Euer Reichtum kotzt mich an

Euer Reichtum kotzt mich an
Pixel-Shot, Adobe Stock /Twitterperlen Illustrations

Wie war das gleich mit Geld? Die, die es nicht haben, schätzen es, und die, die es haben, schätzen es nicht? Ist es mit Geld wirklich so, dass man erst merkt, wie sehr man es braucht, wenn man es nicht hat? Oder braucht man es scheinbar einfach immer? Immer mehr und noch mehr? Ich glaube, Geld ist ein ganz besonderes Thema, bei dem die Gier irgendwie nie aufhört. Und manchmal bekommt man sogar das Gefühl, dass diejenigen, die weniger haben, glücklicher sind. Natürlich nur, solange man seine Grundbedürfnisse halbwegs abdecken kann und einigermaßen sorgenfrei lebt.

Umso schmerzhafter ist es doch manchmal, Leuten mit einem scheinbar ziemlich guten Einkommen dabei zuzuhören, wie sie sich über irgendwelche Ausgaben aufregen, die sie so konkret wahrscheinlich nicht mal im Geldbeutel spüren, während andere bei genau diesen Beträgen erst mal den Taschenrechner rausholen müssen. Was ist eure Meinung dazu? Ein Reddit-User hat genau diese Diskussion angestoßen. Aber lest selbst!

Battlecookie15

Memes mit Texten wie „Erwachsen werden bedeutet, es gibt den Weihnachtsmann nicht und man kann von 2.000€ nicht leben“ oder Beiträge wie „Mein Einstiegsgehalt sind nur 2.500€ netto, wie soll ich denn damit über die Runden kommen?!“ sind einfach so ein unfassbarer Schlag ins Gesicht der Millionen Menschen, die monatlich mit nicht einmal der Hälfte dieser Summen über die Runden kommen müssen.

Battlecookie15

Klar, wenn man seinen Lebensstil nicht dem tatsächlichen Budget anpasst, (damit ist btw auch gemeint, mit dem Gehalt eine Wohnung im Münchner oder Frankfurter Zentrum haben zu wollen) kann man schon mal in Probleme geraten, aber hört doch auf mit dem  „Mimimi, 2.000€ sind unter der Armutsgrenze“-Schwachsinn. Euer Reichtum kotzt mich an.

Wie???

bluemercutio

Hatte auch so eine Bekannte, hat sich ständig über zu wenig Geld aufgeregt, sie wohnte in Hamburg alleine in einer 80qm Genossenschaftswohnung. Und erzählt dann irgendwann beiläufig, dass sie ja jeden Monat 1.000 Euro zur Seite legt.

Jeglichen Bezug zu Geld verloren?

Jealous_Leadership76
Ich habe viele Lehrer in meinem Freundeskreis. Die solltest du mal hören. Selbst Akademikerkinder und als Kind in den Top 5% aufgewachsen. Dann erleben sie nach Berufseinstieg ein Downgrade und sind nur noch unter den Top 10% und an jeder Ecke wir herumgejammert.

Also nicht alles in Butter?

MissTrevelyan

Wenn du inmitten von Leuten sitzt die 3,8-4,4 Netto verdienen und du hörst die über Butterpreise jammern, während du selbst um deine Existenz kämpfst, dann wunderst du dich auch wieso dir keine Ader platzt….

Wenn es kein Vermögen ist, was dann?

Baerstein

Als jemand der beide Seiten kennt stimme ich dir da freudig zu! Ich bin von damals Sozialhilfe, zu Mindestlohn, zu Median, gewandert und für mich ist das so unfassbar viel Geld! Ich kann mir was auf die Seite legen UND sparen! Ich sitze alleine in einer überteuerten Wohnung und könnte noch einen Partner mit durchfüttern, ohne es groß zu merken.

Baerstein

Da es den Partner halt nicht gibt, kaufe ich mir eben einen Neuwagen der nächste Woche nach langer Wartezeit endlich da ist.

Dann liest du, wie sich Leute ernsthaft darüber unterhalten, 100.000€ im Jahr wäre ja kein Vermögen und Steuern sollten da überhaupt erst gar nicht darauf anfallen und am besten wollen sie auswandern! Hä?

Sucht man sich aus mit dem Auto

ellueks

Hab eine Bekannte: >80k im Jahr Job, zwei Wohnungen. Sie hat sich über alle gestiegenen Kosten beschwert, und dass irgendwas am Auto für 5k zu reparieren ist. Ich mein ja hat sie recht und ist kacke. Gleichzeitig hat sie null Verständnis für meine Sorgen nach Mieterhöhung, + krasse tierarztkosten die ich letztes Jahr hatte bei einem Gehalt von unter 3k brutto im Monat. „Sucht man sich aus mit dem Tier.“ Und “ jeder kann es schaffen“ und „nicht alle Vermieter sind doof“ blablabla.

SCHLIESSEN
Artikel Teilen