
Ich weiß, ich weiß, wir haben das Jahr 2026 und ich bin so al.. groß, dass ich mir die Karriere als Kunstturnerin halbwegs abgeschminkt habe. Aber so ganz bin ich trotzdem noch nicht in diesem Zeitalter angekommen. Vielleicht waren es die vielen Hollywood-Filme und Wendy-Hefte, die mein heranreifendes Hirn in Form gepresst haben. Aber irgendwie habe ich das Ding mit dem Singlesein nie so ganz rausbekommen.
Wie genau funktioniert das, wenn man niemanden hat, den man anruft, wenn etwas Tolles passiert? Kann man den 87-jährigen, leicht schwerhörigen und vollständig analogen Tischtennispartner als Notfallkontakt eintragen? Was macht man mit dem mitleidigen Blick, wenn man vor der Ärztin sitzt und sie fragt, warum man niemanden mitgebracht hat? Kann man Beitragseinleitungen als müllschluckerartigen Tagebuchersatz missbrauchen oder wie lautet das Protokoll?
Fragen über Fragen und wenn man sie laut stellt, bekommt man immer nur zurück, dass man sich endlich emanzipieren soll. Aber war ein Versprechen des Feminismus nicht, dass ich alles haben kann? Ein eigenes Einkommen und jemanden, der das eklige Geschnoddere aus dem Abfluss fischt? Das ist alles, was ich will, das oder ein Pferd wie Wendy. Stattdessen sitze ich immer noch hier und sammle die besten Anekdoten aus dem Beziehungsleben.
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