Ich ließ mir freiwillig die Gebärmutter entfernen – und das Internet ist durchgedreht

Rifki Art Adobe Stock / Twitterperlen Illustration

Manchmal merkt man erst, wie stark gesellschaftliche Erwartungen auf einem lasten, wenn man vor Entscheidungen steht, die nicht dem klassischen Plan entsprechen. Threads-Userin @thats__kia erzählt von einer solchen Wahl, die sie mit Ende 20 getroffen hat. Es war eine Entscheidung, die sie für sich als richtig empfand, die jedoch sofort eine Welle von ungefragten Meinungen und Urteilen auslöste.

Damals waren Informationen noch schwer zu finden, die Ängste groß und die Stimmen laut. Wer sich in Foren und Gruppen umsah, auf der Suche nach Antworten und Unterstützung, stieß nicht selten auf Kommentare, die Angst machten, verurteilten oder die eigene Erfahrung kleinreden wollten. Die Geschichte von @thats__kia zeigt nicht nur, wie stark gesellschaftlicher Druck wirken kann, sondern auch wie wichtig es ist, sich selbst zu vertrauen, auf die eigenen Bedürfnisse zu hören und Wege zu finden, (trotz Gegenwind) die eigene Entscheidung zu leben. Aber lest am besten selbst!

Vor jetzt bald 11 Jahren habe ich mir mit Ende 20 und ohne Kinder zu haben die Gebärmutter entfernen lassen. Freiwillig. (Ja, es war unglaublich schwierig, einen Arzt zu finden, der das macht, selbst mit medizinischen Gründen). Und was hab ich damals für eine Stutenbissigkeit und ein Gegifte von Frauen erlebt. Damals hatte man noch nicht sonderlich viele Infos über so eine Operation ergoogeln können. Also bin ich auf Facebook in diverse Gruppen gegangen. Und da war wirklich die Hölle los. Sobald 1 / 5

diese Damen dort mitbekamen, dass ich das freiwillig machen lasse. Ohne Kinder zu haben, sind alle ausgerastet. Was wurde mir versucht, Angst zu machen. Horrorgeschichten wurde mir erzählt. Ich würde Inkontinent werden. Sofort altern und Falten bekommen. Nur hormonelle Probleme bekommen. (Es war von Anfang an klar, dass ich nur meine Gebärmutter entfernen lasse. Nicht meine Eierstöcke. Es hat also keinen Einfluss auf meine Hormone). Im Endeeffekt wurde ich sogar aus der Gruppe geschmissen, weil 2 / 5

thats__kia childfree by choice 6 Tage behauptet wurde ich würde ja lügen. Obwohl ich übrigens Fotos und ein Video (was dadurch aus so ziemlich jede gemacht hat) direkt nach der Operation aus dem OP Bett gepostet habe. Es wäre ja schließlich auch gar nicht möglich, dass es mir nach der OP direkt wieder so gut geht. Heute elf Jahre später habe ich übrigens weiterhin keine Probleme mit Blasenabsenkung oder Inkontinenz. Keine hormonellen Probleme. Ich bin nicht in den Wechseljahren. Und mir geht es wunderbar. Bis heute bin ich in 3 / 5

anderen Hysterektomie Gruppen auf Facebook. Bis heute kommen regelmäßig völlig verzweifelte Frauen aus der anderen Gruppe in diese Gruppen, weil ihnen Angst gemacht wurde vor dieser Operation. Ich finde es einfach nur widerwärtig, dass solche Frauen, bloß weil sie Komplexe haben, dass sie diese OP machen mussten, anderen Leuten einreden wollen das quasi ihr Leben vorbei wäre nach so einer Operation. Genau deswegen bin ich auch bis heute noch in den Gruppen, um je zu erzählen, wie super es mir 4 / 5

nach der Operation ging und bis heute geht. 10/10 ich würde diese Operation jederzeit wieder machen lassen. Das einzige was schade ist, dass ich diese Operation nicht gleich mit 18 habe machen lassen können. #hysterektomie 5 / 5

Kann man sich nicht ausdenken

spinx2015 6 Tage Ich habe mirit 36 die Gebärmutter entfernen lassen, weil ich ein riesiges Myom hatte. Das war 1986, und ich habe es keinen Tag bereut. Ich wollte nie Kinder und war froh, dass es so ohne Komplikationen ging. Kein Problem mit Verhütung mehr, keine Periode mehr, besser geht's nicht. Und lass dir nicht einreden, dass es "unnatürlich" ist. Wir Frauen haben jedes Recht, über unseren Körper selbst zu entscheiden. Abgesehen davon finde ich diese internalisierte Misogynie von Frauen fürchterlich.

Oh man

tanjaw0675 6 Tage Ich bin meine mit 32 quitt geworden, jetzt 19 Jahre her. Beste Entscheidung ever. Ich bin mit 24 Mama geworden, mein Sohn war ein Extrem Frühchen, ich habe die Geburt nur ganz knapp überlebt und trotzdem wollte mich kein Arzt danach sterilisiert, nach einem Jahr hab ich einen gefunden und dann kam später noch Endometriose dazu

Was geht da bitte ab?

Ich hatte mich vor der OP auch in diversen FB Gruppen angemeldet um mich zu informieren und auszutauschen. Wirklich hilfreich war nur eine Gruppe, bei den anderen waren so viele unterwegs, die die Hysterektomie als letzten Ausweg gesehen haben und meinten es wäre das schlimmste was einem als Frau passieren kann. Manche haben Kräutertee empfohlen gegen ihre Beschwerden, was besser wäre als die OP oder die Entfernung von Myomen. Die Meinung man würde sich danach niemals wieder als echte
elsterndame 6 Tage Frau fühlen war da allgegenwärtig, was einen sachlichen Austausch kaum möglich gemacht hat. Natürlich muss das jede Betroffene selbst abwägen und ich kann verstehen dass für manche der Verlust der Fruchtbarkeit schlimmer ist als für mich, trotzdem bin ich auch auf der Seite von denen, die sagen "ich bereue nichts". Mir ging es ebenfalls nach kurzer Zeit wieder gut, trotz Bauchschnitt. Natürlich ist das keine kleine OP und man sollte die Auswirkungen auf den Körper nicht unterschätzen, aber
Alles in allem war es -zumindest für mich- wirklich viel weniger schlimm als ich vorher befürchtet habe. Probleme mit der Blase hatte ich VOR der OP übrigens viel mehr. In jeder Hinsicht hat sich bei mir körperlich alles, was mit dem Unterleib zu tun hat verbessert.

Amen!

Das hört man leider viel zu häufig 🥴 Eine Freundin von mir hat ihre Gebärmutter mit Anfang 30 (kinderlos) entfernt bekommen und es klappte zum Glück direkt bei der 1. Klinik, die sie anfragte. Meine Gebärmutter kam auch mit Anfang 30 raus, war nach 3 Kindern/Sectios und Uterusruptur aber so kaputt, dass es quasi keine Option gab (es gab eine, die kam für mich aber nicht in Frage). Fand ich aber super, ohne geht's mir einfach so, so, so viel besser. Keiner sollte einem da reinreden dürfen.

Die Entscheidung sollte jede Frau selbst treffen können

Das Einzigste was ich bereue , nicht auf meinem Frauenarzt gehört zu haben um sie 5 Jahre früher zu entfenen .... ... hätte mir ne Menge Schmerzen erspart .... .... und Ja ich hatte nen klasse Arzt der mir kurz nach der Zweiten Entbindung zur Enrfernung geraten hat und scgliesslich operiert hat ..... heute 11 1/2 Jahre danach vermisse ich nichts .... meine Tochter denkt darüber nach , da sie so wie du , keine Kinder möchte .

Kein Anflug von Reue

lisa.janssen.568 6 Tage Ich habe mir Ende Dreissig auf anraten meiner FA die Gebärmutterschleimhaut entfernen lassen, aufgrund starker Blutungen und Schmerzen. Alles andere ist drin geblieben und sämtliche Beschwerden sind seitdem weg. Das ging ambulant, war ein Minieingriff und bin super glücklich es gemacht haben zu lassen. Keinerlei Auswirkungen auf Wechseljahre o.ä.

This!

braunshaus3nfeline 6 Tage Ich checks nicht, wie manche Leute so abdrehen können, wenn Frauen selbstbestimmt diesen Weg gehen... Alleine schon dieses Argument "Aber wenn du in ein paar jahren vielleicht doch Kinder willst?" Joa ähm, das ist dann einzig und allein das problem der jenigen person, die diesen eingriff an sich durch führen lässt und hat keinen anderen zu stören.

Sie darf selbst bestimmen

diesamantha.bst 6 Tage Ich hätte nie gedacht das ich mal bei dir kommentiere aber at this point, dein Körper, deine Entscheidungen. Und ich freu mich ganz ehrlich vom herzen, dass du einen Arzt gefunden hast, der das macht 🫶🏼 Vor 11 Jahren sah dahingehend die Lage noch ganz anders aus als heute (heute ist auch immernoch scheiße Ärzt:innen dafür zu bekommen) & ich mag mir garnicht vorstellen wie schwierig es damals war diese Entscheidung die du für dich getroffen hast immer wieder verteidigen zu müssen
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