Sollen Kinder wirklich alles selbst entscheiden? Jein!

Ausdrucksstarke Collage zum Thema Kindererziehung und Grenzen setzen: Eine ernst blickende Mutter in Schwarz-Weiß formt mit ihren Händen eine deutliche, ablehnende Kreuz-Geste (Stopp/Nein). Sie trägt ein leuchtend pinkes T-Shirt. Ihr gegenüber sitzt ein kleines Mädchen in Schwarz-Weiß, das ein knallpinkes Kuscheltier fest im Arm hält und aufmerksam zur Mutter schaut. Das Pop-Art-Motiv vor einem blau-violetten Wellen-Hintergrund visualisiert prägnant das Setzen von elterlichen Grenzen und die vieldiskutierte Frage, ob eine Familie demokratisch funktionieren kann oder nicht.
brizmaker, Adobe Stock / Twitterperlen Illustration

Es gibt Themen, da hat einfach jede*r eine Meinung zu. Und zwar meist direkt mehrere. Fragt man fünf unterschiedliche Menschen, so bekommt man zehn verschiedene Antworten. Mindestens! Die Kindererziehung ist ein solches Themenfeld … oder seien wir ehrlich und sagen lieber Minenfeld. Klar, das bisschen Erziehung kann doch so schwer nicht sein. Und früher haben wir das ja sowieso ganz anders gemacht. In der guten, alten Zeit – wer kennt sie nicht.

Bei Threads-Userin @iremmsyr geht es in der heutigen Eltern-Diskussion um das Fällen von Entscheidungen. Dazu eines vorneweg: Kinder sind die Bestimmer. Immer und überall. Punkt, Aus, Ende. Zumindest dann, wenn es darum geht, wann Mama und/oder Papa mal wieder etwas Schlaf bekommen, was bei so manchem Nachwuchs einem größeren Lottogewinn gleichkommt. Oder auch nur klitzekleine Ruhepausen vom allgemeinen Familienwahnsinn. Meist reichen dabei ja schon ein paar wenige Minuten aus, doch selbst um die muss man als Elternteil kämpfen wie um einen Krippenplatz in der Großstadt. Völlig richtig, wir reden an dieser Stelle natürlich von unfairen Mitteln und unterhalb der Gürtellinie.

Im Leben von Kindern und Eltern sind jedoch auch zahlreiche Entscheidungen zu fällen, die nicht unbedingt naturgemäß in den Zuständigkeitsbereich des lieben Nachwuchses fallen. Oder etwa doch? Dass sich darüber (glücklicherweise?) trefflich streiten lässt, zeigen die folgenden Auffassungen und Standpunkte.

Ganz klar: Oma und Opa sind in diesem Beispiel die Opposition

Ich finde es faszinierend, wie manche sagen: „Mein Kind entscheidet alles selbst.“ Wenn mein Kind alles entscheiden würde, wären wir finanziell ruiniert, komplett übermüdet, hätten Diabetes und wahrscheinlich ein Pony im Wohnzimmer. Nein, ich bin nicht die Demokratie. Ich bin die Regierung.

Zoo und nicht anders

Wir hätten eine Giraffe, Schafe, ne Kuh, eine. Hummer, eine Königskrabbe, mindestens 4 Hunde, wurden in einer Villa leben und uns von Nudeln ernähren. Warte das klingt gar nicht so schlecht 🤔

Aww, wie süß!

Wenn mein Sohn entscheiden könnte, hätte wir zu Hause Vogelspinnen ohne Ende.... 😭😭😭😭

Es gibt solche Entscheidungen und es gibt solche Entscheidungen

Habs so sehr gehasst Kind zu sein, weil ich nie mitentscheiden durfte. „Ich bin erwachsen, du bist Kind, ICH entscheide.“ Bis heute unvergessen. Und natürlich darfs nicht entscheiden dass wir 6 Riesen-Kuscheltiere kaufen oder uns ausschließlich von Keksen ernähren. Aber ob es den gelben oder den roten Pullover trägt. Ob wir heute Auflauf oder Suppe essen wollen. Ob wir erst den Geschirrspüler ausräumen oder die Wäsche waschen wollen. Das sind Dinge, die mir egal sind.

Mit Terroristen verhandelt man schließlich nicht …

Manches ist nicht verhandelbar, ich treffe Entscheidungen zum Wohl meines Kindes. Wenn es durch Müdigkeit, Hunger oder Frustration nicht in der Lage ist eine Entscheidung zu treffen, erkenne ich das als Elternteil direkt und treffe die Entscheidungen natürlich selbst. Aber für mich irrelevante Entscheidungen zwischen A, B und C lasse ich ein gut gelauntes Kind selbst treffen. Alle sind zufrieden.

Klingt irgendwie verdächtig nach Revolution

Und wir sind die Demokratie. (Ist übrigens eihe Regierungsform, just fyi). Unser Kind darf seit jeher gleichberechtigt mitentscheiden, im Rahmen seiner altersadäquaten Fähigkeiten. Magst du verurteilen, klar. Aber wir wollen kein Kind, das unterdrücktcwzrd, gehorchen muss und kein Recht auf seine eigene Meinung hat

So kennt man das ja auch aus zahlreichen Ehen

Es geht ja nicht darum, dem Kind gar nichts entscheiden zu lassen – sondern ihm Verantwortung altersgerecht beizubringen. Viele verwechseln das. Die Kinder glauben, es entscheidet alles selbst … dabei darf es einfach zwischen zwei Optionen wählen, die wir längst ausgesucht haben. 😂 Am Ende macht es also schon das, was wir für richtig halten – nur mit dem Gefühl, selbst entschieden zu haben. Und konsequent zu sein und Disziplin beizubringen gehört nun mal auch zur Erziehung, das vergessen viele..

Wir (zumindest auf dem Papier) Erwachsene fühlen das!

Ich finde es spannend, dass mich meine Grundschüler immer öfter auffordern, doch einfach alleine zu entscheiden. Viele werden ständig um ihre Meinung und zu dem, was sie möchten, gefragt. Unsere Schule hat Demokratie und Mitbestimmung im Schulkonzept stehen. Habe den Eindruck, dass es den Kindern manchmal zu viel wird.

Der Begriff "Quengelware" kommt ja nicht von ungefähr

Und dann wundern sie sich, wenn es in Kita und Schule nur Stress mit ihren liebreizenden Kindern gibt, weil diese nie gelernt haben, dass jemand anderes die Regeln macht und sie nicht Prinz/Prinzessin sind, denen dort alles erlaubt und hinterher getragen wird. Hab ich als Lehrerin sehr häufig die Situation. Hab auch schon mal im Supermarkt ne Mutter gehabt, deren Sohn da rum randalierte und sie meinte, er kommt ja bald zur Schule, da wird er dann erzogen. Hab dann gesagt, die Erziehung wäre ihr
Job und nicht meiner. Wir sollten ihm Bildung vermitteln und nicht Grundlagenerziehung. Die hat ne Fresse gezogen, ihr Kind gepackt und den Laden verlassen.

Funktioniert bei uns bis heute nicht

Es kommt halt extrem drauf an. Auf die Situation und das Kind. Mein Kind entscheidet z.B. selbst über den Süßigkeitenkonsum und ist da wirklich sehr moderat und vernünftig. Hätte mit mir früher niemals funktioniert….

Pippi, bist du es? Wir fragen für unseren Freund Tommy

Ihr habt KEIN Pony im Wohnzimmer? Was stimmt mit euch nicht? 🐴🍀

Bis zu einer Entscheidung ist selbst die Bärchenwurst grün angelaufen …

Bitte zu Hause erziehen wie ihr wollt. Außer Haus gibt es Menschen, die ein eigenes Leben haben & nicht warten können, bis das Kind seine Entscheidungen getroffen hat. Gestern erst an der Wursttheke. Kind darf sich den Aufschnitt aussuchen. Die FFVKin und der Rest der Schlange waren kurz davor die Entscheidung für die Familie zu treffen. Ich hab dann auch was gesagt, weil das ging zu weit. Mutti war leicht irritiert, dass ich kein Verständnis für ihre bedürfnisorientierte Erziehung hatte.

Liebe Eltern: Können wir uns am Ende darauf einigen?

Bin Erzieherin, deswegen ist es wichtig zwischen Must do und can do Entscheidungen zu unterscheiden! Kind kann entscheiden was es anzieht-> can do. Kind kann entscheiden wie Zähne geputzt werden, nicht OB-> Must do. Zu viele Eltern verwechseln bedürfnisorientierte Erziehung mit laissez-faire
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