
Neulich habe ich meinen Sohn und seinen neuen besten Freund belauscht. Ja, ja, ja, ungewollt natürlich, zumindest am Anfang. Jedenfalls haben sie sich zu meinem grenzenlosen Erstaunen nicht über Minecraft oder Döner unterhalten, sondern … über die Erfolge ihrer Mütter!?! Mein Sohn hat ausufernd meine Bauprojekte aufgelistet und der Freund meines Sohnes hat erzählt, dass seine Mutter gerade ein neues Restaurant eröffnet (das vierte!).
Gut, ich komme in der Geschichte vielleicht nicht als Gewinnerin weg, aber gegen andere Mütter verliere ich extrem gern. Weil ich weiß, was es kostet, sich als Elternteil nicht selbst zu vernachlässigen. Weil man sich gerade als Mutter so leicht darin versumpft, nur noch das zu sein, was das Kind gerade braucht. Betreuerin, Köchin, Schwimmtrainerin, Bespaßerin, Pflegerin, was auch immer. Gerade in den Anfangsjahren brauchen Kinder körperliche Präsenz. Und irgendwann schauen sie einen mit ihren großen Augen an und fragen, was man denn eigentlich so den ganzen Tag tut.
Das tut weh, weil man als Eltern viel aufgibt, um dem Job als Mama oder Papa gerecht zu werden. Manchmal geht man so weit, dass dabei ein Stück eigene Identität flöten geht. „Bist du nicht die Mama von …?“ DAS sind wir geworden: der Trabant eines Kindes. Und ehe man es sich versieht, wird man genau dafür kritisiert. Untereinander, von Partner*innen und irgendwann auch von den Kindern, für die man das Opfer gebracht hat.
Deswegen feiere ich Menschen, denen es gelingt, sich in dem Wahnsinn nicht selbst zu vergessen. Sei es, das vierte Restaurant zu eröffnen oder eine läppische Bude zusammenzuzimmern. Und manchmal reicht es sogar, ein paar Anekdoten aus dem Familienleben zusammenzutragen.
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