Dank einer Verwechslung zur neuen Führungsposition

Dank einer Verwechslung zur neuen Führungsposition

Mit der täglichen Arbeit ist das so eine Sache. Man probiert im Berufsalltag meist sehr viel aus, bis man dann irgendwann (hoffentlich) den passenden Job für sich gefunden hat. Eine Arbeit, zu der man sich nicht jeden Tag aufs Neue quälen muss, sondern eine Tätigkeit, die einen zumindest in einem gewissen Maße erfüllt und sinnstiftend wirkt. Die man, das mag für einige hier überraschend oder gar abwegig klingen, sogar gerne macht. Klar, in jedem Job gibt es auch schlechte Tage, und am Ende tut man das Ganze sicherlich in erster Linie für das Geld auf dem Konto.

Womit wir auch schon beim eigentlichen Thema sind, denn auf dem Konto des Reddit-Users unserer heutigen Beichte könnte es bald mehr klingeln als sonst. Warum ihm das jedoch extreme Bauchschmerzen bereitet und wie es überhaupt zu seiner neuen Führungsposition gekommen ist, erfahrt ihr nun in unserem Beitrag.

blackyammi

Kurz zu mir: Ich arbeite in der Kreditorenbuchhaltung eines ziemlich großen Konzerns. Mein Job ist an guten Tagen drei Stunden Arbeit. Den Rest der Zeit sitze ich da und warte auf Rechnungen. — 1/11

blackyammi

Mein Chef ist nett, aber kriegt nichts mit, Hauptsache die Monatsabschlüsse stimmen. Im Konzern gibt es zwei Leute mit exakt meinem Vor- und Nachnamen (Namen hier geändert, ich nenn uns mal beide Daniel Krüger). — 2/11

blackyammi

Der andere ist im Vertrieb an einem anderen Standort, sehr ehrgeizig. Letztes Jahr kam eine Mail von HR: „Herzlichen Glückwunsch, Sie wurden für unser Talentprogramm ausgewählt.“ — 3/11

blackyammi

Beim ersten Modul (drei Tage Seehotel, Vollpension, Sauna) hat sich jeder vorgestellt. Alle so: „Ich übernehme ab nächstem Jahr die Vertriebsregion Süd.“ Ich: „Daniel, Buchhaltung. — 4/11

blackyammi

Da hab ich es eigentlich schon gemerkt. Aber ich saß da, es gab abends Wein aufs Haus, und ich hab gedacht: Was soll passieren? Es ist ja nicht so, dass ich im Büro irgendwas verpasse. — 5/11

blackyammi

Mein Chef hat im Kalender nur „Weiterbildung, von HR genehmigt“ gesehen und nie nachgefragt. Seitdem war ich auf fünf Modulen, hatte ein Coaching und ein 360-Grad-Feedback, für das ich meine zwei Kollegen aus der Buchhaltung gebeten hab, Fragebögen über meine „Führungswirkung“ auszufüllen. Die haben gelacht und mir überall die volle Punktzahl gegeben — 6/11

blackyammi

Letzte Woche hab ich zwei Sachen erfahren.
Erstens: Beim Abschluss bekommt jeder Teilnehmer offiziell vom Vorstand seine neue Führungsposition verkündet. Meine steht schon im Ablaufplan, irgendeine Teamleitung im Vertrieb. — 7/11

blackyammi

Zweitens: Der andere Daniel hat sich bei HR beschwert, weil er sich zum dritten Mal beworben hat und nie eine Antwort bekommen hat. Die HR-Kollegin hat mich angeschrieben, ob ich „kurz telefonieren“ kann, damit sie „eine Verwechslung im System ausschließen“ kann. — 8/11

blackyammi

Das Telefonat ist Dienstag. Abschluss ist Donnerstag.

Und das Bescheuerte ist: Ich will die Stelle mittlerweile wirklich. Klar, es wäre mehr Geld, aber darum geht’s mir gar nicht so sehr. Ich hätte zum ersten Mal seit Jahren einen Job, in dem ich morgens nicht schon um halb zehn alles erledigt hab. Ich hätte Leute, die mich was fragen, Termine, die wichtig sind, irgendwas, worauf ich Lust hab. — 9/11

blackyammi

In den 15 Monaten hab ich mich ehrlich gesagt mehr reingehängt als in meinem eigentlichen Job in den letzten fünf Jahren zusammen. Und jetzt fliegt das alles wegen eines Telefonats auf und ich sitze nächsten Monat wieder da und warte auf die Rechnung von den Stadtwerken, nur dass dann jeder im Konzern weiß, warum. — 10/11

blackyammi

Ich weiß einfach nicht, was ich am Dienstag sagen soll.

Edit: Ja, ich weiß, dass ich sofort was hätte sagen müssen. Aber ehrlich, ihr wart nie zwei Stunden am Tag in einer Buchhaltung und habt auf eine Rechnung von den Stadtwerken gewartet. — 11/11

Kommentare und Reaktionen:

Klingt fast wie eine neue Staffel der Comedy-Fernsehserie „Stromberg“, oder? Eigentlich irre, dass so eine Verwechslung nicht viel früher auffliegt. Doch was soll der Angestellte nun tun? Die Antworten der Community sind da ziemlich eindeutig. Und zwar nicht so, wie ihr vielleicht zuerst gedacht habt.

Das_Kaenguru161

Du bedankst dich zunächst dafür, dass nach Jahren harter Arbeit dein Talent erkannt wurde und freust dich über die Chance, die sie dir geboten haben. Als du die Mail zur Einladung des Talentprogramms bekommen hast, musstest du erstmal ein paar Tränen wegdrücken, weil du es als wahnsinnige Ehre empfunden hast, dafür ausgewählt worden zu sein. Dein besonderer Dank gilt natürlich HR, die dir das möglich gemacht haben. Die Firma kann sich sicher sein, dass du ihr Vertrauen nicht enttäuschen wirst.

Dann fragst du nach, warum sie überhaupt mit dir sprechen wollten und um was für eine Verwechslung es gehen soll.

otto3001
Sehe ich genauso! Am Ende hast du dich im Seminar als DU ausgegeben und nicht als der andere Daniel. Du hast nie gelogen. Am Ende hat die HR den Fehler gemacht und du hattest einfach Glück. Du hast in den 15 Monaten deine Ambitionen und Motivation gezeigt und das ist am Ende was zählt. Ich würde mich sogar beschweren, wenn du am Ende nicht die Teamleitungsposition bekommst. Immerhin wurde dir diese zugesagt. Wenn sie nichts in dir gesehen hätten, hätten sie dich nicht vorgeschlagen. Viel Erfolg für Gespräch!

Takomi_Him

Vielleicht davor noch die HR Dame eine Flasche Wein als Dankeschön für ihr Vertrauen, zu dieser tollen Chance, die sie ihm gegeben hat und er ihre Arbeit genauso zum würdigen weiß, wie sie seine. 🙈😅

ToughChampionship665

So und nicht anders. Als jemand der zu viel Zeit HR gearbeitet hat, kann ich sagen, ist das deren Fehler und solange du höflich und dankbar bleibst ist alles fein. Du wärst auch überrascht wie häufig solche Verwechslungen in größeren Belegschaften passieren.

SCHLIESSEN
Artikel Teilen