Zwei Eltern, null Plan: Meine Kinder, die Lebensphilosophen

Wir, die Kinder und der Wahnsinn:

Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder … Ach, wem machen wir was vor? Deswegen schreiben Manuela und Isumi hier jede Woche abwechselnd über die heranwachsenden Herausforderungen – ihre Kinder. Begleitet uns durch ein Leben zwischen Schuhebinden, Zahnputzkampf und Doktorspielen.

Letzte Woche habe ich meine drei Jungs geschnappt und bin mit ihnen ein paar Tage verreist. Ich bin keine Närrin, natürlich war mir klar, dass die Nummer anstrengend werden würde! Deswegen habe ich einen Ort voller Natur, Entschleunigung und kindgerechter Unterhaltung ausgesucht: Paris.

Zum Glück lief alles problemlos, wir haben problemlos den Anschlusszug verpasst, problemlos unsere Unterkunft verfehlt, uns problemlos in einem öffentlichen Park angeschrien, völlig problemlos festgestellt, dass der Fünfjährige auch bei 33 Grad am liebsten mit seiner Mama in einem 90-Zentimeter-Bett schläft, und ohne den leisesten Anflug einer Schwierigkeit ein mittelgroßes Vermögen ausgegeben. Es war toll!

Ich mache Spaß. In Wahrheit liebe ich diese Ausflüge mit meinen Kindern. Während mittelalte Erwachsene (wie ich) regelmäßig wegen einer Kleinigkeit die Nerven verlieren, unangenehm werden und auf ihre Handys eindreschen, fangen meine Drei im größten Chaos an, sich Witze zu erzählen. Oder sie setzen sich mit einem Buch auf den Boden und vergessen die Welt um sich herum. Dieselben Kinder, die bereit sind, für ein Gummibärchen ein minderwichtiges Körperteil zu opfern (ein Ohr beispielsweise, wer braucht schon zwei?), verstehen, dass es Dinge gibt, die man einfach akzeptieren muss. Und dass es immer einen Weg gibt, eine Situation zu verbessern. Zu warm? Mehr Eis! Zu voll? Ab in den Park. Man versteht eine andere Sprache nicht? Dann geht es mit einem Lächeln und mit Zeichensprache. Kein Problem ist zu groß, das Ziel aus den Augen zu verlieren – das ist ihre Philosophie und das Ziel heißt immer, immer, immer glücklich sein!

So klar und positiv wäre ich auch gerne! Vielleicht brauch ich noch ein paar Dutzend dieser Trips, bis ich mir alles von ihnen abgeschaut habe. Und vielleicht helfen mir dabei auch die folgenden Anekdoten aus dem Familienleben!

Wer verarscht hier wen?

Der jüngste: "Mama ich möchte Schokocreme essen!" Ich:"Und was soll dazu?" Er:"Eine Schüssel bitte!" Was stelle ich auch Fragen wie so'n Anfänger!

Wir sind auf Dinos geritten

Mein Kind heute: „Mama, hattet ihr als Kinder schon Autos?" Ich bin 41. Aber schön, dass wir mich jetzt zeitlich direkt neben die Erfindung des Rades stellen

Nur im Kapitalismus

Der Kleine kann Eichenprozessionsspinner nicht aussprechen, also erzählt er dem Bruder, dass es in der Kita Eichenproduktionsspinnen gibt.

Die wichtigen Dinge im Leben

Mein Sohn hat mir einen Brief ins Büro (! geschickt, ich sterbe

Währungsunion ausgespielt

Muss jetzt Eintritt zahlen um ins Kinderzimmer zu dürfen: 3 Euro oder 3 Plastik-Edelsteine aus der Piratenschatztruhe. Hab jetzt immer beide Währungen im Portmonee.

Ob er auch Fußballspiele kommentiert?

Ich bin in eine Glasscherbe getreten, blutet ziemlich doll. Während der 8jährige mir von der Ferne Plaster zuwirft, steht der 5jährige interessiert daneben und kommentiert: "Boooah, soooo viel Blut, Mama! Da ist auch noch Blut! Und da! Und da draußen! Woooah, sogar vor der Tür ist Blut! lillirre!" Hilfe?

W-was?

Der erste Herzinfarkt des Tages/der Woche/des Monats: Mein 12-jähriger Sohn, der mir 5:44 Uhr eine SMS schreibt mit „Ich bin joggen"!

Er ist seiner Zeit voraus

Der zehnjährige zieht weiße Socken in die Sandalen an. Wusste gar nicht, dass hier ein 1,40 großer Rentner lebt.

Wie sah der Fußboden noch mal aus?

Es gibt zwei Dinge, die unendlich sind: das Universum und das Aufräumen mit drei Kindern.

Das muss dieser Forschergeist sein

Der Kleine ist bockig, nimmt den Schlüssel vom Bad und probiert,damit sein Zimmer zu zuschließen. Der Große: "Das funktioniert nicht. Der passt nicht für dein Zimmer. Ich habe schon probiert, dich einzuschließen. Zumindest ich habe jetzt Fragen.

Beinstielsweise niedlich

Mein Kind sagt übrigens "zum Beinstiel" statt "zum Beispiel" Dachte, das solltet ihr wissen.

Er hat ausgelernt

Ich zitiere jetzt mal den 6J: "Wenn das Wasser im Pool beim rein gehen mal über dem Bauchnabel ist, geht's eigentlich."

Hello again

An die Eltern von Jungs bzw sehr wilden Kindern: Lohnt es sich den Zweitwohnsitz in der Notaufnahme anzumelden?

Lifehack des Sommers

Seit ich den Kitakindern sage, ich muss sie noch mit Mayonnaise einschmieren, klappt das mit der Sonnencreme besser. Jedes Kind will eine Pommes sein.
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