Was ein kleiner Satz uns über Rassismus lehrt

Ausdrucksstarke Collage zum Thema Alltagsrassismus und Vorurteile: Eine lächelnde Frau im Business-Anzug steht in Schwarz-Weiß neben einem sichtlich genervten Mann, der seinen Kopf auf die Hand stützt. Über der Frau schweben weiße Fragezeichen-Icons, über dem Mann kleine Blitze. Das Motiv vor einem blau-violetten Wellen-Hintergrund visualisiert "Rassismus mit einem Lächeln" und die Frustration über stereotype Fragen.
elnariz, New Africa, Adobe Stock / Twitterperlen Illustration

Es ist schon verrückt. Wir leben in einer globalisierten Welt, chatten oder arbeiten mit Menschen, die am anderen Ende des Planeten leben, solidarisieren uns mit Leuten quer durch Religionen, Völker, Geschlechter und politische Ansichten. Und trotzdem kommen wir manchmal nicht über die Mauern in unseren Köpfen weg.

Als biodeutscher Blondschopf kann ich bequem so tun, als würde Alltagsrassismus nicht existieren. Aber wenn ich meine Ohren und Augen nur ein klitzekleines bisschen öffne, ist er schwer zu ignorieren. Ich möchte gar nicht von den großen Dingen wie Job- oder Wohnungssuche sprechen. Mir geht es um die kleinen Aspekte. Das joviale „Willst du echt in den Deutsch-Leistungskurs?“ Oder: „Wo kommst du denn wirklich her?“ Es ist vielleicht leise, aber es bleibt Rassismus. Rassismus mit einem Lächeln.

Sollten wir als Gesellschaft nicht langsam darüber hinweg sein? Warum wundert es uns immer noch, wenn jemand mit offensichtlich nicht kaukasischen Wurzeln akzentfreies Deutsch spricht? Warum kriegen wir ein Kopftuch und ein Juramandat so schwer unter einen Hut? Sind wir wirklich so in unserem kleinen rassistischen Weltbild verheddert, dass wir immer noch glauben, Hautfarbe oder Nachname erlaubt uns ein Urteil über einen Menschen?

Threads-User @timur_20tu kann ein Lied von diesem leisen Rassismus singen. Und ich finde, wir sollten ihm alle mal zuhören.

Danke für nichts

Habe echt den türkischsten Nachnamen, den man sich vorstellen kann, und wenn ich Termine habe oder neue Leute treffe, sind sie immer überrascht über meine Deutschkenntnisse und loben mich dafür. Spreche es zwar seit meiner Geburt, aber danke, schätz ich.

Muss man wohl so sagen

Nennt man Alltagsrassismus

Über Subkulturen sprechen, aber selbst seit vierzig Jahren niemand Neues kennenlernen …

Ich kann das überhaupt nicht verstehen, wir haben die dritte und vierte Generation hier, dass man das noch erwähnenswert hält, die wundern sich doch auch nicht, dass Schimanski keinen polnischen Akzent hat! So was von dumm!

Aber warum davon ausgehen, dass es sich um eine Fremdsprache handelt?

Ich bin zwar Ausländer, arbeite als Dolmetscher. Und ich bekomme Lob über meine Deutschkentnisse. Ich bin DOLMETSCHER, ich MUSS deutsch kennen Aber ich nehme es als Lob, weil es ist immernoch tolle Leistung so gut Sprache zu lernen Nein, ich sehe es nicht als Rassismus. Es hat nichts mit meine Rasse zu tun. Es ist nur WOW- Effekt, wenn Ausländer so gut spricht

Kapieren die wenigsten

Jedes Mal! Eine Hijabi, Türkin, die aber fließend deutsch sprechen kann - woooow Plot Twist: Ich bin hier geboren

Sie haben es nicht leicht

Ich beglückwünsche aus Prinzip Mitbürger zu ihren tollen Deutschkenntnissen. In erster Linie Leute aus Bayern und Sachsen. Manchmal auch einen Schwaben

Leider scheint es kein aussterbendes Problem zu sein

Sowas kommt aber doch zu einem Großteil von "Bio-Deutschen" älteren Semesters oder? Also wenn ich einen, sagen wir bis ende 40 jährigen "Türken" akzentfreies deutsch sprechen höre wunder ich mich überhaupt nicht. Das sind doch zu einem nicht geringen Anteil die hier geborenen & meist mindestens zweisprachig aufgewachsenen Generationen.

So nämlich

Ich verstehe nicht, dass es immer noch so weit verbreitet ist. Das sind für mich Vorurteile, an denen jeder bei sich arbeiten sollte, weil es verletzt und ausgrenzt. Dieses gelobe kann noch so nett gemeint sein, ist aber einfach daneben.
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