Eine Nacht in der Notaufnahme

Es gibt diesen einen Ort da draußen, dort wird wirklich allen geholfen. Ganz egal, ob ihr alt oder jung seid, hier wird wirklich jede*r behandelt. Einzig die Schwere der Verletzung entscheidet, wie dringend die Behandlung ist und in welcher Reihenfolge die Patienten aufgerufen werden. Es handelt sich, ihr ahnt es, um die Notaufnahme. Hier geht es oft heißer her, als auf so manchem Rummel. Die Verletzungen sind vielseitig und unterscheiden sich enorm in der Dringlichkeit. Denn während die einen sich mit letzter Kraft und blutverschmiert in die Notfallambulanz schleppen, sind andere davon überzeugt, dass ihr Schnupfen und das verdächtige Kratzen im Hals dringend notärztlich versorgt werden müssen.

Das dies nicht immer friedlich und gesittet vonstattengeht, zeigt auch die Geschichte der X-Userin @JuliaUndSo, die sieben Stunden in einer Notaufnahme verbracht hat. Wer wirklich dringender Behandlung braucht, müssen wir zum Glück nicht beurteilen, eines ist aber klar: Die wahren Helden und Heldinnen tragen hier weiße Kittel, arbeiten mit vollem Körpereinsatz und versuchen, jedem Patienten und jeder Patientin gerecht zu werden. Wie das so klappt, lest ihr am besten selbst.

 

Was ich in 7h heute Nacht in der Notaufnahme mitbekam: C.a. 50 jähriger will sofort behandelt werden und weil das nicht passiert, spuckt er auf den Boden 6 jähriges Kind fällt aus größer Höhe und kommt in den Schockraum. Eine ca. 35 jährige regt sich darüber auf, dass sie jetzt

 

deswegen länger warten muss und findet, dass das eine Frechheit ist. Ältere Dame kommt wegen einem jahrelangen Tinnitus in die ZNA, weil der plötzlich lauter ist und wie ein Alarm klingt. Ein älterer, betrunkener Mann, der dort schon bekannt ist, schreit und brüllt rum und

 

beleidigt das med. Personal - er möchte jetzt nicht nach Hause gehen. 18-19? jährige Frau neben mir ist wegen Bauchschmerzen (4 auf einer Skala von 1-10) da. Im Ultraschall wurde nichts erkannt. Letzte Idee der Ärztin ist Blasenentzündung. Sie will keinen Urintest machen, (der 6:03 PM • Jun 3, 2025

 

eine Blasenentzündung erkennen könnte) und beschwert sich hintenrum bei einem anderen Arzt (über die Idee der Arztin), der gar nicht für sie zuständig ist Älterer Mann hustet sich die Seele aus dem

 

Leib, was jedes Mal mit einem Schrei endete, weil die "Schwester gar nicht kommt". Also wird so lange lautstark gehustet/geschrien, bis jemand kommt und ihn betüddelt. Das alles in ca. 7 Stunden Notaufnahme, als ich auf der Trage lag und die Dinge um mich herum mitbekommen habe

 

Und dann wundern sich Leute, dass immer weniger Menschen im Krankenhaus arbeiten wollen..

Reaktionen & Kommentare

Puh, wir müssen froh sein, dass es Menschen gibt, die sich bereit erklären, in Notaufnahmen zu arbeiten. Was würden wir sonst tun mit Notfällen? Auf einen Termin warten? Als gesetzlich Versicherte? Wir sind ziemlich sicher, dass das nicht in allen Fällen ausreichen würde. So oder so ähnlich sehen das auch die User*innen in den Kommentaren.

Neulich, als ich in der NA warten durfte, kam eine Frau mit Kopfschmerzen. Nein, eine Tablette hätte sie noch nicht genommen, weil sie den Ärzten sonst ja nicht sagen kann, wo es weh tut. Und ob es eventuell davon kommt, dass sie gestern eine Flasche Vodka getrunken hat?

Wir brauchen einen Tachelesreder!

Bei solchen Leuten muss mal jemand vorbei kommen und denen klipp und klar sagen, was Phase ist. Das Personal muss ja ein wenig aufpassen, als Außenstehende würde ich da echt Tacheles reden wollen. * Nur ist man als normaler Mensch halt nicht zum Spaß in der ZNA

Manchmal hilft nur eine Schocktherapie

Diese „Patienten" müssten mit in den Schockraum (wäre er groß genug) und sich einen richtigen Notfall angucken

Aber das kann ja nicht die Lösung sein

Manchmal kann ich die Menschen verstehen: wenn man 6 Wochen auf ein Facharzt Termin warten muss - aber jetzt Rückenschmerzen hat! Das sie sich in die NA begeben um ein Facharzt zu bekommen! Und ich meine damit nicht den eingerissenen Fingernagel .. Oder die Schramme am Knie!

Eine Runde Selbstwahrnehmung für alle!

Ich geh fast immer lieber zuerst zum Hausarzt... aber einmal hat der mich gefragt warum ich nicht direkt in die Notaufnahme bin...Als Laie ist es schwirig wenn man von nichts Ahnung hat und dazu eine gestörte Selbstwarnhemung kommt

Eine Lösung, die auch für andere denkbar wäre?

Bei einer der Kliniken hier in der Nähe ist die ZNA direkt neben der Ärztliche Bereitschaftspraxis . Nicht Notfälle schicken die gleich rüber aber auch umgekehrt es kommen Menschen dort hin und der Arzt schickt rüber da dort richtiger aufgehoben . Das ist total gut gelöst.

So muss man das nämlich sehen

Ich war bisher ausnahmslos jedes Mal sehr dankbar NICHT sofort behandelt werden zu müssen. In aller Regel bedeutet dass nämlich, dass es nicht lebensbedrohlich ist.

Wir brauchen die noch!

Und aus dem Grund bin ich sehr froh, dass ich aus der Notfallmedizin raus bin 25j Rettungsdienst und ich könnte Bücher mit Anekdoten füllen. Mein Fazit: im nächsten Leben werde ich Förster, umarme Bäume und scheuche Menschen aus dem Wal

Dem ist nichts hinzuzufügen!

Die Welt ist ein Irrenhaus und bei uns ist die Zentrale'.

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