Er geht Golfen, sie kümmert sich um das Neugeborene

luismolinero, Adobe Stock / Twitterperlen Illustrations

Dieser Text ist im Original auf Englisch erschienen und wurde von uns übersetzt.
Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr. Was wie eine alte abgedroschene Plattitüde klingt, ist offensichtlich nicht zu jedem durchgedrungen. So hört man immer wieder von Vätern, die ihre Elternzeit dafür nutzen oder es zumindest planen, sich ein wenig um sich selbst zu kümmern. Der eine plant die Selbstständigkeit, der nächste das große Heimwerker-Projekt, was er schon immer machen wollte, und der Dritte gönnt sich erstmal eine große Rundreise mit dem Rad. Alle diese Pläne haben einen entscheidenden Haken. Findet ihr ihn? Es ist das neugeborene Kind und natürlich die Mutter, die soeben ein Kind geboren hat.

Was aber in der heutigen Geschichte von Threads-Userin @kiki_is_tired_af passiert ist, setzt dem Ganzen doch nochmal die unrühmliche Krone auf. Also festhalten und bitte, liebe Männer, auf keinen Fall nachmachen!

kiki_is_tired_af

Die Cousine meines Mannes hat vor 10 Tagen ein Baby bekommen. Bei ihr war noch ein Teil der Plazenta zurückgeblieben, und sie hatte danach eine starke Blutung. Sie stillt gerade. Sie hat schon ein zweijähriges Kind.1/4

kiki_is_tired_af

Und ihr Mann ist total kurz angebunden und gereizt, weil er angeblich „so müde ist, weil er drei Tage mit im Krankenhaus bei mir war“. Weil sie es leid ist, sich ständig mit seiner schlechten Laune rumzuschlagen, hat sie ihm sogar selbst vorgeschlagen, für eine Stunde oder so zur Indoor-Golfanlage zu gehen.2/4

kiki_is_tired_af

Und der Typ sagt: „Ja, mach ich, komm ich gerne drauf zurück.“ Aber statt der einen Stunde Indoor-Golf geht er dann gleich richtig 18 Löcher spielen – mit seinem Vater und seinem besten Freund. Also 4 bis 5 Stunden. Und das, obwohl sie 10 Tage nach einer traumatischen Geburt zu Hause bleiben soll, mit Neugeborenem und Kleinkind.3/4

kiki_is_tired_af

Oh, aber wartet, es wird noch besser: Er lässt sie zusätzlich auch noch auf das zweijährige Kind seines besten Freundes aufpassen! Das ist ja selbst nach einem Monat kaum akzeptabel, geschweige denn nach einer Woche! Aber keine Sorge, Leute. Er ist ja „einer von den Guten“.4/4

Reaktionen & Kommentare

Und was meinen die anderen Menschen zu dieser fast unglaublichen Geschichte? Das Urteil ist vernichtend und ziemlich eindeutig, aber lest doch selbst!

Das klingt wirklich nach einem „Guten“

lifeaftermiscarriage2025

Ich bin am Freitag einen Monat postpartum, Kaiserschnitt. Mein Mann musste schon 6 Tage nach der Geburt wieder arbeiten. Er meldet sich mehrmals am Tag bei mir und ruft an, wenn er auf dem Heimweg noch woanders hin muss außer zum Supermarkt. Wenn ich sage „Nein, ich brauch dich“, kommt er nach Hause. Er teilt sich sogar die Nachtschichten mit mir für unser Baby. Wer auch immer dieser Typ ist – für mich klingt der nicht wie „einer von den Guten“.

Kann man niemandem erzählen

tracy.frary

Er ist „müde“, hat aber noch Energie für 18 Löcher im Juli? AH  

Das wäre die angebrachte Reaktion

backpack_chalupa

Sein Vater und sein bester Freund sollten ihm richtig die Meinung geigen.

Da hat jemand die richtige Wahl getroffen

monarchlady2

Nach einer Zangengeburt kam ich mit einer Nierenbeckenentzündung nach Hause und musste stillen. Mein Mann hat damals Grundkurse für Studenten unterrichtet und zusätzlich Nachtschichten in einer Druckerei gemacht, die 30 Kilometer entfernt war – trotzdem ist er nachts aufgestanden, um mir das Baby zum Stillen zu bringen und danach wieder wegzubringen, statt mich extra aus dem Bett zu holen. Im September sind es 56 Jahre.

Elternzeit ist kein Urlaub!

scientistmom1621

Mein Mann hat sich bei beiden Kindern jeweils 12 Wochen Elternzeit genommen. Beide Male war er die ganzen 12 Wochen voll mit im Einsatz. Nach dem ersten Baby hab ich ihm sogar mal gesagt, dass ich mich wie eine Rabenmutter fühle, weil er so viel übernommen hat. Seine Antwort: „Du hattest einen Kaiserschnitt. Du hast deinen Teil schon erledigt. Jetzt bin ich dran.“ Beim zweiten Baby hatte ich dann eine postpartale Präeklampsie, und er ist zu Hause geblieben und hat sich um beide Kinder gekümmert, während ich wieder im Krankenhaus lag. Und das Ganze auch noch mitten in Corona.

Einmal nachmachen, liebe Väter

maggieindy

Sechs bis acht Wochen sind in den USA die übliche Erholungszeit nach der Entbindung. Das ist kein Urlaub. Das ist keine freie Zeit, um mal eben für andere zu babysitten. Das ist Zeit, damit sich der Körper erholen kann und Mutter und Baby eine Bindung aufbauen können. Männer, die sich so verhalten, haben es nicht verdient, eine Familie zu haben.

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