Geschichten aus dem Einzelhandel, die an der Menschheit zweifeln lassen

Humorvolle Collage zum Thema Kundenwahnsinn und Einzelhandel: Auf der linken Seite sieht man den Hinterkopf und Rücken einer älteren Kundin in Schwarz-Weiß mit kurzen Haaren und Brille. Ihr gegenüber steht eine Verkäuferin in Schwarz-Weiß, die völlig fassungslos, schockiert und leicht genervt dreinblickt und die Hände in die Hüften stemmt. Sie trägt eine leuchtend königsblaue Schürze, die farblich extrem stark hervortritt. Weiße Blitz-Icons, ein Einkaufswagen-Icon sowie das Pop-Art-Motiv vor einem markanten blau-violetten Wellen-Hintergrund visualisieren pointiert hitzige Diskussionen an der Kasse, völlig absurde Kundenbeschwerden und den Moment, in dem man als Angestellte*r im Verkauf einfach nur noch an der Menschheit zweifelt.
tampatra, Adobe Stock / Twitterperlen Illustration

Es gibt Jobs, da ist nicht die Arbeit an sich das Schlimme, sondern der daraus resultierende Kontakt mit den Menschen. Fragt doch mal Lehrer*innen in eurem Bekanntenkreis. Wir sind uns sicher, dass nicht nur eine kleine Prozentzahl auf die Frage, was am Job am meisten nervt, „die Eltern“ sagen wird. Ähnliches können wahrscheinlich alle berichten, die nicht ausschließlich mit Computern, anderen Maschinen, in der Natur oder mit Tieren arbeiten. Auch Ärzt*innen oder Menschen, die in der Gastronomie ihren Lebensunterhalt verdienen, haben meistens ein paar lustige Stories parat. Um die soll es aber heute nicht gehen.

Wir haben uns für ein anderes Themenfeld entschieden, das mindestens genauso viel hergibt: den Einzelhandel. Möbelhaus, Getränkefachhandel, Baumarkt, Bäckerei oder Gartencenter. Die Möglichkeiten, sich hier daneben zu benehmen, sind schier unendlich. Threads-Userin steffi.lisaa hat so einen unmöglichen Kunden erlebt und wir haben das als Anlass genommen, ein paar Anekdoten aus dem Alltag der Mitarbeitenden für euch zu sammeln – und die sind ganz schön zum Kopfschütteln.

Eine von vielen Einzelhandelstorys die ich so im Möbelhaus erlebe... Kunde kommt rein und beschwert sich, dass bei seinem Bett die Schrauben für den Kopfteil fehlen. Wir schauen im System nach... und sehen: Das Bett wurde vor 4 Jahren gekauft. Wie kann man bitte erst nach 4 Jahren merken, dass Schrauben fehlen?! Aber es kommt noch besser:
Wir wollten trotzdem helfen und nachsehen, ob man die Schrauben nachbestellen kann, leider nicht möglich, da das Bett inzwischen aus dem Sortiment genommen wurde. Daraufhin wurde der Kunde einfach wütend und unfreundlich...

Selbst ist der Kunde

Sind das Spezialschrauben? Gibt in nem Baumarkt sicher ähnliche Schrauben in der richtigen Länge. Ich hab eine Bett gekauft, wo die Löcher einer Seitenwand falsch gebohrt waren, Beschwerde, 2 Wochen warten, neue Seitenwand wieder falsch gebohrt. Bevor ich erneut 2 Wochen für eine erneut falsch gebohrte Seite warte, hab ich mir das umbohren lassen von meinem Onkel. Manchmal muss man halt Dinge anders lösen, aber 4 Jahren nach Kauf das zu merken und reklamieren is schon anders wild.

Welcome to Germany

Ich habe mal bei der Post bearbeitet. Ehe ich die Briefe bei jemandem eingeworfen habe, habe ich zum Glück nochmal alles durchgeschaut und dabei gemerkt, dass einer für den Nachbarn dazwischengekommen war. Hab mir den falschen Brief unter den Arm gesteckt, den einen Stapel eingeworfen und den anderen Brief eben dorthin, wo er hingehörte. Zwei Tage später musste ich eine Stellungnahme schreiben, weil eine Beschwerde einging, dass ich „fast“ die falsche Post eingeworfen hätte

Sicherheitsdienst, bitte!

Das erinnert mich einfach an eine Kundin im Tierbedarf. Kauft billigen Napf aus Acryl. Bunt außen, innen weiß. Das Ding KOMPLETT auf dem Boden des Napfes zersplittert. Der ist kaputt. Sie will einen neuen. Hat den Bon dabei. Das Ding war 5 Jahre alt. Ich lehne es ab. Sie schreit mich an, beleidigt mich und sagt: Wenn sie etwas kauft und es irgendwann kaputt geht. Hat sie IMMER Anspruch auf einen identischen Ersatz. Wie eine Lebenslange Flatrate. Erkläre ihr nochmal es ist nicht so. Sie rastet ab

Danke an den Mann, der dazwischengegangen ist

Mich hat mal einer (damals im Getränkemarkt) dumm angemacht weil das Bier angeblich abgestanden war. Hab zu ihm gesagt: ich bräuchte die Quittung um überhaupt zu wissen ob er es bei uns gekauft hat (war nicht die einzige Verkäuferin und er Filiale). Hat der einen Aufstand gemacht, was das für ein Kundenservice wäre usw. Hab ihm ruhig erklärt das ich nicht einfach so, etwas zurück nehmen kann ohne Nachweis, sonst könnte ja jeder kommen. Er wollte es nicht verstehen und war weiter auf 180. 1/2
2/2 Es ist dann ein Kunde dazwischen gegangen und meinte: er soll mich nicht so anschreien und einfach nochmal Kommen wenn der Chef da ist (was ich auch vorher erwähnt habe, weil ich das so nicht entscheiden kann) und was das soll eine Frau anzuschreien wegen Bier. Ich war selbst so innerlich am Kochen, bin aber ruhig geblieben. Am nächsten Tag musste ich das meinem Chef erklären, weil der Herr sich anscheinend beschwert hat.

Wie – keine lebenslange Garantie?

Im Sanitätshaus Kundin kommt mit offenen Schuhen mit angefertigten Einlagen. Die Schuhsohlen haben sich beim 1. Tragen aufgelöst. Kassenzettel liegt im Karton. Kaufdatum vor 10!!! Jahren...

Kaffee mit Fleischeinlage

Eine Kundin kam mit einem fast leeren Glas Instantkaffee. Drinnen schon mottenbefall. Hat sie erst gekauft, ob wir nicht neu geben können. Mhd war 2 Jahre überschritten, unsere Ware war noch 3 Jahre haltbar. Wir haben es abgelehnt, sie bekam aber zum Trost ne Tasse kaffee spendiert.

Nein, ist es nicht!

Ich hab mal in einer Bäckerei gearbeitet, wo wir ausschließlich Bezahlautomaten hatten. Ein Kunde wollte bei mir abends mal sein Kleingeld wechseln, woraufhin ich meinte, dass ich das nicht kann, da ich den Geldautomaten nicht dafür einstellen kann. Zudem dürfen wir auch kein Geld einfach wechseln (Aussage vom Chef). Der Kunde ist daraufhin vor versammelter Mannschaft ausgerastet, dass das ja wohl meine Pflicht/Aufgabe sei, sein Geld zu wechseln, weil Kunde ist König bla bla bla.

War wohl doch nicht so dringend

Kunde kommt 7.4. früh an die Kasse (Montag war ein Feiertag). Er fragt ob sein Click&Collect Paket schon bei uns ist. Er habe ja noch keine Abholmail bekommen (logischerweise ist es nicht da aber Kunden). Ich fragte ihn wann er denn bestellt hätte und er sagte am 4.4. ich hab netterweise im PC nachgeguckt obwohl die Antwort klar war. Jup, Paket ist noch in Zustellung. Er brauche aber DRINGEND das Futter! Ich gucke im Regal. Wir haben noch mehr als genug da. Er daraufhin „komm die Tage vorbei"...

Ist doch nichts mehr zum Umtauschen da?

Hab Mal beim Bäcker gejobt und eine Kollegin erzählte dass eine Stammkundin immer Sachen bringt wie mit dem Knapp (das End Teil vom Brot-Leib) ankommen und sagen dass sie das Brot umtauschen möchte weil es nicht schmeckt oder schimmelig sei

Man darf das Ziel nicht selbst wählen? Frech!

Nicht Einzelhandel aber ähnlich: Wurde schon angeschrien, dass wir nicht nach Bremen gefahren sind. Am Zug stand Lüneburg dran und ich habe es vor Abfahrt auch zweimal angesagt

Hat wohl doch okay geschmeckt

Ich habe mal beim Bäcker gearbeitet, morgens um 5 kam eine Kundin und hat 2 Brezeln mit Salz gekauft und ist gegangen. Kurz vor meinem Schichtende (gegen 13 Uhr) kam sie wieder und wollte ihre Brezeln umtauschen, weil sie nicht geschmeckt haben und zu wenig Salz drauf war. Ich konnte mich natürlich nicht daran errinern und bat sie ihre Brezeln zu zeigen. Eins hat sie gegessen und das andere zur hälfte angeknabbert Ich meinte natürlich zu ihr, dass das nicht geht. Sie ist dann komplett ausgerast
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