
In diesem Reddit-Beitrag erzählt eine Userin offen, dass ihre frühe Ehe nicht nur aus Liebe entstanden ist, sondern vor allem der verzweifelte Versuch war, einem toxischen Elternhaus zu entkommen.
Wenn wir hören, dass jemand verheiratet ist, gehen wir fast automatisch davon aus, dass diese Entscheidung aus Liebe getroffen wurde. Dass zwei Menschen sich gefunden haben, ausreichend Zeit hatten, sich kennenzulernen, und sich dann ganz bewusst für ein gemeinsames Leben entschieden haben.
Doch die Realität hinter solchen Entscheidungen ist nicht immer so geradlinig oder überaus romantisch, wie sie von außen wirkt. Manchmal entstehen Ehen nicht nur aus Liebe, sondern auch aus anderen Umständen: aus Druck, aus dem Wunsch nach Freiheit oder sogar aus der Not heraus, einem unerträglichen Leben zu entkommen. Für manche ist Heiraten nicht nur der nächster Schritt, sondern ein Ausweg, ein Neuanfang.
Und während andere darüber vielleicht urteilen oder sich wundern, warum alles so schnell ging, bleibt oft unsichtbar, was jemanden überhaupt erst zu dieser Entscheidung gebracht hat. Denn nicht jede Ehe beginnt unter denselben Voraussetzungen und manchmal steckt hinter ihr eine Geschichte, die viel tiefer geht, als man zunächst denkt.
Ich habe jung geheiratet, um meinem toxischen Elternhaus zu entfliehen und ich hatte großes Glück dabei. Ich habe mit 23 geheiratet. Es war nicht irgendwer beliebiges. Wir waren in einer Beziehung und liebten uns. Ich will aber nicht leugnen, dass mein Hauptgrund dafür war, dass ich meinem Elternhaus entkommen kann. — 1/6
Oh, oh, das klingt erst einmal gar nicht so toll. Ob das gute Voraussetzungen für eine Ehe sind? Und was genau waren denn die Beweggründe für diese Entscheidung?
Ich bin in einem haushalt aufgewachsen wo ich gar nichts machen durfte. Ich will es nicht auf die religion schieben, denn sie haben mich nie zu religiösen praktiken gezwungen, es war auch nichts kulturelles, es war als würden sie mich hassen. Ich durfte nur das machen was meine mutter wollte. Super noten bekommen, ins gymnasium gehen und abitur machen, danach am besten lehrerin werden. Freundschaften wurden sabotiert, ich durfte nicht meine meinung sagen und generell nicht neben anderen reden. Wurde auch psychisch und physisch misshandelt. Ich war in meiner jugend daher sehr depressiv. — 2/6
Das wünscht man wirklich niemandem. Kein Wunder, dass der Wunsch nach Freiheit immer größer wird.
Ich weiß noch wie ich mit 20 mit meinen eltern in deren heimat war und ich sie dazu überreden wollte mal was zu unternehmen. Die heimat meiner eltern ist jetzt keine pampa sondern eigentlich echt toll, nur machen wir einfach nichts. Ich habe ihnen orte in der nähe nur 10min entfernt gezeigt die wir besuchen könnten, ein paar museen, ein naturpark etc aber die wollten nichts davon hören und das gespräch endete in einem streit. Meine mutter sagte mir noch „unter meinem dach tust du was ich sage, aber sobald du heiratest kannst du durch die welt reisen“ — 3/6
Das klingt nicht wirklich nach Familie, sondern vielmehr nach Gefängnis …
Ich war in dem moment so extrem sauer, aber habe dann genau das getan was sie wollte, einen mann gesucht. Hab hier und da männer gedatet und es lief oft nicht besonders gut und ich war so fixiert auf das heiraten, dass ich echt verzweifelt gewirkt habe. Im nachhinein schäme ich mich dafür. — 4/6
Verständlich. Doch wenn man die Beweggründe kennt, ist diese Verzweiflung doch irgendwie nachvollziehbar, oder?
Dann habe ich meinen mann kennengelernt. Wir waren ein ganz normales paar, er wollte auch heiraten aber nicht aus denselben gründen wie ich. Er hatte eine schöne kindheit und kaum probleme zuhause. Nach 9 monaten beziehung haben wir uns verlobt, und an unserer hochzeit waren wir 1,5 jahre zusammen. Manchmal schäme ich mich vor anderen zuzugeben, dass wir nur 1,5 jahre zusammen waren vor der hochzeit. — 5/6
Das muss doch nicht zwingend etwas Schlimmes sein. Die einen lernen sich länger kennen, bei anderen wiederum geht’s schneller. Die Hauptsache ist doch eigentlich, dass sich alle mit der Entscheidung wohlfühlen und glücklich sind.
Und ich hatte totales glück mit ihm. Wir führen eine harmonische beziehung auf augenhöhe. Wir unternehmen alles gemeinsam und zum ersten mal im leben fühle ich mich lebendig. Ich weiß, dass das alles auch hätte schief gehen können. Er hätte mich auch ausnutzen können, er hätte genauso gewalttätig und einschränkend sein können. Aber so ist er zum glück nicht und dafür bin ich mega dankbar. — 6/6
Kommentare & Reaktionen:
Die Geschichte zeigt, dass hinter scheinbar vorschnellen Entscheidungen oft viel mehr steckt, als man auf den ersten Blick vermutet. Umso schöner, dass sich dieser mutige Schritt am Ende zum Guten gewendet hat. In den Kommentaren teilen andere Userinnen und Usere ihre Gedanken dazu. Aber lest selbst!
Ende gut, alles gut
Endlich frei
Auf viele glückliche Jahre
Es gibt haufenweise Gründe, wieso Menschen heiraten wollen und für keinen sollte man sich schämen. Ihr liebt euch und wolltet zusammen sein, das ist doch super toll!
Wenn das auch noch dazu geführt hat, dass du aus einer missbräuchlichen Situation gekommen bist: Alle Fliegen mit einer Klappe bekommen! Gratulation und genieße deine Freiheit!
Wenn ihr auch etwas habt, was euch auf dem Herzen liegt, dann schreibt uns doch hier auf Instagram oder direkt eine Mail an [email protected]. Wir lesen uns wieder!
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