„Ist doch nur ein Film …“ Wenn Kinder im Kino Angst bekommen

Humorvolle Pop-Art Collage: Großvater schützt seine ängstliche Enkelin im Kino vor einer Grusel-Szene. Ein Schwarz-Weiß-Foto des Paares mit einer farbigen Popcorn-Tüte vor einem blau-violett gestreiften Hintergrund. Icons von einem Geist und Fragezeichen symbolisieren Kinderangst und die Fiktion von Kinderfilmen.
bernardbodo, Adobe Stock / Twitterperlen Illustration

Ich liebe Filme. Ich starte ihn und binnen weniger Sekunden versetzen mich die zauberhaften Bilder in eine komplett andere Welt. Ist ein Film gut, kann es sein, dass ich sogar für ein paar Stunden mein Handy und alles andere um mich herum vergesse. Und dann diese Emotionen! Lachen, Weinen, Mitfiebern und hoffentlich die Erleichterung, wenn der Film ein Happy End hat. Ich als Erwachsener bin danach oft emotional vollkommen platt und leer.

Jetzt stellt euch mal vor, wie das für Kinder ist, die einen Film schauen. Denn laut einer Studie können Kinder ab acht Jahren „größtenteils“ unterscheiden, was Fiktion und was Realität ist. Betrachtet man mit dieser Aussage im Hinterkopf die Filme, die gerade für das Alter 0-3 Jahre gemacht werden, so kann einem schon anders werden. So zum Beispiel bei dem Film „Der kleine Eisbär“, der rund um den Nordpol verschiedene Abenteuer erlebt. Eben diesen Film hat sich Threads-Userin @mymelody284 angeschaut und was sie dort im Zuschauerraum erlebt hat, lässt uns schon mehr als nachdenklich zurück.

Ich war mit meiner Tochter im Kino, Kindervorstellung. Neben uns ein älteres Paar mit Kind, ca. 3 Jahre alt, vermutlich Oma und Opa. Es läuft "Der kleine Eisbär". Film fängt an, nach zwei Minuten sagt das Kind: "Ich hab Angst." Ignoranz. Kurz darauf erneut "Ich hab Angst." Opa: "Warum denn, das ist doch nur ein Film." Kind beginnt sich zu verstecken "Ich hab Angst." Oma nimmt das Kind auf den Schoß. Drei Minuten Ruhe, dann geht es weiter. Oma redet auf das Kind ein, Opa mampft Popcorn.

Ich verstehe es nicht. Wie kann man ein Kind so ignorieren, klar geäußerte Gefühle wegschieben, Hilfsangebote erst machen und dann nicht umsetzen? Das Kind war eindeutig zu klein fürs Kino, schade, natürlich, aber dann versucht man es in einem Jahr eben noch einmal. Ich saß da und schwankte zwischen "Sie wissen was sie tun, sie kennen das Kind besser als du" und "Himmel, jetzt geht doch endlich!"

Ich verstehe es nicht. Wie kann man ein Kind so ignorieren, klar geäußerte Gefühle wegschieben, Hilfsangebote erst machen und dann nicht umsetzen? Das Kind war eindeutig zu klein fürs Kino, schade, natürlich, aber dann versucht man es in einem Jahr eben noch einmal. Ich saß da und schwankte zwischen "Sie wissen was sie tun, sie kennen das Kind besser als du" und "Himmel, jetzt geht doch endlich!"

Empathie wäre hier hilfreicher

"ABeR dU haSt doCH gESagT dU möChtEsT iNs KiNO MiT OmA uND OPa uND dle KaRTEn hABen WİR jA aUcH scHoN beZaHLt!!!"

Nehmt die Ängste eurer Kinder ernst

Ich würde so gerne wissen, wie die Eltern damit umgehen bzw. ob sie das überhaupt wissen. Wenn Kinder mit drei schon so klar sagen können, wie sie fühlen, legen die die Eltern wahrscheinlich viel Wert auf eine zugewandte Erziehung. Es würde mich zerreißen, wenn die Angst meines Kindes so wenig ernst genommen wird.

Waren das andere Zeiten?

Ich war damals mit meinem Papa im Kino in „Der Glöckner von Noter Dame". Neben uns Eltern mit einem auch so 3-4 Jährigen. Das Kind hatte solche Angst und hat nur geweint. Eltern haben es ignoriert und gelacht. Erst in der Pause hat dann ein Kino Mitarbeiter gesagt „Vielleicht sollten sie gehen. Sie stören die anderen Besucher"

So wird's gemacht

Ich kann mich noch gut an meinen ersten Kinobesuch erinnern. Ich war 8 jahre alt, also schon "alt" fürs erste mal Kino, aber hatte richtig angst bekommen. Ich hatte irgendwie nicht damit gerechnet, dass es so dunkel und laut ist. Mein Papa und ich sind dann nach ca 30min gegangen und haben uns stattdessen einen film von der Videothek ausgeliehen und gemütlich zuhause angeschaut. Keine Diskussion, kein "aber die Karten warn teuer", er hat einfach zugehört:)

Sprachlos …

Furchtbar! Ich hatte mal eine ähnliche Situation im Musical von König der Löwen. Eltern mit Kind, maximal drei Jahre alt. Zuerst einmal haben sie um Geld zu sparen drei Sitzplätze HINTEReinander gebucht - das Paar, das neben dem ängstlichen Kind saß, hatte dann Mitleid und einer von beiden hat seinen (teureren) Sitzplatz mit der Mutter getauscht. Als es dann losging, war es dem Kind nach zehn Minuten langweilig, worauf es auch deutlich hinwies. Es wurde nicht wirklich darauf reagiert.

Alles zu seiner Zeit

Wir waren schon 2x im Kino (Zoomania & Bibi und Tina) und 1x im Planetarium zu einer Kindershow. Beides aber auch erst seitdem mein Sohn 5 Jahre alt ist. Vorher wäre das viel zu viel gewesen und auch jetzt wird ganz entspannt auf den Kinobesuch vorbereitet, eher unbesuchte Vorstellungen gewählt unter der Woche o.ä Und so klappt es bei uns ganz gut. Wobei er bei den Liedern immer aufsteht und kurz mittanzt

Kinder sind wichtiger als Geld …

Ich war mit meiner Tochter und weiteren Familienmitgliedern im Eiskönigin-Musical in Hamburg. Ewig drauf gespart, statt Geschenken nur Geld gewünscht um das leisten zu können etc. Und dann bekam sie mittendrin Angst. Kurz habe ich versucht, sie so zu beruhigen, letztendlich mussten wir aber raus. Ich war ziemlich traurig und sie nur trocken: „Tja Mama. So ist das halt, wenn man Kinder hat." draußen ein bisschen von der Musik hören können .

Manchmal ist es einfach zu früh

Mit meinem Ältesten erlebt. Er war 5 Jahre alt. Lars, der Eisbär, auf DVD geguckt, keine Ahnung mehr, welcher Film, ist lange her. 10min nach Filmbeginn ist Lars allein auf einer Eisscholle. Und mein Kind fängt an zu weinen und zu brüllen: „seine Mama soll wiederkommen" und hat sich nicht mehr einbekommen. Aldo Film aus (nie zu Ende geguckt =), Kind getröstet, erklärt, daß die Mama wiederkommt und alles gut wird. Er war halt noch nicht soweit. Heute kein Thema mehr.

Es kann auch ganz einfach sein

Ich war mit meinen Eltern in Feivel der Mauswanderer. Als die Maus über Bord ging, hab ich angefangen zu heulen, selbst als die Maus in Sicherheit war, blieben die Schleusen offen. Meine Eltern haben mit mir den Saal verlassen. Problem gelöst, ich hab mich dann auch irgendwann beruhigt 1

So nimmt man die Ängste der Kinder ernst

Als Frozen so groß war und mein Kind unbedingt den 2. Teil gucken wollte, hab ich den vorher ohne sie geguckt um zu gucken , wie gruselig (für Kinder) es ist und wie die Atmosphäre ist. Filme müssen keine Horrorfilme sein um Kindern Angst zu machen. Ich hab dadurch auch gewusst wann evtl kritische Stellen kamen. Ich glaube aber auch das sie 5 war (oder so?) und ich wir haben aus gemacht, dass wir immer raus können ob für Pause oder gehen. Sie hat es super gemacht mit Elsa Kostüm

Aus der Kategorie: "Gut gemeint"

Da unser 4jahriger schon beim Fernsehen so reagiert, würde ich nicht mal auf den Gedanken kommen, mit ihm ins Kino zu gehen. Wahrscheinlich haben die Großeltern das Kind doch nicht so gut gekannt und wollten ihm was gutes Tun. bei seinen Worten, haben sie sich gedacht: "Das Kind kriegt sich wieder ein." Aber ich sehe es auch so. Sobald so eine Aussage kommt, sollte man einfach gehen. Das bringt sonst niemanden etwas
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