
Hand aufs hoffentlich gesunde Herz: Niemand von uns mag Arztbesuche, oder? Schon allein wegen der meist doch recht ausführlichen Wartezeit im Wartezimmer – gemeinsam mit anderen mehr oder weniger kranken Menschen. Und eigentlich weiß man doch sowieso selbst am besten, was einem fehlt. Ganz genau, ein volles Bankkonto und Urlaubstage. Nein, ganz im Ernst: Die meisten von uns sitzen den lieben langen Tag in gebückter Folterhaltung vor ihrem Computer, essen viel zu oft viel zu ungesundes Fast Food, weil wir uns durch den Alltag stressen lassen und bewegen uns im Gegensatz zu unserem Mauszeiger schlicht zu wenig.
Da ist es doch kaum verwunderlich, wenn der Bauchansatz ebenso wie die obligatorischen Rückenschmerzen größer und größer werden. Die Kopfschmerzen gehören am Abend nach viel zu langer Bildschirmzeit sowieso fest dazu. Es hilft also manchmal nichts, man muss einfach zum Arzt. Um euch dort vor bösen Überraschungen zu schützen, kommen hier die Top-10-Sätze, die man in der Arztpraxis weder im Warte- noch im Behandlungszimmer hören möchte. Gute Besserung!
#10: Schauen Sie doch mal kurz: Sieht das für Sie aus wie Hämorrhoiden?
Ganz unter uns: Ich glaube, ich habe eine Phobie vor Wartezimmern. Ja richtig, diese Keim-Treffpunkte, in denen man vor dem eigentlichen Arztbesuch ausharren muss. Wo sich wenige Minuten wie Stunden anfühlen und ich die Luft anhalte (was ich ungefähr 5 Sekunden lang kann), sobald jemand hustet oder niest. Wo ich nichts, aber auch gar nichts anfassen möchte und mich sogar davor ekle, mich auch nur auf einen der Plastikstühle zu setzen, auf denen Bakterien so gut und so lange haften. Und unterhalten oder gar etwas „anschauen“ geht absolut überhaupt nicht.
#9: Ich hätte da Globuli, die helfen ganz bestimmt
Man muss nur ganz fest daran glauben, dann helfen die auch! Blöd nur, wenn einem das eine Medizinerin oder ein Mediziner empfiehlt, bei denen ich eigentlich eher auf Wissen und Empirie vertraue als auf Glauben. Nun gut, vielleicht rechnet meine Krankenkasse dort auch nur mit Spielgeld ab, man muss schließlich nur fest daran glauben …
#8: Endlich Zeit, die 20-minütige Sprachnachricht einzusprechen
Was genau läuft bei Menschen verkehrt, denen immer dann einfällt, eine ultra-lange und maximal laute Sprachnachricht in ihr Handy zu sprechen, wenn möglichst viele andere Menschen dabei sind? Und meist in Situationen, in denen man als Betroffener gar nicht fliehen kann, so sehr man auch möchte wie beispielsweise in Bus und Bahn. Oder eben im Wartezimmer, was die Krankschreibung direkt um eine ganze Woche verlängern sollte.
#7: Aber ChatGpt hat was ganz anderes gesagt
Ein Hoch auf die künstliche Intelligenz! Das sagt uns zumindest die künstliche Intelligenz, wenn wir sie nach ihrer eigenen Bedeutung fragen. Und wo früher noch der Gang zum Schamanen oder Dorfältesten nötig war, befragt man mit seinem Krankheitsbild im Jahr 2026 einfach die KI, die „kranke Intelligenz“ …
#6: (Im Wartezimmer) Auf dem Kreuzfahrtschiff haben die doch gesagt, das sei nicht ansteckend!
Nach der Pandemie ist vor der Pandemie. Zumindest für diejenigen unter uns, die gerne Kreuzfahrten unternehmen. Und bevor hier Verwechslungsgefahr entsteht: Das Hantavirus ist nicht mit dem Hanutavirus zu verwechseln, das während der Fußball-WM sowohl Kinder als auch erwachsene Männer betrifft, die im Sammelfieber eine Haselnuss-Schnitte nach der anderen aufreißen. Oder gibt es diese Panini-Aufkleber mit darauf abgebildeten Millionären heute etwa gar nicht mehr?
#5: Das Lachen des Doktors, wenn ich mich ausziehe
Mit Humor lebt es sich bekanntlich leichter und schöner. Doch auch der Spaß hat seine Grenzen und die fangen für viele von uns beim eigenen Körper an. Da gibt es schließlich immer was zu optimieren, richtig? Nein danke, dann machen wir uns doch lieber mal frei von sämtlichen Schönheitsidealen – oben- wie untenrum.
#4: (Im Wartezimmer) Gehen sie ruhig vor, sie scheinen ja nicht mehr lange zu haben
Dank YouTube ist ja heutzutage jeder irgendwie auch Arzt oder Ärztin. Und mithilfe der KI und einem guten Drucker hat man auch das Diplom oder die Approbation jederzeit griffbereit. Wenig verwunderlich also, dass bereits im Wartezimmer die erste medizinische Einschätzung auf uns wartet. Umso schöner, wenn sich die anderen Patientinnen und Patienten auch noch solidarisch zeigen. Wo gibt’s denn so was überhaupt noch?
#3: Moment, ich google kurz Ihre Symptome
HALT, STOP! Macht das nicht! Am Ende kommt raus, dass ihr mit eurem geschundenen Körper einfach nur in die Autowerkstatt müsst, weil euch der Keilriemen gerissen ist oder der nächste Ölwechsel ansteht. Und das nur, weil ihr (nach der letzten Kreuzfahrt) „rote Pusteln am Rücken“ gegoogelt habt.
#2: Oh, ich sehe gerade, Sie sind ja gar kein Privatpatient
Es gibt Sätze, die lassen einem das noch vorhandene Blut in den Adern gefrieren. Es sei denn, man ist nur gesetzlich versichert und längst verblutet, weil einem selbst mit offenem Bruch die Privatpatienten vorgezogen wurden, die seit einer Woche leichte Kopfschmerzen verspüren. In diesem Fall hilft nur Daumen drücken, wobei ihr das natürlich selbst zahlen müsst, sorry.
#1: Das Klicken einer Kamera, während ich einen Einlauf bekomme
Hoffentlich haben die das gerade am Empfang nur sprichwörtlich gemeint, als sie zu mir sagten, dass ich heute einen ordentlichen Einlauf bekomme. Darm mit Charme? Nein danke! Falls nicht, dann möchte man in Zeiten von allgegenwärtigem Insta- oder TikTok-Feed und Dauer-Streaming doch aber wenigstens seine Follower*innen mit auf die Reise nehmen. Von daher: Herr Doktor, steht die Kamera auch ordentlich auf dem Stativ und sind wir live?
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