Zwei Eltern, null Plan: Was ich von meinen Kindern gelernt habe

Wir, die Kinder und der Wahnsinn:

Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder … Ach, wem machen wir was vor? Deswegen schreiben Manuela und Isumi hier jede Woche abwechselnd über die heranwachsenden Herausforderungen – ihre Kinder. Begleitet uns durch ein Leben zwischen Schuhebinden, Zahnputzkampf und Doktorspielen.

Mein großes Ziel als Mama ist es, meine Kinder ausreichend auf dieses Leben vorzubereiten. Ich möchte ihnen die Fähigkeit mitgeben, an sich selbst zu glauben. Daran, dass sie genauso gut sind wie alle anderen. Dass das Leben schön ist und dass es sich lohnt, für die eigenen Werte zu kämpfen, anstatt sich einfach zurückzulehnen und darauf zu warten, dass jemand anderes für sie regelt. Genauso wichtig ist mir, sie nicht in Watte zu wickeln. Sie müssen erfahren, dass manchmal Sachen einfach schiefgehen. Dass wir Menschen zu grausamen Dingen fähig sind. Dass Täler zum Leben dazugehören – und sie die Kraft haben, diese zu durchschreiten.

Sie machen den ganzen Zinnober mit, lernen Fakten über Landtagswahlen, die sie nie wieder brauchen werden, und helfen lustlos, den Tisch zu decken oder Gemüse zu schneiden. Und wenn ich ein Gespräch über moralische Aspekte von Harry Potter führen möchte, rollen sie nicht allzu sehr mit den Augen. Aber inzwischen glaube ich immer öfter, dass ich gelegentlich meinen Mund halten sollte.

Neulich hatte ich harte Taschengelddiskussionen mit meinem Großen. Er kommt langsam in ein Alter, in dem er sich einen Liter Zuckersirup kaufen möchte, ohne seinen Eltern Rechenschaft abzulegen. Das ist für ihn wahre Freiheit. Ich dagegen bin der Meinung, dass wir dem Zahnarzt das Geld auch direkt in die Hand drücken können und es besser läuft, wenn nicht Willy Wonka sein Ernährungsberater ist.

Aber dann war da ein Vierjähriger zu Besuch, der auf dem Heimweg an einem Kaugummiautomaten vorbeiläuft. Es hat eine eigene Art von Güte, wenn ein Elfjähriger, der um jeden Cent kämpft, losspringt, um einem Kindergartenfreund seines Bruders ein paar Münzen zuzustecken. Vielleicht ist sein Urteilsvermögen gar nicht so übel. Und vielleicht muss ich ab und zu schauen, was ich von ihm und dieser Generation lernen kann!

Ich bin sicher, den Eltern in unseren Anekdoten aus dem Familienleben geht es manchmal genauso!

#1: Sing, mein Kind

Ich wünschte unsere Kita würde ihre Playlist teilen, damit ich abends weiß, was sie meint, wenn sie sagt 'Mama, wir haben heute Rabatzel Rabatzel gehört - können wir das auch anmachen?'

#2: Sie ist der Boss

Wir haben in der Familie eine ganz klare Rollenverteilung. Muss ein Schrank aufgebaut werden, die Toilettenspülung repariert oder Zerbrochenes geklebt, rufe ich die Tochter

#3: Bedenklich wird es erst, wenn der Karton antwortet

Habe mich gerade 1½ Minuten sehr angeregt mit einem Karton unterhalten, den ich für K1 hielt. Eventuell brauche ich meine Brille doch nötiger als ich mir eingestehen möchte.

#4: Eltern fühlen

Kind krank, Eltern gesund: ok Kind krank, Eltern krank: grenzwertig Kind gesund, Eltern krank: hinter dir brennt ein Uhu, vor dir explodiert der Toaster, und die Katze schreibt Kündigungsschreiben.

#5: Wie ein privates Stand-up-Programm

Meine Tochter (4): Mama, du bist fast wie Bibi und Tina. Ich: Hmm? Tochter: Du bist doch Bibi und Karin. Bi-bli-o-the-ka-rin. Ich bin Bibliothekarin.

#6: Perfekt, danke

Meine vierjährigen twins haben grad als ich frisch aus der Dusche stieg dem Paketboten die Tür geöffnet • Musste dann einfach im Handtuch die Pakete entgegennehmen

#7: Ich verneige mich

Damals spulte meine 6-jährige Tochter den ganzen Trickfilm vor. Papa sagte: „Man kann nicht einfach zum Happy End vorspulen.' Sie antwortete: „Ich habe keine Zeit für Probleme." Ist das nicht wahre innere Freiheit?

#8: Lesen, was zählt

Buch-Influencer, BookToker etc. erzählen, sie haben letztes Jahr 200 Bücher gelesen. Ja ok, aber hast du auch 200 mal „Gute Nacht kleine Eule" & gelesen?

#9: Aua

Ich komme noch immer nicht über diesen Austausch zwischen meiner besten Freundin und ihrer Tochter hinweg. Tochter: «Mama, warum ist diese Frau so schön?» Beste Freundin: «Sie wurde einfach schön geboren.» Tochter: «Mama, warum wolltest du nicht schön geboren werden?»

#10: Diese Ehrlichkeit, so schön

Gestern mit Kind im relativ vollen Wartezimmer vom Arzt. Kind: Mama, ich dachte das ist ein Sportarzt. Ich:Ja, ist es ja auch. Kind guckt sich skeptisch um: Hä, aber hier sieht ja niemand sportlich aus! Wieder so ein Moment in dem man sich gern in Luft auflösen würde.

#11: Die Schülerin wird zur Meisterin

Ich scheine mich sehr oft zu wiederholen. Wie ich darauf komme? Meine Tochter hat jetzt Karten beschriftet mit denen sie mir antworten kann. Und sie kann sämtliche Antworten abdecken

#12: So, so, Privatbesuche, das wird teuer

Wisst ihr, was toll ist? Ich hab meine eigene Ärztin im Haus. Sie macht sogar Zimmerbesuche und ist dank fahrbarem Untersatz immer blitzschnell vor Ort. Sie untersucht gründlich, auch wenn man gar nicht krank ist. Und das ganz ohne Latein
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