Spielt die politische Meinung im Freundeskreis eine wichtige Rolle?

Die politische Meinung im Freundeskreis
Mangostar, IHERPHOTO, Adobe Stock / Twitterperlen Illustration

Es gibt diese Fragen, die wirken zuerst ganz harmlos und gleichen einem lockeren Gesprächseinstieg bei einer Tasse Kaffee oder zwei WhatsApp-Nachrichten. Aber dann merkt man plötzlich, dass das Gespräch jetzt irgendwie doch tiefer geht als gedacht. Politik gehört definitiv in diese Kategorie. Für die einen ist sie allgegenwärtig, prägt nicht nur die eigenen Werte oder Entscheidungen, sondern manchmal sogar Beziehungen. Für die anderen ist sie eher ein Hintergrundrauschen, das man bewusst leiser dreht, um den Frieden im eigenen Umfeld zu wahren.

Gerade im Freundeskreis wird es in Sachen Politik jedoch sehr spannend. Denn dort treffen nicht nur unterschiedliche Meinungen aufeinander, sondern auch Emotionen, Loyalitäten und die Frage, wie viel Unterschied eine Freundschaft eigentlich aushält. Muss man sich politisch ähnlich sein, um wirklich auf einer Wellenlänge zu liegen? Oder zeigt sich echte Verbundenheit gerade darin, dass man Differenzen aushält? Genau diese Frage tauchte kürzlich auf dem Account von @jncthrnk auf und die Antworten wollten wir euch nicht vorenthalten.

Ich hatte letztens ein interessantes Gespräch und würde gerne wissen - ist euch die politische Meinung in eurem Freundeskreis wichtig? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum

Absolut nachvollziehbar

Wir können politisch anderer Meinung sein wenn es darum geht wie die Klima Ziele erreicht werden sollen oder welche Maßnahmen man für eine bessere Zukunft braucht Bei Menschenrechten, der Leugnung von Fakten und co bin ich raus

Logisch, oder?

Ja klar ist mir die wichtig. In meinem Freundeskreis gibt es Migranten LGBTQIA+ Menschen und Menschen mit Behinderung chronischer Krankheit usw. Wie könnte ich mit jemandem befreundet sein der eine Partei wählt die manche dieser Gruppen hasst verachtet od ganz weg haben will.

Fakt

Ja, weil keinen Bock auf Naz*s.

Verständlich

Ja, das ist mir wichtig. Es muss jetzt nicht die selbe Partei sein, die ich wähle. Ob es jetzt die Grünen, die Linke, die SPD, ÖDP ist, ist mir wurst. Aber nicht die AfD. Auch keine MAGA Fans. Oder welche, die finden die Ukraine soll doch jetzt endlich mal nachgeben.

Schön gesagt

Ja, weil man über Menschenrechte nicht verhandeln kann. Wir können gerne unterschiedliche Meinungen haben, zu Lieblingsfarben, welches Essen lecker ist, und ob du lieber schwimmen, zocken oder wandern willst, aber wenn du gegen meine Existenz oder die meiner Liebsten bist, dann bist du kein*e Freund*in sondern eine aktive Gefahr für meine Liebsten.

Richtige Einstellung, nicht wahr?

Ja, ist es. Wobei ich prinzipiell alle Standpunkte demokratischer Parteigänger akzeptiere - und diese gern auch als „Gegengewicht“ zu meiner Bias begrüße. Bei Sondengängern der AfD breche ich jedoch jede Verbindung kategorisch ab. Das sind Neonazis, die ich gerade als Deutscher nicht akzeptieren kann.

Darf man nicht vergessen

Ich würde dabei noch erweitern das hinter einer politischen Einstellung ja auch gewisse Werte stehen. Und diese Werte müssen halt schon irgendwie zusammen passen

Oh, oh …

Ja, sehr wichtig. Der Freund meiner Schwiegermutter ist NSAFD Fanboy und es kostet mich meine volle Überwindung, mit ihm am selben Tisch zu sitzen und zu tolerieren, dass sie mit ihm zusammen ist. Im Freundeskreis brauche ich das dann definitiv nicht!

Sorgt auf jeden Fall für Diskussionen

Natürlich ist das wichtig. Nachdem viele sich plötzlich fremdenfeindlich äußern, ist mein Bekanntenkreis geschrumpft. Hab kein bock auf Menschen, die menschenverachtende Ideologien bejubeln und sich für privilegiert halten, weil sie durch Zufall hier geboren wurden und nicht flüchten müssen, warum auch immer.

Und das funktioniert?

Nein soll jeder wählen was er/sie will. Ich hab anarchos, Punks, metaler, und auch rechte in meinem Freundeskreis.

Wie lässt sich das mit den eigenen Werten vereinbaren?

Nein, die ist mir nicht wichtig. Ich weiß, dass einige meiner engsten Freunde komplett konträre Ansichten zu der meinigen haben, wir akzeptieren und tolerieren dies einfach. Freundschaft ist für mich wichtiger wie politische Ansichten.
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