Wo ist diese Mama-Magie, von der alle reden?

KI / Twitterperlen Illustrations

Wenn ich jedes Mal einen Euro bekommen hätte, wenn Leute mir erzählen, dass ich als Mutter einen wie auch immer gearteten Vorsprung im Eltern-Game habe, könnte ich ihnen alle Maulkörbe kaufen. Ich gebe zu: Es klingt vielleicht auch erstmal plausibel. Ungefähr so plausibel wie die Überzeugung, dass die Sonne um die Erde kreist. Die Sonne wäre an meiner Perspektive übrigens genauso interessiert wie die Menschen, die mir meine magische Verbindung zu meinem eigenen Kind erklärt haben.

Für die, die es hören wollen und bereit sind, meine Wahrheit anzuerkennen, es war wie folgt: Meine Schwangerschaft war ein Flug mit Autopilot. Mein Körper hat Hormone produziert, Fett eingelagert, bestimmte Nahrungsmittel verlangt und offensiv Schlaf eingefordert. Nichts davon war schlimm, aber es war auch nicht so, als hätte ich die Kontrolle über irgendeine dieser Entwicklungen gehabt. Als mein erster Sohn geboren wurde, hätte genauso gut ein Alien aus mir rauskriechen können. Ich kannte dieses Wesen nicht. Ich wusste nichts über seine Vorlieben, seine Bedürfnisse oder seine Eigenheiten. In den Anfangsmonaten gab es keine Minute, in der ich mich nicht gefragt habe, was er will und woher ich das bitte wissen soll. Kurzum: Ich war genauso vorbereitet wie … jede andere random Person.

Es mag Frauen geben, die andere Erfahrungen gemacht haben. Es mag Väter geben, die ihr Kind auf den Arm genommen haben und instant wussten, wer dieser kleine Mensch ist. Dass es jedoch auch anderen Frauen genauso ging wie mir, zeigt der Thread von @unzumutterbar.

Ich hatte beim ersten Kind übrigens nicht direkt nach der Geburt diese "magische Verbindung". Ich war müde, fertig, hab an allem gezweifelt, hab meine Entscheidung bereut. Ich hatte die Schwangerschaft genossen, mich informiert, Kurse besucht, mit meinem Baby täglich gesprochen. Und trotzdem war ich anfangs nur überfordert. Und müde. Ich war so unglaublich müde. Kein Und ich dachte anfangs das läge an mir. Dass ich schuld bin daran. Denn das ist das tolle:

Mütter suchen die Schuld eigentlich immer zuerst bei sich selber. Wie praktisch. Dass der babyblues auch kicken kann, wenn du eine wundervolle Schwangerschaft hast, musst du eben auch erstmal wissen. Dass das Hormonchaos nach der Geburt absolut wild ist, auch. Heute weiß ich das alles. Damals nicht.

Wo ist diese Magie, von der alle reden, eigentlich?

Ich bin froh, dass es nicht nur mir so ging, weil das irgendwie bedeutet, dass nicht mit mir irgendwas kaputt ist ea schade aber für uns beide, diese aller ersten Wochen nicht so genossen haben zu können

Und das ist völlig okay

Ich hatte zwar keinen Babyblues, aber dieses magische Gefühl wenn man das Kind dss erste mal im Arm hat - das war erstmal nicht da. Das erste Gefühl war einfach nur blanke Erschöpfung und Erleichterung es geschafft zu haben. Und der versuch nicht sofort einzuschlafen noch im Kreissaal. Die liebe ist dann in den ersten Wofhen jeden Tag ein bisschen mehr gewachsen

Das ist das Problem mit unrealistischen Erwartungen

Ich, aktuell in der 23. Woche, ehrlich? Ich freue mich sehr, mache einige Kurse mit und informiere mich aber wie es dann letztendlich sein wird, weiß ich nicht Hab jetzt schon Angst zu versagen

Ihr müsst das nicht allein bewältigen

Ich hatte drei wundervolle Schwangerschaften und stellte natürlich den Anspruch an mich selbst, dass es einfach so weitergehen muss. Was war ich jedes Mal fertig mit der Welt. Beim vierten hatte ich die fürchterlichste Ss. Gekotzt vom ersten bis zum letzten Tag und dann hat mir mein HA ne Haushaltshilfe organisiert. Die ersten zwei Wochen waren einfach traumhaft. Es liegt möglicherweise gar nicht an uns, sondern an den Erwartungen, die an uns gestellt werden.

Ein furchtbares Gefühl

Ich saß da mit brüllendem Baby im dunklen Zimmer und dachte mir nur „warum hast du dir das angetan? Ich will zurück!!" endete im Nervenzusammenbruch (also so richtig, nicht der metaphorische). Postpartale-Angststörung kickt auch nach der besten und gewolltesten Schwangerschaft. Hilfe hab ich übrigens keine bekommen. 5 Monate Wartezeit. Oder psychiatrische Ambulanz, aber ohne Baby (how??). Top.

Wieso dürfen andere eigentlich alles falsch machen?

Es ging mir ähnlich. Ich war einfach nur müde. Und auf einmal diese große Verantwortung und alle erwarten Liebe und Freude. Und das erste was mir begegnet, als wir mit Baby nach Hause gekommen sind, Schwiegervater mit nem Kumpel rauchend in unserem Haus. Ich bin innerlich so ausgerastet, hab aber, wie immer, nichts gesagt. Ich war nur angespannt und Baby ein Schreikind. Die erste Zeit war einfach nur zu viel. Und ich war unsicher und wollte alles richtig machen

Danke an alle Hebammen

Das!

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