
Dieser Beitrag thematisiert den Tod eines Säuglings. Wenn das Thema euch belastet, lest bitte einen anderen Beitrag.
Mit gnadenloser Zuverlässigkeit lesen wir jeden Sommer über Kinder, die von ihren Eltern in aufgeheizten Autos zurückgelassen wurden. Wie üblich, wenn es um das Thema Erziehung geht, gehen wir hart mit diesen Müttern und Vätern ins Gericht. Auch weil die Folgen schnell dramatisch sein können. Wer sich nur ansatzweise mit dem Thema beschäftigt hat, weiß, wie rasend schnell sich stehende Fahrzeuge bei sommerlichen Temperaturen aufheizen können. Deswegen gilt: Niemand sollte unbeaufsichtigt in einem stehenden Auto sein. Kein Erwachsener, kein Haustier, erst recht kein Kind. Auch nicht für einen kurzen Zeitraum. Ohne Ausnahme.
Mitte Juni diesen Jahres berichteten dann deutsche Medien über ein 20 Monate altes Kind, das tragischerweise im Auto verstarb, weil es auf dem Rücksitz vergessen wurde. Die Mutter gab an, geglaubt zu haben, das Kind zuvor im Kindergarten abgegeben zu haben. Es klingt unmöglich, aber das Forgotten-Baby-Syndrom ist kein Einzelfall. Schlafmangel, veränderte Routinen, Überforderung, Stress – all diese Faktoren können dazu führen, dass Eltern ihre Aufsichtspflicht vergessen. So wie es in diesem Fall mutmaßlich passierte. Ein Fehler, der nicht mehr wieder gutzumachen ist.
Wer wissen will, welches Ausmaß Empörung, Entsetzen und Verurteilung annehmen, braucht nur in die Kommentarspalten zu blicken. Und doch sollten gerade wir Eltern uns eine Frage stellen: Können wir die Ambiguität aushalten, gleichzeitig dieses Kind zu betrauern und dieser Mutter, die ihr Kind verloren hat, die Gnade des Verständnisses und des Mitleids zu gewähren? Dieses Thema beschäftigt auch Threads-Userin @iremmsyr.
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