Wenn die Periode mit dem Schulschwimmen kollidiert

Besorgte junge Frau im pinken Badeanzug, die skeptisch auf einen Menstruationskalender blickt. Die Pop-Art-Illustration verdeutlicht das Dilemma zwischen Schwimmunterricht und der Periode während der Schulzeit.
deagreez, Adobe Stock / Twitterperlen mit KI

Erinnert ihr euch noch an den Sportunterricht in der Schule? Wahrscheinlich schon, oder? Irgendeine traumatische Erfahrung hat da doch jeder im Laufe seines Lebens gesammelt. Wer hat sich eigentlich das Konzept ausgedacht, dass zwei Schüler*innen eine Mannschaft wählen dürfen? War das noch Sport oder doch schon gelebtes Mobbing? Hoffentlich macht das heute niemand mehr so. Doch darauf wollen wir heute gar nicht hinaus.

Als weibliche Teenagerin nämlich dürfte hier noch ein anderes Thema eine große Rolle spielen. Richtig, die Periode. Alle, denen nicht vergönnt ist, dieses monatliche Spektakel ohne größere Vorkommnisse, Symptome und Schmerzen wegzustecken, wissen, wovon wir sprechen. Man möchte sich an diesen Tagen einfach nur mit einer Wärmflasche auf der Couch verkriechen. Und dann kommt dieser ambitionierte Sportlehrer um die Ecke, der der Meinung ist, man könne doch ohne Probleme am Unterricht teilnehmen. Besonders kritisch wird das, wenn es dann auch noch der Schwimmunterricht ist.

Genau dieser Fall ist bei der Tochter von Threads-Userin @ich.einfach.ich3838 eingetreten, die von den forschen Meinungsäußerungen und Tipps des Sportlehrers so gar nichts hält. Innerhalb ihrer Community sind die Meinungen diesbezüglich alles andere als einheitlich. Wir haben die treffendsten Reaktionen für euch gesammelt.

Tochter, 14, hat ein halbes Jahr Schwimmen als Sport in der Schule. Davon abgesehen, dass ich das in dem Alter den falschen Zeitpunkt finde, denn sowohl Mädchen als auch Jungs entwickeln sich gerade körperlich und sind dadurch massiv verunsichert, kotzt es mich an, dass meine Tochter sich jedes verdammte Mal mit ihrem Lehrer (m) über ihre Periode auseinandersetzen muss. Jeden zweiten Freitag muss sie sich erklären. Dass sie eben unregelmäßig blutet, Zwischenblutingen hat usw. Und jedes 1/2
2/2 verdammte Mal, will dieser Lehrer ihr erklären, dass das aber komisch sei, dass sie so oft Blutungen hat und, dass sie doch Tampons benutzen soll. Bei seiner Frau/Freundin wäre das alles kein Problem. Ehrlich jetzt?

Klare Position

ich lache grade aus so vielen Gründen. Erstens entscheidet nicht der Lehrer, was wann unterrichtet wird. Das steht im staatlichen Lehrplan. 2. das Vermitteln eines gesunden Selbstbilds gerade in der Pubertät ist mit Aufgabe des Sportunterrichts. 3. das ein pubertierendes Mädchen alle 2 Wochen ihre Periode hat ist nicht normal und gehört abgeklärt. 4. wirkt das alles arg konstruiert. Ja ich bin ein Mann. Habe Medizin studiert, Biologie und Pädagogik. Bin vom Fach! Ihr nicht!

Was die wohl dazu sagt?

Und wieder ein Typ, der einer Frau erklären will, wie ihr Körper funktioniert und wie sie damit umgehen soll Ab zur Schulleitung

Geht es denn immer ungerecht zu?

Sport ist ein Unterrichtsfach, das als Pflichtfach defintiv abgeschafft gehört, sportliche Schüler_innen können gerne in einer AG aktiv werden, aber staatliche „Leibesertüchtigung" braucht kein Mensch, solange es einfach immer ungerecht zugeht!

War man vielleicht schon?

Bei dieser Symptomatik wäre ich ganz schnell bei der Gyn- abklärung. Aber gut. Man muss seine Kinder ja nicht mögen.

Klingt nach einem guten Ansatz

Ich bin ehrlich, schwimmen, ist lebensnotwendig. Ja, in dem Alter ist es sicher etwas unglücklich für viele Mädchen (aber auch Jungs). Wir sollten den Mädchen aber auch vorleben, dass die Periode bei weitem nichts schlimmes ist und nichts ekliges. Ich würde meine Tochter ermutigen, Tampons zu benutzen und einfach schwimmen zu gehen. Sollte das aus einem Grund nicht gehen bitte ein Attest vom Arzt einholen. Ansonsten kann ich den Lehrer verstehen, dass er das in dieser Häufigkeit doch hinterfrag

Vielleicht erstmal mit dem Lehrer selbst sprechen?

1. schriftliche Entschuldigung mitgeben, dass deine Tochter nicht mit dem diskutieren muss. 2. Direktorat anschreiben mit Kopie an den Lehrer, man möge dafür sorgen, dass der Lehrer es zu unterlassen hat, mit deiner 14 jährigen Tochter darüber zu diskutieren, was sie sich vaginal einzuführen hat, seiner Meinung nach. Ohne Schnörkel, ohne blabla. Knapp und scharf formuliert

"Haben wir immer schon so gemacht" ist Teil des Problems

Ja, das war schon immer so.Und auch nicht zu Unrecht. Viele Mädels nutzen das als Ausrede, pech natürlich für die ehrlichen. Das war schon immer so. Deswegen ist die Sicht des Lehrers voll zu verstehen. Und was Tampons betrifft, damit ist es uns doch leicht gemacht ..Ich fand es gut. Warum sollte er es dann nicht erwähnen, vor allem wenn er jem. kennt die zufrieden damit ist. Wenn deine Tochter mehr Probleme als normal hat, soll sie das ärztlich abklären lassen und sich ein Attest holen.

Wenn es wirklich so einfach wäre

Bei mir ist es auch kein Problem, Tampons zu nehmen. Aber zu Beginn war es das. Und ich kenne genug erwachsene Personen, die nach wie vor keine Tampons nehmen (möchten). Völlig ok. Ihr Körper, ihre Entscheidung. Wie weltfremd ist er bitte, dass er ernsthaft glaubt, dass Schwimmen während der Regelblutung bei 14-jährigen problemlos funktioniert.

Danke für den Tipp

Es gibt übrigens mittlerweile auch Periodenbadebekleidung. Nur für den Fall, dass sie doch gerne am Schwimmen teilnehmen möchte. (Natürlich kann sie selber entscheiden, ob das was für sie ist)

Mamabear

ich hatte mit 14 eine sehr ähnliche Situation. Wir waren nur 2 Mädchen im Kurs und der Lehrer hat sich sogar notiert, wann wir unsere Periode hatten meine Mama kam dann mal mit zum Unterricht und hat dem guten Herrn erklärt, wie eine Periode in dem Alter funktioniert (unregelmäßig) und warum eine 14-jährige nicht gezwungen werden kann, Tampons zu benutzen. War ihm sehr unangenehm und danach war Ruhe

Word

Davon mal abgesehen dass das mega übergriffig ist: als ob das Blut das einzige Problem während der periode ist meistens hat man noch Kopfschmerzen, Brustschmerzen, Unterleibschmerzen, Verdauungsprobleme etc. In dieser Zeit Sehne ich mich danach mich in mein warmes Bett zu kuscheln und nicht meinem Körper halbnackt kaltem Chlorwasser auszusetzen

Auch ein wichtiger Punkt

Ganz ehrlich: Schwimmunterricht in der Schule ist absolut wichtig. Privilegierte Kinder wie deine Tochter können mit 14 wahrscheinlich schon perfekt schwimmen und haben auch mehrere Schwimmabzeichen. Weniger glückliche Kinder haben mit Mühe das Seepferdchen. In vielen Schulen werden aber Abschluss/Klassenfahrten gemacht, bei denen auch geschwommen wird. Ein Kind ohne mindestens Bronze kann nicht mitfahren oder nicht mitmachen.

Albtraum für jede Teenagerin

Wie unangenehm es allein schon sein muss, mit 14 mit einem Mann über die Periode sprechen zu müssen. Und dann auch noch mit einem so übergriffigen Typ.

Was ist das für eine Lehrerin???

Als ich in der 5. Klasse Schwimmen hatte, mussten wir vom Schwimmbad zur Schule laufen. Unsere sehr unangenehme Lehrerin fuhr mit dem Auto an uns vorbei un rief aus dem Fenster: "Bewegt eure lahmen Ärsche mal etwas schneller über die Straße." Meine Mutter hat so ein Fass aufgemacht, dass diese Lehrerin versetzt wurde. Und ich finde es mehr als legitim, dem Lehrer deiner Tochter so richtig auf die Füße zu steigen. Das ist ein absolutes No-go!
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