Sie war weg und nichts war mehr wie vorher

aletia2011, Adobe Stock / Twitterperlen Illustrations

Was sich liebt, das neckt sich – diesen Spruch kennt vermutlich jeder von euch. Und meistens denkt man dabei an Paare, die sich gegenseitig die letzte Pommes klauen, sich über die Fernbedienung streiten oder liebevoll darüber diskutieren, wer heute schon wieder den Müll runterbringen muss. Doch wer sagt eigentlich, dass man für eine ordentliche Portion gegenseitiges Necken jung sein muss? Manche Menschen schaffen es schließlich auch mit 87 Jahren noch, sich gegenseitig auf die Palme zu bringen. Und zwar mit einer Ausdauer, bei der selbst langjährige Ehepaare anerkennend nicken würden.

Da wird gestichelt, gemeckert und sich über die kleinsten Kleinigkeiten aufgeregt, sodass man von außen betrachtet meinen könnte, die beiden wären heilfroh, wenn sie einander endlich los wären. Doch manchmal ist es eben gar nicht so einfach, zwischen all dem Gezanke und den bissigen Kommentaren zu erkennen, was einem ein anderer Mensch tatsächlich bedeutet. Und wenn dieser Mensch plötzlich nicht mehr da ist, kann es auf einmal erstaunlich still werden. Vielleicht steckt hinter manchem Streit also doch ein bisschen Zuneigung. Das beweist auch die Geschichte von @pflege.app. Viel Spaß!

Frau L. (87). „Den da möchte ich nicht neben mir haben.“ Sie zeigte auf Herrn W., der gerade mit seinem Rollator in den Speisesaal kam. Er blieb stehen. „Beruht auf Gegenseitigkeit.“ Die beiden hatten seit Wochen Streit. Er schob seine Zeitung über ihre Tischhälfte. Sie stellte seinen Zucker weg, weil der Platz angeblich ihr gehörte. Beim Frühstück beschwerte sie sich über sein Schmatzen. Er sagt, sie würde beim Kauen ihre Zähne raus holen. Wir hatten ihnen mehrfach andere Plätze angeboten.

Beide lehnten ab. Dann musste Frau L. ins Krankenhaus. Am ersten Morgen ohne sie aß Herr W. schweigend. Am zweiten fragte er beim Abräumen: „Ist die noch nicht wieder da?“ Am vierten gab er mir einen Briefumschlag. Ihre Tochter wollte am Nachmittag Sachen abholen und sollte ihn mitnehmen. „Aber nicht aufmachen.“

Eine Woche später kam Frau L. zurück. Sie war noch ziemlich erschöpft und wollte zunächst in ihrem Zimmer essen. Herr W. fragte, ob er zu ihr dürfe. Ich klopfte und kündigte ihn an. „Na, wenn’s sein muss.“ Er hatte seine Zeitung dabei. Sie zeigte auf den Stuhl neben dem Bett. „Was haben Sie denn da für einen Blödsinn geschrieben?“ Er zuckte mit den Schultern. „Hat doch funktioniert. Sie sind wieder da.“

Später zeigte sie mir den Zettel. Darauf stand in großer, etwas zittriger Schrift: „Kommen Sie wieder. Die anderen hier sind alle so empfindlich.“ Am nächsten Morgen saß sie wieder an ihrem Platz. Seine Zeitung lag auf ihrer Tischhälfte. „Weg damit“, sagte sie. Er zog sie zurück. Als ich den Kaffee brachte, schob sie ihm die Zuckerdose hin. #Pflege #Altenpflege

Und stänkern!

svart.metal 04.10.2026 Und wenn Sie nicht gestorben sind , frühstücken Sie immer noch.

Wo ein Wille, da ein Weg

Meine Oma hat es mit Keinem ausgehalten. Am zweiten Tag konnte sie es nur alleine im Speisesaal aushalten. Am dritten Tag war sie nicht mehr im Haus. Sondern wieder alleine in ihrer Wohnung. Im 3. Stock. Obwohl zu schwach dafür. Mit über 90 Jahre alt.

Sowas von!

Da haben sich 2 verwandte Seelen gefunden. 🥰

Wie wahr

Was sich liebt, dass neckt sich 🥰🤣

Sehr, sehr süß

Sowas von niedlich ❤️🥹
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