Wutanfall im Supermarkt und alle starren die Mutter an

kues1, nadezhda1906, Adobe Stock / Twitterperlen Illustrations

Diesen Moment kennen alle Eltern kleiner Kinder. Man ist zum Beispiel im Supermarkt. Und dann sieht das Kind die Lieblingssüßigkeit oder eine andere Leibspeise. Und will dann 17 Packungen davon in den Einkaufswagen einräumen. Und dann muss man es aussprechen, das unliebsame Wort: „Nein“.

In vielen Fällen folgt anschließend die absolute Eskalation. Das Kind schmeißt sich auf den Boden, schreit, tritt und man spürt diese abschätzigen Blicke der anderen Menschen auf sich. Als wäre es einem selbst nicht schon so unangenehm genug. Aber manchmal lässt sich leider nichts unternehmen. Manchmal muss sie einfach raus, die Wut und es gibt in diesem Moment nichts, was man dagegen tun kann. Doch oft trifft genau dieses Abwarten auf das Unverständnis der Umstehenden. Ähnliches hat Threads-Userin @nvthvlie__ erlebt, deren Kind im dm einen Wutanfall hatte. Wie sie damit umgegangen ist und was ihre Community dazu sagt, haben wir für euch zusammengefasst.

Da steht sie auf dem Gehweg vor dm. Vor ihr auf dem Boden, ihr schreiendes Kleinkind. Mitten im „Trotzanfall", wie Du ihn nennst. Und während Du Dir das Maul zerreißt über die, die „Eltern von heute“, die tatenlos daneben stehen und ihren Kindern alles durchgehen lassen, weiß sie, dass ihr Kind während eines Gefühlssturms nicht angesprochen, angefasst oder auch nur angeguckt werden möchte. Sie steht da ... „tatenlos" und wartet. Weil sie weiß, dass jegliche Interaktion die so großen Gefühle

ihres so kleinen Kindes gerade nur schlimmer machen würden. Dass es dann länger dauern würde, bis er bereit ist, ihre Hilfe beim regulieren seiner Gefühle anzunehmen. Also hat sie ihn rausgetragen aus dem dm (und dabei eigentlich schon seine Grenze überschritten, weil er eigentlich nicht angefasst werden wollte) und gibt ihm nun den Raum, den er kurz braucht während sie ihre eigenen Gefühle reguliert, tief durchatmet, gegen die Tränen ankämpft, weil sie die Blicke spürt, die Verurteilung

weil sie weiß, wie es aussieht. Weil es wieder heißen wird, dass sie nichts macht. Dabei macht sie so viel sie reguliert sich, um gleich ihr Kind regulieren zu können, sie ist präsent, sie bringt ihrem Kind bei, dass seine Grenzen wichtig sind und beachtet werden, sie bringt ihm bei, mit seinen Gefühlen umzugehen, ihnen Raum zu geben und sie dann gleich gemeinsam zu regulieren. Denn gleich wird er soweit sein er wird dann in den Arm genommen werden wollen

Mamas beruhigende Stimme hören wollen, wenn sie ihm erklärt, dass das gerade Wut war, was er gefühlt hat. Wenn sie ihm sagt, dass sie seine Gefühle versteht, aber trotzdem bei ihrem „Nein" bleibt, das sie eben im Laden ausgesprochen hat. Sie lässt ihm nichts „durchgehen“, die steht nicht tatenlos daneben sie gibt alles, um keinen Menschen großzuziehen, der keinen Zugang zu seinen Gefühlen findet, der sie nicht regulieren kann Früher hätte es das nicht gegeben, sagst Du im vorbei gehen

... und ja ... früher hat es das nicht gegeben. Und umso wichtiger ist es, dass es das heute gibt.

How to not do it?

Hab neulich eine Frau gesehen, die ihr brüllendes Kind einfach hat stehen lassen und weitergegangen ist. Wie schnell die Kleene hinterher ist und dann auch still war Nicht durchgehen lassen Geht doch!

Danke dafür!

Ich sage solchen Mamas dann, dass sie es gut machen. Dass ich das von meinen Teenies früher kenne. Und dass ich Ihnen viel Kraft für das Aushalten wünsche. Wir können dort positiv bestärken, wo andere Leute diese Eltern böse anschauen. Ich hab auch schon mal zu solchen "Früher gab's das nicht"-Leuten gesagt, dass ich darüber froh bin. Als Erzieherin weiß ich einiges über Neuropsychologie und bring das unter die Leute. Das kann ein Elternteil im Stressmoment nicht, weil aufs Kind fokussiert.

Mitarbeiter des Monats

Ich hatte mal so eine Situation mitten im DM. Ein Mitarbeiter hat maximal gut reagiert: er hat von weiten geguckt und praktisch signalisiert, dass er helfen würde falls von mir gewünscht, hat sich aber zurück gehalten und als meine Tochter (kein Kleinkind sondern geistig behindert)endlich aufstehen konnte, hat er schnell eine Kasse geöffnet (wobei er sicher stellte, dass wir als erste dort dran sind) und so konnten wir den Laden zügig verlassen und hatten trotzdem den Einkauf erledigt.

Gebt die Hoffnung nicht auf

Bei meinem sohn ist es genauso. Ich muss ihn lassen. Lasse ich ihn nicht explodiert er noch mehr. Er kommt zu mir, wenn er bereit ist. Auch erst dann ist er fähig Dinge aufzunehmen und zu verstehen und manchmal fängt es genau da auch nochmal von vorne an und wir warten nochmal. Ich weiß wie unfassbar schwer es ist aber die früchte werden sie in einpaar Jahren tragen und wir automatisch dadurch auch

Wie seht ihr das?

Ich finde auch Menschen in solchen Situationen sehr anstrengend, die dann einfach eingreifen. Und zb das Kind fragen: "Na, was hast du denn?" Also direkt die Grenzen von Mutter UND Kind dabei übertreten.
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