
In diesem Beitrag geht es um ein Phänomen, das viele Väter betrifft : die Kritik an ihnen im Alltag, in den Medien und Gesprächen.
Manchmal entsteht der Eindruck, dass Väter in der modernen Gesellschaft ein besonders beliebtes Ziel für Kritik sind. Denn zwischen all den Ratgebern, Eltern-Blogs und Kaffeekränzchen kursieren immer wieder dieselben Geschichten: Männer, die alles falsch machen, die keinen Plan haben und die an den einfachsten Aufgaben scheitern. Es sind kleine Anekdoten, die beiläufig erzählt werden, und sich so zu einem Bild summieren, das sich hartnäckig in unserer Gesellschaft hält. Gleichzeitig wird jede Leistung, jede Anstrengung schnell übersehen.
Wer genau hinschaut, merkt schnell, dass hinter diesen Geschichten nicht nur Kritik steckt, sondern auch ein tiefsitzendes Narrativ über Rollenbilder, Erwartungen und Machtverhältnisse in der Familie. Das beobachtet auch der User, der sein Problem im Netz schildert.
Ich fange direkt mal an.
Seit 5 Monaten bin ich zum ersten mal Papa geworden. Und schon muss ich mal Dampf ablassen über ein Thema, das ich schon eine Weile beobachte- sogar schon vor meines Dasein als Papa: das Papa (Mann)-Bashing . Die generelle dargestellte und heiß diskutierte Unfähigkeit aller Väter, dargetsellt einer bestimmten Art Mutter. Was zur Hölle ist das für ein kontraproduktives herziehen beim wöchentlichen Kaffeeklatsch?! — 1/2
Männer machen alles falsch, haben einen Plan von nichts und sind gerade so in der Lage zu atmen. So wird aus dem von Blümchenkleid-tragenden Jessicas und Melissas beim Küchentisch-Cappuccino ein doch irgendwie recht tiefgreifendes Thema, finde ich. Hat da jemand schonmal Erfahrung mit gemacht? Bestätigt sich mein Vorurteil von hobbylosen Frauen deren big topic es ist, den eigenen Mann und Vater als „ach so Unfähig“ darzustellen? — 2/2
Kommentare & Reaktionen:
Gibt es wirklich Mütter, die nichts Besseres zu tun haben, als ständig böse über ihre Männer herzuziehen? Klar, nicht alle Väter passen in dieses Bild, und selbstverständlich gibt es auch Ausnahmen von Vätern, die wirklich kaum etwas auf die Reihe kriegen. Aber wie häufig tauchen solche Geschichten auf und was steckt eigentlich dahinter? In den Kommentaren haben andere Userinnen und User ihre Erfahrungen geteilt. Klar ist, dass das Thema spaltet und zum Nachdenken anregt.
Dabei könnte es so schön sein
Sie reden sowieso
So lange ich es nicht mitkriege, können sie über mich sagen was sie wollen. Seit ca. 5 Jahren bin ich alleinerziehender Witwer von Dreien und kriege immer nur mit, wie toll ich das mache und wie bewundernswert etc. pp. Das ist Quatsch, weil ich nix anders mache (vermutlich nur „unordentlicher“) als alleinerziehende Frauen bzw. ich mache nichts anderes als vor meiner Zeit als Witwer – nur eben jetzt häufiger. Warum dann das geheuchelte Lob? Weil ich ein Mann bin und mir das deshalb so keine zugetraut hätte? Ein vergiftetes, sexistisches Lob letzthin.
Ich will aber nicht wissen, wie dann vielleicht doch hinter meinem Rücken gelästert wird. Letztlich egal, weil diese Leute keinen Einfluss auf unser Leben haben.
Schwarze Schafe gibt es überall
Es wird doch immer gelästert: Mütter, Väter, kinderlose, Schwiegereltern….
Auch bei Männern gilt: Es gibt halt alles. Mein Mann ist ein toller Papa, der vieles anders macht als ich. Aber das Grundlegende passt gut zusammen. Ich bin sehr glücklich so und muss nicht lästern.
Aber zwei Freundinnen von mir können einem nur leid tun. Einer findet Körperflüssigkeiten eklig: kein Windelwechseln, mit aufs Klo gehen, Wäsche waschen geht auch nicht und das Kind füttern ist eklig genauso Pflaster auf Wunden machen. Was willst du dazu noch sagen? Der andere hat schlicht keine Zeit und wenig Interesse an den Kindern.
Ich kann schon verstehen, dass sie sich darüber auslassen. Das ist halt auch anstrengend.
Gibt es leider noch zu oft
Meine Erfahrung als frischer Papa war eher, dass die Messlatte ziemlich weit unten ist und man für alles gefeiert wird, was normal sein sollte.
Ich war als einziger Mann im Babytreff mit unserer neugeborenen Tochter. Das war noch ein Jahr später Gesprächsthema Nummer 1, wenn meine Frau zum Yoga gegangen ist.
Ich konnte in der Krabbelgruppe alle Kinderlieder mitsingen. Meine Frau wurde mehrfach darauf angesprochen wie toll das doch ist.
Als meine Tochter 7 Monate alt war, habe ich alleine mit ihr eine Woche Urlaub gemacht. Das war mind-blowing für die anderen Mütter.
Ich bekomme eher mit, dass sich die meisten Väter wenig einbringen, aber abgefeiert werden, wenn sie dann doch mal abends ein Buch mit den Kleinen lesen. Meine Frau trifft sich regelmässig mit den Mädels aus der ehemaligen Babygruppe ohne Kinder und hat noch nie erzählt, dass über Väter hergezogen wurde.
Auch wieder wahr
Manche Männer stellen sich hald wirklich blöd an und sind frustrierend. Wenn mir mein Mann erklärt dass er kein Fläschchen kochen kann weil er das noch nie gemacht hat (ich auch nicht) und es nicht nach Anleitung probieren will weil es zu kompliziert ist frag ich mich auch wie er so alt werden konnte. Als ob ich instinktiv Fläschen kochen könnt weil ich Mama bin.
Wenn ich mit niemandem drüber reden könnt würd ich durchdrehen, ich mein dafür hat man doch Freundinnen, das man Luft ablässt und über Sachen redet die einen beschäftigen und nicht nur darüber wie toll und nett doch das ganze Leben ist. Wenn du sagst die andern dürfen nicht mehr über ihre Probleme reden weil dich das Thema stört, hilft das auch niemandem.
Fair point
Eine Seltenheit
Amen
This!
Es gibt halt leider einen nicht geringen Anteil von Männern, die dieses Vorurteil begründen. Sachen wie ‚weaponized incompetence‘ sind da ganz vorne am Start und gerade in älteren Generationen weit verbreitet. (Bspw. nicht zu wissen wo das Geschirr eingeräumt wird nach 20 Jahren gemeinsamen Haushalt) Aber natürlich darf man das nicht verallgemeinern, da bin ich ganz bei dir.
Man ist schließlich ein Team
Fazit:
Am Ende zeigt sich: Vaterrollen sind komplexer, als viele Klischees vermuten lassen. Doch ein offener Blick auf Erfahrungen und Perspektiven hilft, Vorurteile zu hinterfragen und vielleicht den ein oder anderen Papa etwas entspannter atmen zu lassen.
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