Warum dieser Mann bei vollem Gehalt nur fünf Minuten arbeitet

Africa Studio, Adobe Stock / Twitterperlen Illustration

Die Redewendung „Arbeit ist das halbe Leben“ haben wir doch alle schon irgendwann mal gehört, oder? Meist dient sie dazu, zu verdeutlichen, dass der Bereich Arbeit einen nicht unerheblichen Teil unseres Lebens einnimmt – und damit auch einen großen Teil der uns verbleibenden Zeit. Es geht also darum, inwieweit Arbeit – neben dem Hauptzweck zur Existenzsicherung und finanziellen Absicherung – auch an sich zur Lebensqualität beiträgt – oder dieser schaden kann. Denn Arbeit sollte in unserem Leben im besten Fall aus mehr als nur dem Lohn bestehen, der am Monatsende das Minus auf unserem Konto ausgleicht. Für manche von uns sind soziale Beziehungen zu den Kolleginnen und Kollegen oder auch zu Kundinnen und Kunden mitentscheidend, für andere eher eine möglichst sinnstiftende Tätigkeit selbst.

Passend zu dieser Thematik hat ein Reddit-User nun gebeichtet, dass er für einen Job bezahlt wird, den er im Prinzip gar nicht mehr ausführt, weil er diesen automatisiert hat. Moment, wo liegt denn da das Problem? Das klingt doch nach dem heiligen Gral aller Arbeitnehmer, oder? Warum ihn aber gerade deshalb ein schlechtes Gewissen plagt und welche Sorgen ihm die Situation bereitet, lest ihr jetzt.

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Ich (M32) muss das einfach mal loswerden, weil mich das schlechte Gewissen langsam auffrisst, während ich gleichzeitig Angst habe, dass die Blase platzt.

Die Situation:

Ich arbeite als „Data Coordinator“ in einem großen deutschen Traditionsunternehmen.n1/7

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Vor etwa zwei Jahren haben wir auf ein neues System umgestellt. Während der Umstellungsphase habe ich mir im Homeoffice beigebracht, meine kompletten wöchentlichen Aufgaben mit ein paar Python-Skripten zu automatisieren. Früher habe ich für die Berichte und Datenpflege etwa 35 bis 38 Stunden pro Woche gebraucht.2/7

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Heute drücken meine Skripte montagmorgens um 09:00 Uhr auf den Knopf, und um 09:05 Uhr ist meine Arbeit für die gesamte Woche erledigt.

Das Problem:

Ich habe es niemandem gesagt. In den Meetings tue ich so, als wäre ich extrem ausgelastet.3/7

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Ich lasse E-Mails zeitversetzt abschicken, damit es so aussieht, als würde ich auch am späten Nachmittag noch hart arbeiten.

Was ich den Rest der Zeit mache:

• Ich zocke viel.

• Ich mache den Haushalt, gehe einkaufen, schlafe manchmal bis mittags.4/7

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• Ich habe sogar angefangen, ein Fernstudium in einem völlig anderen Bereich zu machen – während der Arbeitszeit.

Warum ich mich schlecht fühle:

Mein Chef lobt mich regelmäßig für meine „Zuverlässigkeit“ und meine „präzise Arbeitsweise“. Ich habe letztes Jahr sogar eine Gehaltserhöhung bekommen.5/7

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Es fühlt sich an wie Betrug, aber gleichzeitig denke ich mir: Wenn ich es sage, werde ich entweder entlassen (weil überflüssig) oder ich bekomme die fünffache Arbeit für das gleiche Geld.

Ich hänge in einem goldenen Käfig aus Faulheit und Paranoia.6/7

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Jeden Morgen, wenn Teams aufploppt, habe ich Angst, dass jemand fragt: „Sag mal, was genau machst du eigentlich den ganzen Tag?“7/7

Kommentare & Reaktionen:

Luxusproblem oder nachvollziehbare Sorgen? Die Situation des Users klang im ersten Moment ja nahezu traumhaft. Wenn man jedoch die ganze Beichte gelesen hat, kann man durchaus verstehen, wieso ihm dieser Umstand Probleme bereitet und zum Nachdenken bringt. Wie soll er reagieren? Die Reddit-Community zeigt Verständnis und liefert direkt Lösungsvorschläge.

Ist ja eigentlich nicht sein Problem …

JudgmentAlarming9487

Lol. Dass es solche Jobs überhaupt gibt und die Arbeitgeber das nicht direkt automatisieren lassen ist verrückt 😂 Aber gut für dich 🙂

Klingt doch recht vernünftig, oder?

Disastrous-Post9578

Work smart, not hard. Wenn die Ergebnisse stimmen ist doch alles top. Mach vielleicht ab und an deine Aufgaben händisch, damit du nicjt vergisst, was du eigentlich machst und mach dir vor allem keinen Kopf.

Wäre ein gangbarer Mittelweg

YieppiPipi

Du weißt doch wie der Job „händisch“ funktioniert. Baue doch immer mal wieder ne Woche ein, wo du selbst arbeitest..kannst ja jederzeit aufhören 😅

Ja, eigentlich läuft es wirklich

AliYa18

Versetz dich in die Lage von Maschinenbedienern: Die hocken 8h vor einer oder mehreren Maschinen und drehen däumchen, Hauptsache die Maschine läuft. Solange bei dir alles läuft, mach dir keine weiteren Gedanken, das ist bei manchen Berufen der Standard. Der Chef ist zufrieden, wenn alles glatt läuft.

Wie seht ihr das: Ist seine Situation am Ende nicht eigentlich das eigene Hotel auf der Schlossallee?

DudeLebowski31

Lebe einfach und bereue nichts.

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