Das richtige Kind im falschen Klischee

makam1969, Adobe Stock / Twitterperlen Illustration

Kurzer Check … Ja, wir haben 2026 und sind es unendlich leid, diese Diskussionen seit gefühlten 100 Jahren immer wieder führen zu müssen. Aber scheinbar ist es eben doch so. Denn wir können noch so oft über Emanzipation, Geschlechterrollen und toxische Männlichkeit sprechen. Aber vielleicht sollten wir auch einfach mal hinterfragen, was all das für unseren Alltag bedeutet. Insbesondere für die kleinsten Mitglieder unserer Gesellschaft.

Denn trotz all der Aufklärungsarbeit erleben Eltern im Alltag immer wieder, dass Kinder viel zu früh mit der Frage konfrontiert werden, was die Gesellschaft von ihrem Geschlecht erwartet. Lieblingsfarbe? Haarlänge? Spielzeug? Sobald ein Kind von der gesellschaftlich erwartbaren Konformität abweicht, hebt irgendjemand die Hand und meint, das Urteil des Kindes in Frage stellen zu müssen. Großeltern, Bekannte, Fremde – scheinbar ist vielen Menschen wohler, wenn Kinder sich exakt so verhalten, wie es das Rollenbild der 50er Jahre vorgesehen hat.

Wer sich darüber freut? Klar, alle, die keinen Bock haben, ihre eigenen indoktrinierten Prinzipien in Frage zu stellen. Und natürlich der Kapitalismus, der sich wahnsinnig glücklich ist, dass Mädchen und Jungen nicht mal dieselben Überraschungseier essen können. Schade nur für all die Kinder, die sich gerne frei ausprobieren möchten.

Wie weit wir von einer positiv-bestärkenden Gesellschaft jenseits geschlechtsspezifischer Erwartungen entfernt sind, zeigt auch der Thread von @zeyn.ep20021.

Wie seht ihr das? Mein kleiner wird in 3 Wochen 2 Jahre alt + sein Geschwisterchen soll in 3 Wochen kommen. Ich habe ihm eine Babypuppe (Junge) rausgesucht mit Fläschen, Schnuller etc. Da er sich dafür interessiert und ich finde es ist eine gute Begleitung vor allem wenn sein Bruder da ist. Nur werde ich stark kritisiert vom Freundschaftskreis + Familie H Ich bin selbst Erzieherin und empfand das nie als Problem, denn es ist keins. Aber es ist ja gar keiner in meinem Umfeld davon begeistert.

Das wichtigste ist natürlich das mein kleiner sich freut, nur bin ich auf Außenstehende Meinung gespannt.

Ich habe allerdings erwähnt das es eine Jungenpuppe ist, weil er einen Bruder bekommt. Das sollte nichts heißen oder bedeuten, wäre es ein Mädchen geworden hätte er ein Mädchen bekommen

Wir brauchen die richtigen Vorbilder

Unser älterer wollte UNBEDINGT eine Babytrage für seine Puppe haben. Damit er Papa spielen kann wie der beste Freund meines Mannes. (Der war oft mit seiner Tochter in der Trage bei uns) Ich hab endlich eine gefunden. Seine Freude war unglaublich! Beim Spaziergang sagt ein älterer Herr zu ihm : "Na geh du bist ja ein Bub und hast eine Puppe?" Mein Sohn: " Ja, ich werd mal ein echter Papal!" Na der Blick des Herren war göttlich!

Neue Narrative welcome

Mein Sohn hat auch eine Puppe und einen buggy bekommen. Erst gab es dumme Kommentare, sogar von den Schwiegereltern. Dann habe ich einfach jedes mal gesagt:" ja, hab ich vergessen, der Papa schiebt ja keinen Kinderwagen, wechselt keine Windeln, gibt keine fläschchen" Dann war Ruhe und mein stolzer kleiner Puppenpapa schob mit pinken Buggy durch die Bude

Können wir bitte alle dazulernen?

Verstehe nie was daran schlimm sein soll?! Kinder spielen ihre Lebensrealität nach. Also Jungs eben ... Väter?! Wir toxisch will man sein, wenn man das schlimm findet?! Nene verstehe ich nicht.

Wer sich von einer Farbe bedroht fühlt, hat ganz andere Probleme

Meine Kinder haben alle Puppen, sowohl klassisch als auch in Form von Actionfiguren. Wo sollte da bitte das Problem sein? Aber mein Sohn darf Fasching auch als Prinzessin gehen wenn er will und hat sich für dieses Jahr sein UV Shirt in pink ausgesucht. Fand ich persönlich gar nicht schlecht, das sieht man nämlich deutlich besser als blau. Vor allem im Wasser... Spielzeug und Farben sind für alle da!

Vielleicht bräuchten wir generell mehr Puppen

Mein Vater und seine drei Brüder haben in den 50er-Jahren von meiner Grossmutter Puppen bekommen, damit sie mal gute Väter werden. Das Konzept ist also nicht neu. Mein Vater und seine Brüder sind übrigens super Väter geworden.

Gut zu wissen

Bei solch einer dummen Einstellung hilft nur ein Kommentar: „Nachdem sich Sohn eine Puppe gewünscht hat habe ich natürlich Rücksprache mit dem Kinderarzt gehalten. Der hat bestätigt, dass Sohn nicht der Penis abfällt, wenn er mit einer Puppe spielt, oder beim Wickeln/Füttern des Babys hilft."
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