
Wäre Muttersein eine Stellenanzeige, würden die Bewerbungen wohl ausbleiben. Wenig und unregelmäßiger Schlaf, absurde Arbeitszeiten, extrem hohes Stressaufkommen, unermessliche Erwartungen, keinerlei Karriereaussichten und währenddessen ist man für das Überleben eines oder mehrerer anderer Menschen verantwortlich. Hab ich erwähnt, dass es keine Vergütung gibt? Dafür viele Viren und ja, jede Menge Liebe. Und trotzdem kann ich sehr gut nachvollziehen, warum sich viele Menschen gegen Kinder entscheiden.
In Zeiten, in denen die Mehrfachbelastung aus Lohn- und Familienarbeit derartige Maße angenommen hat, berichten immer mehr Mütter darüber, dass ihre Belastungsgrenzen überschritten sind. Und sicher kann und muss man vielleicht auch darüber reden, dass Väter, die ihren Papa-Job ernst nehmen, derselben Überforderung ausgesetzt sind. Rein zahlenmäßig sind es allerdings meist Mütter, die die Hauptlast der Care-Arbeit für Kinder und Familie tragen. Das Phänomen ist so verbreitet, dass es inzwischen einen Namen hat: Regretting Motherhood – das Bedauern der Mutterschaft.
Regretting Motherhood ist nicht nur ein neudeutsches Wortkonstrukt für die Überforderung als Mutter. Das Phänomen ist auch die Bankrotterklärung einer Gesellschaft, in der Eltern – insbesondere Mütter – konsequent an ihre Belastungsgrenze getrieben und gleichzeitig für ihre Überforderung kritisiert werden. Was helfen könnte und wieso manche Männer einfach nichts verstanden haben, zeigt der folgende Beitrag, der im Original auf Reddit erschien.
Ich habe früh geheiratet, mit Anfang 20 mein erstes und Mitte 20 mein zweites Kind bekommen. Beides Wunschkinder. Jetzt bin ich Mitte 30 und bin mir ziemlich sicher, dass mein Leben ohne meine beiden Kinder und meinen Mann besser wäre.
Ich liebe meine Kinder sehr und jetzt, wo sie da sind, möchte ich sie natürlich nicht mehr missen. Aber es ist einfach so fuuuucking anstrengend.
— 1/8
Dauernd ist es unordentlich, eine zickt oder bockt, sie kosten wahnsinnig viel Geld – allein die ganz normalen Lebenshaltungskosten summieren sich. Ich habe jahrelang schlecht geschlafen, sie wollen ständig etwas erleben (was ja auch völlig verständlich ist), und ich merke immer mehr, dass ich eigentlich einfach nur meine Ruhe möchte.
— 2/8
Ich möchte mich einfach mal nur um mich selbst kümmern. Ich möchte, dass es aufgeräumt ist. Ich möchte mein Geld zur freien Verfügung haben. Ich möchte spontan sein können und nicht bei allem darüber nachdenken müssen, was die Kinder brauchen, wollen oder wie ich ihren Alltag organisieren muss.
— 4/8
Ich liebe die beiden, bin immer für sie da und versuche, sie so gut ich kann emotional zu unterstützen und ihre Bedürfnisse und Wünsche ernst zu nehmen und zu erfüllen.
Aber gleichzeitig bin ich auch ganz ehrlich: Ich freue mich darauf, wenn sie erwachsen sind und ich endlich wieder mein eigenes Leben leben kann.
— 8/8
Habt ihr schon mal von regretting Fatherhood gelesen?
So wies ausschaut hängt alles an dir. Mach der Familie mal Feuer unterm Hintern, du bist nicht deren Knecht, weder von den vermutlich teilweise pubertierenden noch vom Mann
Eventuell mal alleine auf Kur oder Gesundheitsvorsorge
Das Leben überdenken und neue Regeln aufstellen Alles Gute
Solche Typen kann niemand brauchen
Wir sitzen alle im selben Boot und steuern auf den Abgrund zu
Geil, Ich kann das absolut nachvollziehen. Es geht mir und meiner Frau genau so.
Ich Mitte 30, sie Anfang 30. Drei Kinder und wir freuen uns mega auf die Zeit nach den Kindern.
Ich glaube, dass man einfach nur durchhalten muss. Um mir das Leben erträglicher zu machen, empfehlen ich jedem mindestens zwei Kinder in die Welt zu setzen (Kinder sind sooo toll 🤣).
Ich glaube tatsächlich, dass es vielen Eltern so geht.
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