
Wir wachsen alle mit unterschiedlichen Standards, einem unterschiedlichen Wohlstand und vor allem unterschiedlichen Einstellungen gegenüber Geld auf. Die einen sparen jeden Cent und überlegen fünfmal, ob diese eine Anschaffung jetzt wirklich sein muss. Und den anderen fällt es schwer, nicht für jeden noch so kleinen Blödsinn Geld auszugeben. Und irgendwo hat das natürlich auch mit unserer Erziehung und der Beziehung zu tun, die wir dadurch zu Geld entwickeln. Müssen wir mit 16 selbst arbeiten gehen, um uns den Urlaub zu finanzieren? Oder wird uns alles, was wir wollen, von unseren Eltern bezahlt?
Egal wie: Früher oder später müssen wir wohl alle auf eigenen Beinen stehen. Doch was passiert, wenn man genau das nie gelernt hat? Wenn man nie ein Gefühl dafür entwickeln musste, was Geld wert ist und was das Leben da draußen eigentlich alles kostet? Genau so eine Situation hat eine Reddit-Userin. Doch wer kann hier am Ende wirklich zur Verantwortung gezogen werden: die Eltern, die Kinder oder vielleicht beide? Lest selbst!
Sie sind Scheidungskinder und viele Jahre haben die Eltern ihnen einfach alles gekauft, was sie wollten. Taschengeld haben sie generell nicht regelmäßig bekommen, es war eher ein „Mama, ich will das kaufen. Kann ich das Geld haben?“ Die Großeltern haben jeden Großurlaub bezahlt, selbstverständlich immer All-In. Gekocht haben weder Mama noch Papa, also wurde entweder ins Restaurant gegangen oder etwas bestellt.
— 2/9
Die Jungs haben sich in ihrem gesamten Leben nie mit Geld auseinandergesetzt. Das rächt sich jetzt und es zeigt sich schon, wie mein Mann und ich das ausbaden werden, weil wir ab September die nächsten Ansprechpartner sind. Wir hätten eine super Wohnung vermitteln können, die nah an der Uni ist, relativ neu, gut ausgestattet und dazu noch echt gut bezahlbar.
— 3/9
Da stellt sich mir aber die Frage: Wer kann dafür verantwortlich gemacht werden? Die Eltern, weil sie ihren Kindern zwar ein luxuriöses Leben bieten, ihnen aber nicht mit auf den Weg geben, dass eben nicht alles selbstverständlich ist und das Geld nicht auf Bäumen wächst? Oder die Kinder, weil sie vielleicht irgendwann alt genug sind, selbst zu hinterfragen, ob wirklich alles selbstverständlich ist und ob man jeden Wunsch einfach erfüllt bekommen muss? Schauen wir mal weiter …
September wollen sie herziehen, um die Stadt kennenzulernen, haben aber immer noch keine Wohnung. Wir haben jetzt angeboten, dass sie überbrückend bei uns wohnen können, wir das aber nicht ewig leisten können und wollen. Die Jungs haben das Angebot jetzt erstmal angenommen und hoffen, bald eine passende Wohnung zu finden.
— 6/9
Als wir zuletzt mit ihnen geredet haben, haben sie schon gefragt, wo wir so abends essen gehen und was man in der Stadt so bestellen kann. Wir haben ihnen erklärt, dass wir meistens selber kochen. Als wir erzählt haben, dass man zu zweit schon schnell 30€ oder mehr los ist, waren sie erstmal baff. Kochen lernen wollen sie aber nicht, weil das entspricht ja nicht ihrem Anspruch.
— 7/9
Also wollen sie doch die billige Wohnung – die natürlich mittlerweile schon neu vermietet ist. Die Jungs waren total beleidigt, dass die Wohnung nicht freigehalten wurde und bestehen nun darauf, komplett bei uns wohnen zu dürfen. Wir haben ihnen ein Limit von 2 Monaten gegeben, dann müssen sie entweder raus oder Miete zahlen.
— 8/9
Ich finde, hier kann man den Jungs nur bedingt einen Vorwurf machen. Wer 19 Jahre lang vermittelt bekommt, dass Geld einfach da ist und Wünsche irgendwie erfüllt werden, entwickelt eben schwer über Nacht ein realistisches Verhältnis dazu. Aber mit 19 darf man langsam anfangen, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen – und vielleicht ist genau dieses kalte Wasser jetzt die Lektion, die bisher gefehlt hat. Die Verantwortung dafür bei Onkel und Tante abzuladen, ist jedenfalls keine Lösung.
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