
Mutter zu sein ist Versagen auf täglicher Basis. Selbst wenn man mit sich selbst zufrieden ist (was nie passiert) und die Kinder nichts zu meckern haben (Haha), gibt es garantiert irgendjemanden, der noch etwas zu kritisieren findet. Ein Nachbar, eine Lehrerin, eine fremde Person im Supermarkt, die findet, dass früher alles besser war. Man kann unmöglich alle zufriedenstellen. Deswegen versucht man es am besten gar nicht.
Am meisten scheitert man jedoch nicht an den anderen, sondern an den eigenen Erwartungen. Man stellt es sich so einfach vor, bevor man Kinder bekommt. Im Prinzip alles wie vorher, nur dass eben ein, zwei oder drei Personen mehr am Tisch sitzen. Niemand rechnet mit der Menge an Chaos, Eigenwilligkeit, Wäsche, Dreck, Emotionen, Aufgaben und dieser abgrundtiefen Erschöpfung, die man als Eltern empfindet.
Da können schon mal die Gefühle überkochen, wenn man am Ende eines langen, anstrengenden Tages einfach nur das sieht, was nicht geklappt hat. So wie die Mutter in diesem Reddit-Beitrag, die vor lauter Überforderung an sich zweifelt. Dabei klingt das, was sie beschreibt, leider nach dem ganz normalen Alltag mit kleinen Kindern.
Ich Versuche das Bett einmal die Woche neu zu beziehen, hat die letzten zwei Wochen scheinbar nicht geklappt. Heute habe ich mal wieder das Bad geputzt.. nur eher oberflächlich aber immerhin besser als nichts.. ich habe heute morgen die Spülmaschine gemacht, Wäsche angestellt, Glasmüll und Müll weg gebracht, oberflächlich das Bad geputzt.. aber ich habe das Gefühl egal wieviel ich tue es sieht immer aus wie Sau.
— 3/6
Ich schäme mich dafür Leute hierher einzuladen, und es tut mir leid das mein Sohn 2,5 Jahre so leben muss. Im Schlafzimmer stapelt sich ein Riesenberg Dreckwäsche obwohl ich ständig Wäsche und in der Küche wartet der Riesenberg saubere Wäsche, wo man irgendwie nur ständig was runter pflückt. Ich sauge wenn es klappt einmal am Tag.
Ich fühle mich wie eine Versagerin.
— 4/6
Dazu kommt dass ich es selten schaffe zu Kochen und mein Sohn heute keine saubere Bettwäsche in die Kita mitnehmen konnte. Am Freitag wurde sie mitgegeben zum Waschen, ich war mit beiden alleine, beide geheult, super viel zu tragen also dazu entschieden die Bettwäsche erstmal im Auto zu lassen. Was ist passiert? Natürlich habe ich die Bettwäsche komplett vergessen und weil wir das Auto nicht benutzt haben, ist es erst heute morgen beim bringen in die Kita aufgefallen.
— 5/6
Niemand ist härter zu sich selbst als Mütter
Das was du machst ist für mich schon die unerreichbare Messlatte für einen sauberen Haushalt. Hab noch nie drüber nachgedacht Mülleimer auszuwaschen. Bett beziehen vielleicht alle 3 Monate. Saugen und Wischen macht der Roboter 1x pro Woche (große Kaufempfehlung). Beim Bad mache ich alle 2 Tage entweder Klo oder Waschbecken im Wechsel, weils mir sonst zu lange dauert 😀
Bist du dir sicher, dass die Kita dich verurteilt hat für die vergessene Bettwäsche? Eventuell ist das Thema in deinem Kopf so präsent, dass du da sehr empfindlich reagierst und Verurteilungen siehst, die gar nicht so gemeint waren. Mir hat das Vier-Ohren-Modell da sehr geholfen, dumme Kommentare auf der Sachebene zu hören.
Wozu auch?
It’s a team effort
So weit so normal
Ganz ehrlich: Jeder, der behauptet, bei ihm sieht es regelmäßig besser aus, der lügt entweder oder hat genug Geld um das Problem auszulagern. Wir haben schon oft genug erst dann so richtig sauber gemacht und aufgeräumt wenn wir wussten, dass Besuch kommt. Und bei anderen ist das genauso.
Niemand von uns schafft alles perfekt. Wirklich, niemand. Nimm dir Druck raus und setz dir wirklich wichtige Prioritäten. Kinder betreuen und das Minimum an Self Care hat immer Vorrang vor dem Staubsauger und der schmutzigen Wäsche.
Es kommen wieder andere Zeiten
Du bist keine Versagerin, du merkst nur gerade die Limits, die das Leben mit mehreren Kindern mit bringt. Gerade im ersten halben Jahr ist das kleine Kind alleine schon mehr als ein Vollzeitjob.
Aber: Was Putzen angeht sind Roboter einfach absolute Game-Changer. Man kann jetzt natürlich auch nach dem Partner rufen, aber auch das ist halt nur bedingt eine Entlastung. Zwischen Arbeiten, ein 2-3 Jahres Kind bespaßen und ins Bett bringen ist da nicht viel Kapazität noch groß Haushalt zu machen. Und das ist okay.
In meinen Augen ist das wichtigste, Zeit für die Kinder zu haben und sich diesen zu widmen. Dann kann man sie irgendwann auch aktiv in die Haus-Arbeiten einbinden. Das ist wichtiger als die Wäscheberge schön zu verräumen.
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