
Wenn ich jedes Mal einen Euro bekommen hätte, wenn Leute mir erzählen, dass ich als Mutter einen wie auch immer gearteten Vorsprung im Eltern-Game habe, könnte ich ihnen alle Maulkörbe kaufen. Ich gebe zu: Es klingt vielleicht auch erstmal plausibel. Ungefähr so plausibel wie die Überzeugung, dass die Sonne um die Erde kreist. Die Sonne wäre an meiner Perspektive übrigens genauso interessiert wie die Menschen, die mir meine magische Verbindung zu meinem eigenen Kind erklärt haben.
Für die, die es hören wollen und bereit sind, meine Wahrheit anzuerkennen, es war wie folgt: Meine Schwangerschaft war ein Flug mit Autopilot. Mein Körper hat Hormone produziert, Fett eingelagert, bestimmte Nahrungsmittel verlangt und offensiv Schlaf eingefordert. Nichts davon war schlimm, aber es war auch nicht so, als hätte ich die Kontrolle über irgendeine dieser Entwicklungen gehabt. Als mein erster Sohn geboren wurde, hätte genauso gut ein Alien aus mir rauskriechen können. Ich kannte dieses Wesen nicht. Ich wusste nichts über seine Vorlieben, seine Bedürfnisse oder seine Eigenheiten. In den Anfangsmonaten gab es keine Minute, in der ich mich nicht gefragt habe, was er will und woher ich das bitte wissen soll. Kurzum: Ich war genauso vorbereitet wie … jede andere random Person.
Es mag Frauen geben, die andere Erfahrungen gemacht haben. Es mag Väter geben, die ihr Kind auf den Arm genommen haben und instant wussten, wer dieser kleine Mensch ist. Dass es jedoch auch anderen Frauen genauso ging wie mir, zeigt der Thread von @unzumutterbar.
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