Das Ende einer toxischen Beziehung

Ein Mann schaut nachdenklich und traurig in die Leere.
Yakobchuk Olena, Adobe Stock / Twitterperlen mit KI

Achtung, dieser Beitrag thematisiert physische und psychische Gewalt in Beziehungen. 

Es gibt Beziehungen, die entwickeln sich nach anfänglicher Verliebtheit in etwas, was man mit Fug und Recht als Hölle auf Erden bezeichnen kann. Sie werden gemeinhin als toxische Beziehungen bezeichnet. Meist ist eine Person der toxische Part, die den anderen Part so sehr manipuliert, misshandelt und täuscht, dass man sich am Ende fragt, warum es nie zur Trennung kam.

Nun ja, das ist oft leichter gesagt als getan. Denn oft besteht nicht nur eine emotionale, sondern auch eine finanzielle Abhängigkeit zwischen den Personen. Man würde also nicht nur den Partner, den man zu lieben glaubt, verlieren, sondern auch den damit verbundenen gesellschaftlichen Status und natürlich auch die Wohnung oder gar das Haus. Und was ist mit den Kindern? Wo würden sie bleiben? Ihr seht, in der Praxis ist das Ganze oft deutlich schwerer, als wir uns das vorstellen. Dass dabei sowohl die Frau, als auch der Mann der toxische Teil seien könnte, zeigt unser heutiger Thread von Threads-User @ostwestjohnny. Die Geschichte über seine toxische Ex-Partnerin und wie er es schaffte, sich von ihr zu trennen, hat nicht nur uns bewegt, sondern auch die ganze Community in Aufregung versetzt.

Sie warf Teller, Tassen nach mir, wenn ihr irgendwas nicht passte. Sie bewarf mich mit einem Nutellaglas, sodass ich ein blaues Auge davontrug. Sie boxte mich beim Einkaufen einfach in den Bauch. Sie kontrollierte meine WhatsApp Kontakte und blockierte sie in meinem Namen. Sie sperrte mich öfters und schaltete mich wieder frei. Sie ging auf mich los und zerkratzte Arme, Hände und mein Gesicht. Wenn ich mich verteidigte, war ich der Gewalttätige. Ich habe sie nie angezeigt. Drei Jahre ging das so
Das Problem ist halt auch die Rolle Mann - Frau. Bei Gewalt in Beziehungen sind es leider oft Frauen die Opfer, manchmal auch Männer. Vielleicht verteidigte ich mich deswegen sehr selten und auch da war ich der Schuldige und Gewalttätige. Nach dem ganzen hatte ich mehrere Kontakte zu Frauen, auch Treffen, die man als Dates deuten könnte. Aber ob ich nach all dem je wieder eine Beziehung eingehe, ist sehr fraglich...
Drittes Statement allgemein dazu: ich bin tatsächlich an die Öffentlichkeit damit gegangen. Im Februar rief mich der Chef von Riposo an, die die Männerschutzwohnungen vermittelten und sagte, dass ein Journalist vom bayerischen Fernsehen eine Reportage über Gewalt in Beziehungen plant und auch den männlichen Part beleuchten will und die gerne mich interviewen wollen. Und ja, ich habe es gemacht. Sie müsste auch über die Mediathek zu finden sein, allerdings weiß ich den Titel nicht mehr.

Puh, zum Glück hat er es da raus geschafft!

NIE KRASSER. ...icv wollte damals „einfach gehen"! Sie wollte nicht, das ich gehe! Versuchte mir den schlüssel zu entreißen, klappte nicht, also biß sie mir in den rechten Unterarm... Schmerz »* reaktion: Arm/Elle nach vorn.....ihr Kiefer war ausgerenkt ® kurze zeit später öffnete ich den Cops die Tür.... Häussliche Gewalt, ich, Täter, in die Zelle! Als dann Fotos gemacht werden sollten, sahen Beamte die Bißwunde... ich erklärte das Geschehene... fazit: Gegenanzeige, wegen Körperverletzung! Hätt ich das nicht getan, wär
NACHER IST WIE WOLLEN, WIE KRASSER. ....schlimm geworden für mich Mittlerweile seit 6 oder 7 jahren geschieden!

Manchmal hilft nur noch der Gang zur Polizei

Ging meinem Sohn, eigentlich beiden Söhnen in ihren letzten Beziehungen genauso auch sie haben sich nicht gewehrt weil sie sich bewusst waren das sie a) die stärkeren sind und nicht verletzen wollten und b) auch sie davor Angst hatten das dann sie die Schuldigen sind. Der Große hat sich recht schnell getrennt und mein mittlere hat die Polizei eingeschalten und hat sich ebenfalls getrennt. Ich muss auch dazu sagen das die Polizei sich top verhalten hat. Ich wünsche dir alles

Finden wir auch

Mutig, so ein Tabuthema hier öffentlich zu teilen. Aber damit schaffst du einen großen Schritt Richtung psychische Heilung. Es ist schwer da was zu raten und ich kann nicht beurteilen, ob du überhaupt einen Rat möchtest. Manchmal tut es einfach nur gut, Ballast loszuwerden. Ich hoffe für dich, dass du wieder vertrauen kannst, geliebt und respektiert wirst. Alles Gute für dich!

Wenn die Einsicht zu spät kommt

Meine Ex war ähnlich toxisch, physisch zwar nicht so sehr, aber psychisch. Jahrelang habe ich die Schuld bei mir gesucht. Dann gab's einmal von mir kontra, aber vom feinsten. Danach war sie auf einmal das unterwürfige Weibchen ("jetzt habe ich endlich mal gesehen, dass du auch Mumm haben kannst, jetzt kann ich dich endlich respektieren"). Sie wollte "in Zukunft ganz anders sein" - es war zu spät.

Dem können wir uns nur anschließen!

Ich maße mir nicht an irgendetwas zu Deinen Erfahrungen zu sagen. Ich kann Dir aber sagen, dass ich tiefes Mitgefühl habe, weil ich glaube, dass solche Erfahrungen prägend sind. Und ich kann sagen, dass ich ehrlich beeindruckt bin von Deiner Offenheit und Klarheit. Das zeugt von echter Größe

Allein das darüberreden hilft …

Oh, das klingt nach meiner Ex. Es tut gut das zu lesen. Sehr gut. Einerseits weil ich reflektieren kann das ich sie los bin, andererseits weil ich sehe, dass es auch anderen so ergangen ist. Nachträglich fühle ich mich nicht mehr allein. Weiß nicht wie ich das richtig erklären soll. (° Danke trotzdem.

Alle würden gewinnen …

Und deswegen ist es eben auch für Männer wichtig das Patriarchat abzuschaffen, denn dann würde keiner von euch erwarten der Stärkere, der Beschützer etc zu sein und man könnte Betroffenen schneller und besser helfe

Keine Täter-Opfer-Umkehr

Ich habe über deine Worte nachgedacht. Sie sprechen klar aus, dass Männer eben nicht immer Täter sind, sondern auch verletzlich, fehlbar, missverstanden. Unsere Aufgabe ist es, zuzuhören, nicht vorschnell zu urteilen. Man sollte Opfer nicht fragen, warum sie geblieben sind - Gefühle gehorchen keiner Logik. Es zählt nicht das Bleiben, sondern das Gehen. Und wer den Mut findet, aus der Dunkelheit zu treten, braucht keine Analyse - nur Verständnis und eine Hand, die nicht loslässt.

Wird über Gewalt in der Partnerschaft nicht allgemein zu wenig gesprochen?

10/20/25 jassigreeny Das ist leider ein Thema worüber viel zu wenig gesprochen wird. Es sollte eben auch Hilfsangebote für Männer geben um sie vor weiterer Gewalt zu schützen. Ich verstehe Menschen nicht, die anderen Menschen leid zufügen. Das ist doch einfach nur krank und gehört verdammt nochmal hart bestraft. 55 1

Es bleiben Fragen offen …

Wie hast geschafft aus dieser Beziehung raus zu gehen? Geht es dir jetzt gut ? Konntest du alles verarbeiten?

Zum Glück gibt es professionelle Hilfe

Nur Mithilfe einer sehr engagierten Sozialpädagogin, die für die Caritas Männerschutzwohnungen vermittelte Direkt gut wäre zu viel. Die Nachwehen wie Panikattacken, Schlafstörungen sind immer noch zu spüren.
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