
Dass ich nur eine mittelmäßige Gärtnerin bin, ist selbstverständlich Ansichtssache. Die Schnecken jedenfalls sind mit mir zufrieden und auch bei Girsch, Löwenzahn und Disteln beweise ich Jahr für Jahr ein goldenes Händchen und blutige Füße. Ebenfalls äußerst fruchtbar stelle ich mich bei der Zucht eines Zeugs namens Japanischem Staudenknöterich an. Wie alle äääh hochsensiblen Gewächse gedeiht er nur unter Idealbedingungen. Man muss schon ein bisschen Mühe investieren, regelmäßig wegschauen, ein Liedchen pfeifen, die Hausaufgaben des Fünftklässlers erledigen, den Mond anheulen und Zack, schon hat er ein Drittel des Gartens übernommen! Insofern verhält es sich mit dem Zeug wie mit meinen Kindern.
Nun hat sich eine Symbiose unerwarteter Natur ergeben, denn während mein Nachwuchs alles ablehnt, was ich sonst so im Garten züchte, haben sie eine Liebe zum Knöterich entwickelt. Seit Tagen wird er geernet, gekaut und umhegt. Der Fünfjährige meinte gar, er wolle kein Eis, er habe ja noch Fake-Bambus! Ich hab keine Ahnung, was ich von dieser Entwicklung halten soll, aber ich tue weiterhin, was ich am besten kann: Unkraut wachsen lassen und Twitterperlen ernten! Viel Spaß mit dem Besten von heute!
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