Eine ältere Dame drängelt sich vor – und löst eine Debatte über Respekt aus

Eine Frau schaut ratlos und hebt die Hände, während Symbole für Einkaufswagen und Fragezeichen um sie herum schweben.
Cookie Studio, Adobe Stock / Twitterperlen mit KI

In der Corona-Pandemie hat man schmerzlich gemerkt, wie wenig Kinder in unserer Gesellschaft mitzureden haben. Immer wieder wurde über ihre Köpfe hinweg entschieden und ihre Wünsche und Belange wurden nicht in den Fokus gerückt. Man könnte sogar sagen, ignoriert. Leider ist genau das aber nicht nur zu Pandemiezeiten ein Thema, sondern auch schon im ganz normalen Alltag. Vielleicht erinnert ihr euch selbst noch daran, dass ihr als Kind für eure Eltern eine Besorgung erledigen wolltet und von allen Erwachsenen konsequent übersehen wurdet? Einige Erwachsene sind scheinbar nicht in der Lage, Kinder als vollwertige Mitglieder unserer Gesellschaft anzusehen.

Dabei sind sie doch im wahrsten Sinne des Wortes unsere Zukunft. So ist das auch Threads-Userin @weibsvolk im Supermarkt passiert, wo sich eine ältere Dame ganz ohne Kommentar vorgedrängelt hat. Als wahre Superheldin hat sie sich das aber nicht gefallen lassen, sondern die Frau darauf angesprochen. Ganz zu deren Missfallen natürlich. Ihre Follower*innen haben in den Kommentaren nicht nur ihre Meinungen dazu geteilt, sondern auch ein paar kreative Möglichkeiten aufgezeigt, wie man ihn solchen Situationen reagieren kann. Wir haben die besten davon für euch gesammelt.

Muggelkind (7) und ich sind einkaufen, er stellt sich schon mal an der Kasse an und legt die Sachen aufs Band, während ich noch fix nach Batterien schaue. Ich komme dazu, als er den 4. Artikel aufs Band legt und er sagt zu mir: „Mama, die Frau hat ihre Sachen einfach vor mir aufs Band gelegt. Ich hab mich nicht getraut was zu sagen." Ich drücke seine Hand, drehe mich zu der besagten Dame um und spreche sie ruhig an. „Entschuldigen Sie, warum warum haben Sie Ihre Sachen vor meinem Sohn aufs Band
gelegt?" Sie sieht mich überrascht und ein bisschen genervt an. „Ich konnte ja nicht wissen, dass er für Sie ansteht!" „Das tut er auch nicht. Er steht für sich selbst hier. Deshalb noch mal meine Frage, warum Sie Ihre Sachen vor ihm aufs Band gelegt haben?" Sie will Ihre Sachen einsammeln und schnappt „Dann gehen Sie halt vor!" „Darum geht es jetzt nicht mehr. Es geht darum, dass Sie meinen, ihn ignorieren zu können, weil er ein Kind ist und drängeln sich vor. Es ist egal, ob er 7 ist oder 70.
Er zählt genauso wie Sie und ich. Vielleicht denken Sie darüber mal nach.“ Ich sage das in normalem Ton. Nicht laut. Nicht pissig. Und ich bin ein bisschen stolz auf mich. Und während die Dame aufgebracht vor sich hin blubbert von wegen „Unverfrorenheit“ und sowas, sich aber nicht traut, das laut zu sagen, drehe ich mich zu meinem Sohn um und sehe, wie er mich mit großen Augen ansieht und schlicht sagt sagt: „Danke, Mama." Draußen haben wir dann noch mal geredet und ich hab ihm erklärt, dass
er in solchen Situationen genauso reagieren kann. Unaufgeregt, bestimmt und freundlich. Manche Leute raffen es dann, andere nicht. Aber dass er bei sowas nicht zugucken muss. Auch nicht, wenn er das bei anderen bemerkt. Der Laden um uns herum war sehr still während der Situation. Die Kassiererin hat gegrinst und mir später erzählt, dass sie solche Situationen öfter erlebt. Was ist denn bitte nur los mit der Welt...

Wie seht ihr das?

An sich finde ich es frech sich vorzudrängen, anderseits ist es auch frech sich anzustellen wenn man noch nicht mit dem Einkaufen fertig ist

Ernsthaft?

Mein Sohn, damals etwa 2, stand mal bei Aldi vor der Brötchen-SB-Auslage, als eine ältere Dame ihn zur Seite schob und er umfiel. Das hat sie 2 Minuten später wiederholt. Diesen respektlosen Umgang konnte ich nicht ertragen

Wait for it …

Ich war mal in einem kleinen Urlaubsort in den Sommerferien. Morgens ca 9 Uhr an der backtheke, es war sehr viel los. Man musste mit Zangen die Backwaren aus den Regalen nehmen. Ein Kind hat mit der Zange die Brötchen in die Tüte gemacht und hat dafür recht lange gebraucht, weil es noch recht klein war. Aber es hat es ganz ordentlich gemacht und nicht die Hände benutzt. Alle stehen geduldig in der Schlange. (1/2)

Unglaublich

Da kommt so eine dumme Pute und nimmt dem Kind die Zange aus der Hand, macht sich ihre drei Brötchen in die Tüte und gibt die Zange wieder dem Kind. Ich dann versucht das daneben und habe hinterher gerufen: Wir sind doch hier im Urlaub und haben alle Zeit. (2/2)

Aber warum?

Dies ist alles nicht neu. Ich bin 54. Und ich erinnere mich, dass meine Mutter immer mal wieder erzählt hat, dass mich meine Eltern als Kind mal eines sonntags morgens zum Bäcker geschickt haben, um Brötchen zu holen. Ich bin erst sehr spät zurück gekommen, da mich sowohl andere Kunden als auch die Verkäuferinnen ignoriert haben.

Hoffentlich

Diese ganze Diskussion bezüglich der Geschäftsfähig- bzw. Unfähigkeit geht doch am Kern des Themas vorbei. Es geht darum, dass dass die Frau sich vorgedrängelt und das Kind einfach nicht respektiert hat. Ich finde die Reaktion der Mutter sehr gut. Vielleicht hat die Frau ja etwas daraus gelernt.

Stimmt eigentlich

Man kann von mir denken, was man möchte. Bei mir hätte die Dame ihre Ware wieder abgeräumt und sich hinten angestellt. Es entwickelt sich mittlerweile zur Selbstverständlichkeit das Leute die dreist sind, am Ende damit durch kommen.

Beste Mama

Ich bewundere wirklich deine Gelassenheit. Das verhalten der Dame ist einfach nur dreist, toll wie du das geregelt hast, und vorallem was du deinem Kind dadurch vermitteln konntest

Eigentlich nicht so schwer, oder?

Die Frau hätte das Kind ja einfach fragen können, ob es OK ist vorzugehen. Aber einfach ignorieren, weil ei Kind ist ein No-Go. Also ganz toll reagiert.

So geht's doch auch

Ich frage wenn kleine Kinder bei der Theke anstehen, ob sie genug Geld haben, wenn sie zB eine Schnitzelsemmel kaufen. Sie könnten ja zB nur 3 Euro für ne Wurstsemmel mithaben. Schnitzsemmel kostet 5 Euro. Oft kommen ja kleine Kinder ohne Eltern einkaufen. Eine Mutter hat mich mal gelobt weil ich gefragt hab. Frage auxh zB wenn ein kleines Kind ohne Begleitperson zB 300 gramm Wurst bestellt.

Einfach nur unnötig

Leider auch schon erlebt bei einem Kunsthandwerkermarkt. Meine Tochter, 7 Jahre, steht vor dem Schmuck, da kommt ne ältere "Dame" und meint sie wegschieben zu müssen. Auch an Supermarktkassen erlebt, dass den Kindern sehr unangenehm auf die Pelle gerückt wird. Meine Große geht inzwischen einfach nen Schritt rückwärts- oh "sorry" bin ich Ihnen auf die Füße getreten?. Ich stehe inzwischen immer hinten und meine Kinder gehen vor. Meist sind es ältere Frauen.

Wer hier frech ist, ist die Frage

Das war leider schon als ich in dem Alter war so. Ich bin in dem Alter öfter für meine Mutter einkaufen gegangen, wenn es um kleine Einkäufe ging. Ich weiß gar nicht, wie oft Leute sich einfach vorgedrengelt haben. Ich hatte als Kind einen sehr starken Gerechtigkeitssinn und habe es mir nicht nehmen lassen, etwas zu sagen, ich wurde dann sehr oft als "Rotzfrech" und ähnliches bezeichnet, nur weil ich für mich eingestanden habe.

So charmant

Ich hab als Verkäuferin immer geschaut, dass die Kinder nicht weggedrängt wurden. Wenn sich jemand vordrängelte, hab ich gesagt, na du wurdest wohl eben übersehen, nicht jeder hat die richtige Brille auf dann kommst du jetzt dran. Da haben sich tatsächlich noch manche drüber aufgeregt, statt sich zu schämen. Als ich mal beim Bäcker gearbeitet habe, hab ich die Kinder oft aus der Schlange gezogen und extra bedient. Leider ist das mancherorts durch ein langes Band nicht immer gut zu sehen.

Sehr gute Taktik

Ich finde erschreckend, das die Kassiererin nichts gesagt hat! Wenn sich bei mir am. Band Leute vordrängeln, frag ich konsequent den Kunden dahinter freundlich ob das für ihn in Ordnung ist.
NEWSLETTER

Alle Beiträge des Tages – jeden Abend zusammengefasst in einer Mail!

SCHLIESSEN
Artikel Teilen