Frauen aller Länder vereinigt euch: Wer Mansplaning mag, wird Hepeating lieben

Moderne Grafik, die die Frustration über das „Hepeating“-Phänomen am Arbeitsplatz darstellt. Die Illustration zeigt das Ungleichgewicht in der Kommunikation zwischen den Geschlechtern. Ideal für Blogbeiträge über Feminismus im Büro, Ideenklau, Gleichberechtigung und humorvolle Aufreger-Geschichten.
Nenad, Adobe Stock / Twitterperlen Illustration mit KI

Weltfrauentag, liebe Frauen da draußen, herzlichen Glückwunsch! Fühlt ihr ihn? Oder plant ihr mit der halben Gehirnhälfte gerade die Woche durch? Wir haben uns zur Feier des Tages ein paar Gedanken über ein Phänomen gemacht, das ihr sicher kennt. Es muss auch kein Mann wiederholen, einmal reicht, versprochen!

Heute schon gehepeated?

Hepeating klingt ein bisschen wie ein Fitnessprogramm. Dynamisch und kraftvoll, doch nein, es geht nicht um die Anzahl von Curls im Gym, sondern vielmehr um das gute, alte Patriarchat. Eventuell habt ihr den Begriff noch nie gehört, das Phänomen ist euch jedoch sicher bekannt. Oder?

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Was ist Hepeating? "Hepeating" ist ein im Jahr 2017 von der Astronomin Nicole Gugliucci geprägter Begriff, der beschreibt, wie ein Mann die Idee einer Frau wiederholt und die Anerkennung dafür erhält, nachdem ihre ursprüngliche Äußerung ignoriert wurde. Dieser Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern "he" (er) und "repeating" (wiederholen) zusammen und ist eine Form der Geschlechterdiskriminierung am Arbeitsplatz, die die Kompetenz und Autorität von Frauen untergräbt.

Ist Hepeating das neue Mansplaining?

Mansplaining kennen wir alle: Irgendein Günther meint, Frauen über ihre Periode, Geburtsschmerz oder auch gerne ihr wissenschaftliches Fachgebiet belehren zu müssen. Qua Penisautorität praktisch. Bei Hepeating dagegen handelt es sich um das Phänomen, dass ein Mann etwas wiederholt, was eine Frau kurz zuvor bereits gesagt hat. Und es funktioniert! Plötzlich nicken alle. „Guter Punkt!“ heißt es dann. Hä? Derselbe Punkt, nur in tieferer Stimmlage … Man möchte immer ein bisschen schreien, wenn das passiert!

Und was macht das mit den Kleinsten?

Das Problem ist, dass die leisen Stimmen mit den wichtigen Punkten sowieso schon leicht überhört werden. Wenn wir nun auch noch den Kleinen vorleben, dass ein „He“ mit einer lauten Stimme mehr Bedeutung hat als ein „She“ mit einer leisen, was macht das dann mit der heranwachsenden Generation? Wir alle müssen lernen, diese Mechanismen zu durchschauen und zu brechen! Auch wenn es für Eltern unbequem ist.

Früh übt sich

Ich: Willst du einen Toast mit Nutella? Kind: Nein, ich muss noch überlegen.. Ich: Okay, lass dir Zeit! *zehn Minüten später* Kind: Papa ich hab eine gute Idee, Toast mit Nutella! We 👏🏻 need 👏🏻 to 👏🏻 talk 👏🏻 about 👏🏻 he-peating👏🏻daughters 👏🏻

Wir sind nicht allein!

Als Frau kann ich bis heute nicht sagen, ob die Männer, die mich gehepeated haben, meine Ideen tatsächlich für die ihren halten, oder ob es wirklich pure Dreistigkeit ist. Interessant finde ich aber, dass es inzwischen ein Wort für dieses Phänomen gibt, was auch dafür spricht, dass ich nicht alleine mit meiner Erfahrung bin. Vielleicht ist Hepeating also weniger ein individuelles Fehlverhalten als ein kleines Symptom eines größeren Problems – wer wird gehört, wem wird Kompetenz zugeschrieben, wessen Stimme bekommt Gewicht?

Wir brauchen mehr Verbündete!

Hepeating. Immer wieder gern genommen in männlich dominierten Teams. Ich sage in so einem Fall gern: Danke, dass Du meinen Punkt nochmal zusammengefasst und die Wichtigkeit unterstrichen hast. Es wäre schön, wenn Du noch Deine Idee ergänzen könntest… Nur nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Das können übrigens auch männliche Verbündete aus dem Team übernehmen und so darauf hinweisen.

Was wünschen wir uns zum Weltfrauentag?

Leise werden haben wir versucht, liebe Frauen. Es bringt nichts. Leise Stimmen werden nicht die Gender Pay Gap wegschmelzen und ein stummes Nicken wird weder Mansplaining beenden noch dass Stefan immer deine Punkte im Meeting hepeated. Wir wünschen uns Sichtbarkeit und einen Platz am Tisch. Und dafür müssen wir laut werden!

Wenn man sich nur etwas wünschen dürfte

Sitze in Team Meetings, werde für meinen Input oft belächelt. Kollegen fragen herablassend, warum ich denn Dinge nicht nachvollziehen kann nur weil ich (berechtigte) Einwände habe. Mein Input wird im Laufe des Meetings von einem männlichen Kollegen wiederholt und siehe da, plötzlich sind die Einwände nachvollziehbar. Es folgt Dankbarkeit für so viel Mitdenken. Wer bekommt die Credits dafür? Ich jedenfalls nicht! Was ich mir zum Frauentag wünsche?! Ratet mal! DieEinzigeFrauimTeam
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