoffnung, dass sie dann daraus lernen.

*schlägt sich gegen die Stirn*

Kundin kommt um 2 vor 18 uhr noch in den laden. „Oh ihr habt aber nich mehr viel obst und gemüseauswahl." no shit sherlok, ist seit 5 vor 18 in den kühlraum geräumt, damit wir pünktlich feierabend machen können und das weiß die STAMMkundin auch

Danke für nichts

"Ja, und wir alle dürfen alleine ihnen für diese Überstunden danken
SCHLIESSEN
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