Kinomitarbeiterin bleibt hart, dann wird der Vater laut

Humorvolle Collage zum Thema Kino-Drama mit Kindern: In der Mitte weint ein kleines Kind in Schwarz-Weiß bitterlich. Es trägt eine leuchtend lila Strickjacke und hält einen klassischen rot-weiß gestreiften Popcorn-Becher in der Hand. Links beobachtet eine Frau im karierten Hemd die Szene skeptisch, während rechts ein genervt blickender Mann in einem knallpinken Hemd steht. Das Pop-Art-Motiv vor einem blau-violetten Wellen-Hintergrund visualisiert humorvoll das absolute Gefühlschaos und den elterlichen Frust, wenn der Kinobesuch an der FSK-Freigabe scheitert.
Yuliia, Olha Tsiplyar, Adobe Stock / Twitterperlen Illustration

Als Vater hat man es gar nicht immer so leicht. Es gibt zu viele Erwartungen, die erfüllt werden wollen. Die der Kinder, der Partnerin, der Schwiegereltern und natürlich der Gesellschaft. Wie also schafft man diesen Balanceakt, ohne dabei komplett den Kopf zu verlieren? Jetzt schaut ihr mich so an, als ob ich eine Ahnung davon hätte! Nein, entschuldigt, aber das müsst ihr schon alleine herausfinden (Ihr dürft es mir danach gerne erzählen).

Auch in der heutigen Geschichte geht es um einen Vater. Der will mit seinem noch nicht ganz sechsjährigen Kind in eine Kinovorstellung, die erst ab dem sechsten Lebensjahr freigegeben ist. Und hier beginnt auch schon das Drama. Denn er hat die Rechnung ohne die gewissenhafte Kinomitarbeiterin gemacht. Ob diese übertrieben streng oder alternativlos gehandelt hat und wie der Vater sich in der Situation verhalten hat, all das erfahrt ihr in der nun folgenden Geschichte von Threads-Userin @s_pumpkin.

Wie alles begann …

Vorhin im Kino: Vater von drei Kindern macht ein riesen Theater. Und warum? Vor dem Einlass wurde der Vater gefragt, ob alle drei Kinder mindestens 6Jahre sind. Der Film ist schließlich mit FSK 6 angegeben. Er hat wohl wahrheitsgemäß geantwortet, dass dem nicht so sei und ihn wurde der Einlass verweigert. Auf die Erklärung der Mitarbeiterin, dass sie sich an das Gesetz halten muss, war dem Vater egal. Das Kind weint fast, auch dies ist die Schuld der Mitarbeiterin!

Die Mitarbeiterin blieb ruhig, erklärte dem Vater, dass sie sich nun Mal an Regeln halten muss. Das, wenn es zu einer Kontrolle kommt, das Kino eine Strafe erhält und wahrscheinlich vorläufig schließen muss. Der Vater wurde immer lauter. Die Mitarbeiterin macht ja schließlich den schönen Kinotag kaputt. Klar, sie ist Schuld, weil du nicht richtig lesen kannst und sie deswegen ihren Job nicht riskieren will!

Kurz mal ein paar Hintergrundinfos

Es geht hier nicht um die FSK. Es geht um § 11 des Jugendschutzgesetzes. Dieses Gesetz verweist zur Altersfreigabe auf die FSK - nicht umgekehrt. Grundlage ist das Gesetz, nicht irgendeine Diskussion über die FSK. Kinobetreiber sind verpflichtet, die Altersfreigaben umzusetzen. Tun sie das nicht, droht ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro. Das ist keine Meinungssache, sondern eine klare gesetzliche Vorgabe. Punkt.

Ist das wirklich wahr? Oder tut man ihm Unrecht …

Das ist manchmal die Methode von Billo-Vätern um Geld zu sparen ala "Ich, Supervatti, wollte euch mit ins Kino nehmen, aber die böse böse böse Ticketverkäuferin hat mich nicht gelassen..."

So hätte man das auch lösen können

Wir wussten das vor einigen Jahren auch nicht und unser jüngster (damals 5 Jahre und 10 Monate alt • ) konnte den Super Mario Film nicht im Kino sehen…...war natürlich ein Kleiner Weltuntergang. Aber es ging halt leider nicht anders....Papa ist dann mit dem Großen in den Film, der kleine hat zum Trost vom Ticketmenschen eine Tüte Popcorn bekommen und wir sind dann zusammen derweil durch die Stadt gezogen und haben ganz viel gemacht. Er hat es überlebt

Fällt das unter Notlüge?

ACH DU HEILIGE SCHEIßE!, rania. bloomingflowers Tja, mein Vater hat sich damals zu mir umgedreht und hat gesagt "Wenn dich jemand fragt, du bist 7." So geht's halt auch.

Das wäre wohl ehrlicher gewesen

"Schau' mal, Kleiner: Mir tut es auch sehr leid. Aber Dein Papa kann noch nicht lesen."

Irgendwo muss man ja die Grenze setzen, oder?

5 Jahre, 11 Monate und 30 Tage alt darf nicht in den Film, aber einen Tag später schon? Welchen Sinn macht das von der Entwicklung des Kindes? Ein Glück, dass manche Kinos es nicht ganz so genau nehmen und auf die Eltern vertrauen.

Wie hättet ihr entschieden?

Solche Diskussionen hatte ich so oft, als ich im Kino gearbeitet habe. Einmal hat ein Junge vor mir angefangen zu weinen und sein erwachsener Bruder wollte dann dass ich Mitleid habe. Meine Antwort war: "Es tut mir leid, aber ich bringe lieber ein Kind zum weinen als meinen Job zu verlieren.'

Die Schuldfrage ist zweifellos geklärt

Der Vater hätte sich vorab informieren können. Oder aber er hätte zu seinem Kind sowas sagen können wie "oh da habe ich nicht dran gedacht, das ist natürlich schade, vielleicht gehen wir stattdessen ein Eis essen?" Es ist NICHT die Schuld der Mitarbeiterin, sie hat vollkommen korrekt gehandelt

Dieser Irrtum wurde wohl am häufigsten genannt …

Nur hat die Mitarbeiterin Unrecht :D die gesetzliche harte Grenze gilt erst ab 16. Das Kind hätte mit Elternteil auch in den Film ab 12 Jahren gehen dürfen

… und widerlegt

Nein, sie hat recht. Diese Ausnahme in Begleitung der Eltern gibt es nur bei FSK 12 - grüße von einer ehemaligen Kinomitarbeiterin 74

So nämlich

Ich wusste das tatsächlich auch nicht und war auch enttäuscht, weil mein Kind 5,5 war und wir den Film nicht besuchen konnten, den er unbedingt sehen wollte. Aber ich habs vorher gemerkt, weil es auf der Ticketbuchungsseite dick und fett dran stand. Und vor allem hätte ich dann auch vor Ort den Mitarbeitenden keinen Vorwurf gemacht - die haben die Regeln ja nicht aufgestellt.
NEWSLETTER

Die Perle des Tages – jeden Tag per Mail!

SCHLIESSEN
Artikel Teilen