
Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder … Ach, wem machen wir was vor? Deswegen schreiben Manuela und Isumi hier jede Woche abwechselnd über die heranwachsenden Herausforderungen – ihre Kinder. Begleitet uns durch ein Leben zwischen Schuhebinden, Zahnputzkampf und Doktorspielen.
Ich hatte eine Liste von Dingen, die ich meinen Kindern mitgeben wollte. Vieles davon sind Fähigkeiten und Eigenschaften, die ich an mir selbst vermisse oder mühsam in der ohnehin lächerlich überfüllten Lebensphase der 30er lernen musste. Manches davon sind ganz simple Skills. Sie sollen wissen, wie man ein Abendessen zubereitet und einen Tisch deckt, an dem sich alle wohlfühlen. Wie man ein Loch in die Wand bohrt und den richtigen Dübel findet, ohne den einen Tobsuchtsanfall zu bekommen. Wie man in einem anderen Land nach dem Weg fragt. Wie man sich verhält, wenn ein fremder Hund auf einen zuläuft. Dass man Bitte und Danke sagt. Solche Sachen eben.
Aber da ist noch mehr. Sie sollten die innere Stabilität haben, eigene Entscheidungen zu treffen und dazu zu stehen.Mein Ziel für sie war, dass sie Verantwortung übernehmen, ohne darauf zu warten, dass irgendjemand aus dem Nichts auftaucht und für sie regelt. Ich wollte meine Jungs empowern. Ich wollte, dass sie keine Angst vorm Scheitern haben. Mehr noch, dass sie Lust darauf haben, an etwas zu scheitern, weil es bedeutet, dass man sich dem Ziel nähert.
Und wenn ich ganz ehrlich bin, dann dachte ich, ich muss ihnen all das vorleben. Stark sein, schwach sein, mutig sein, lustig sein, ehrlich sein, zu allem bereit. Die Wölfin sein, an der man sich in jedem Sturm orientieren kann. Und manchmal glaube ich es noch heute und mache die große Mama-Show, damit sie etwas zum Beobachten haben.
Aber dann sehe ich, wie der Neunjährige mich wortlos tröstet, wenn ich traurig bin. Ich sehe, dass der Fünfjährige seinen jüngeren Freund unaufgefordert an die Hand nimmt, wenn sie die Straße überqueren. Und ich lausche, wenn der Elfjährige mir Tipps für mein Dasein als seine Tischtennis-Assistenz gibt. Vielleicht muss ich öfter mal die Show pausieren lassen und mich auf das konzentrieren, was sie mir beibringen. Vielleicht sind wir Eltern diejenigen, die hier etwas lernen können. Sicher geht es andern Eltern manchmal genauso!
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