Wenn das Mittagessen zum Machtspiel ausartet

Nachdenkliche junge Frau mit Brille genießt eine Portion Pasta. Die Pop-Art-Illustration symbolisiert den Moment der Ruhe und Reflexion über eigene Erziehungsmuster und Familiendynamiken.
Petro, Adobe Stock / Twitterperlen mit KI

Das Schöne an dieser Lebensphase zwischen 30 und 40 ist ja, dass man inzwischen Gelegenheit hatte, bestimmte Situationen aus der Kinder- und der Erwachsenenperspektive erlebt zu haben. Wenn man manche Diskussionen dann ein paar hundert Mal mit dem Nachwuchs geführt hat, stellt man bisweilen fest, dass die eigenen Eltern vielleicht gar nicht immer so verquere Ansichten hatten. Manchmal hatten sie vielleicht einfach andere Informationen als unser Kinder-Selbst. Oder sie waren müde und erschöpft!

Andere Familiensituationen wiederum kann man als Erwachsener noch weniger verstehen als damals. Insbesondere wenn das Verhalten von Vätern oder Müttern moralische oder persönliche Grenzen überschreitet. Wenn elterliche Macht ausgenutzt wird, weil man es kann und weil einem die eigene Meinung so viel wichtiger erscheint als die des Kindes. Wenn man ehrlich ist, ist uns allen das vielleicht schon geschehen. Hand hoch, wer sich gelegentlich bei lächerlichen Diskussionen um läppische Dinge erwischt: der Teller in der Spülmaschine, das eine Blatt Salat, die letzte Vokabel. Manchmal überspannen wir Eltern den Bogen, für nichts und wiwder nichts.

Threads-Userin @vickyschnee hat auch so eine Situation erlebt. Ein Streit, der eigentlich ein Machtspiel ist – so unnötig wie verletzend. Und trotzdem findet die Userin gnädige Worte für ihre Mutter. Vielleicht weil sie einen Bruder hatte, der sich gegen die Ungerechtigkeit aufgelehnt hat. Ein Thread, von dem wir alle etwas lernen können! Vielen Dank dafür!

Ich war 13 und aß seit Monaten kein Rindfleisch mehr. Meine Mutter wusste das. Trotzdem machte sie Bolognese mit Rinderhack. Ich sagte nichts und versuchte, nur Nudeln und Sauce ohne Hack zu essen. Als es ihr auffiel, reagierte sie vorwurfsvoll, aber ich sagte "Ich möchte das nicht essen, das weißt du doch." Daraufhin brüllte sie mich an, ich solle gefälligst das gute Fleisch essen und nicht so albern sein usw. Ich saß einfach nur noch schweigenden am Tisch und weinte lautlos.
Plötzlich stürmte mein Bruder aus seinem Zimmer. Er fand Vegetarismus unnötig und nannte mich oft "Hippie". Trotzdem schrie er nun unsere Mutter an. "Hör endlich auf, sie deswegen so anzubrüllen! Wir wissen, dass sie das nicht essen will. Ist es das wert?" Daraufhin sah meine Mutter ihre verweinte Tochter an und realisiere, dass es das nicht wert war. Er hatte es geschafft, sie von mir abzubringen. Er kam mir nur diese eine Mal gegen meine Mutter zu Hilfe, aber ich werde es ihm nie vergessen

Das sollte eigentlich die Regel sein

Schön, dass dein Bruder verstanden hat, worum es geht. Was sollen denn solche Machtspielchen? Mann kann ganz viele Sachen fleischlos abwandeln. Oder auch andere Zutaten abwandeln, die jmd nicht mag.

Es braucht nur einen, der den Unterschied macht

Richtig. Er teilte meine Einstellung nicht, trotzdem fand er unsere Mutter völlig drüber. Im Gegensatz zu mir hätte er wenigstens auch den Mut, ordentlich contra zu geben. Meine Mutter hat Jahre später dann auch Spaß daran gefunden, vegan zu kochen und neues auszuprobieren. Aber es war ein weiter, harter Weg.

Lasst die Kinder doch ihre Erfahrungen machen

Ich versteh das echt nicht. Wieso sind Mütter manchmal so ? Mein kleiner ist gerade Thunfisch (aus der Dose) kalt mit Kürbiskerneöl und Nudeln !!! Mir graut es davor aber wenn er es essen will ja meinetwegen

Hausgemachtes Trauma

Fühle ich - bei mir wars ein Leberwurst-Brot. Ich weigerte mich es zu essen und durfte daraufhin so lange nicht den Tisch verlassen, bis ich es gegessen hätte. Ich mache aber nix, was gegen meine Überzeugung ist, egal wie lange ich da sitzen müsse. Nach einer Stunde rastete meine Mutter aus, schrie mich an, drückte das Brot in mein Gesicht und rieb es so lange hin und her, bis Nase, Augen und Mund mit Leberwurst gefüllt waren. Danach durfte ich aufstehen. Ich bekomm Puls wenn ich Leberwurst seh.

Die freuen sich bestimmt, wenn sie als Scheinargument herhalten dürfen

Fehlt nur noch "aber die armen kinder in afrika". musste auch immer alles essen, vllt n7cht so schlimm wie bei dir, aber erst meine ehemalige stiefmutter hst dann gesagt "was soll der sxh...., wenn du keinen hunger hast, hsdt du keinen hunger"

So nämlich

Und dann wundern sich Eltern wenn ihre Kinder sie später nicht besuchen kommen 89.

Fast als läge es an den Menschen, nicht an der Ernährungsweise

In einer bekannten vegan lebernden Familie hätte die Tochter gerne Wurst und Fleisch gegessen. Durfte aber nicht. Das ist jetzt mal die andere Seite der Geschichte. Der Kinderarzt hatte dem schwächelnden Kind Mangelerscheinungen diagnostiziert, er meinte Kinder bräuchten für ihre Entwicklung Fleischprodukte. Ich kann das jetzt nicht beurteilen, aber das Kind durfte dann tierische Produkte essen und es entwickelte sich prächtig. Heute ist sie zwar Vegetarier, aber keine Veganerin.
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