„Papas einzige Aufgabe ist es, ein Formular auszudrucken“

WHstudio Leushin N, Adobe Stock / KI / Twitterperlen Illustration

Einfach mal wieder eine kurze Pause im Kopf, das wünschen sich wohl die meisten Eltern zwischendurch im stressigen Familienalltag. Doch wenn wir ehrlich sind, schultern in diesem Land in erster Linie die Mütter die zahlreichen Aufgaben innerhalb der Familie. Da wird täglich geplant und organisiert, während die To-do-Liste länger und länger wird. Von der Brotzeit für die Krippe oder Schule über den Termin beim Kinderarzt und die Hausaufgaben bis hin zum Geburtstagsgeschenk für den nächsten Kindergeburtstag: Kein Tag, ohne dass Herausforderungen gemeistert und gemanagt werden müssen. All diese Aufgaben, die üblicherweise im Alltag „so mitlaufen“ und dabei häufig fast unsichtbar über der Mutter schweben wie ein Damoklesschwert, werden unter dem Begriff des „Mental Load“ zusammengefasst. Mentale Arbeit also, die von Außenstehenden meist überhaupt nicht wahrgenommen, geschweige denn wertgeschätzt wird.

Besonders nervenaufreibend wird es, wenn der Partner selbst die kleinsten Aufgaben nicht übernehmen möchte oder diese nicht zumindest einigermaßen zufriedenstellend erfüllt. Wo bleibt da die Verantwortung? Threads-Userin @eye_on_my_soul hat diesen Fall erlebt und macht ihrem nachvollziehbaren Ärger daher Luft. Was genau sie dabei so wütend macht und was die Community dazu zu sagen hat, lest ihr im folgenden Beitrag.

Stellt euch vor, euer mütterliches Auge stolpert über einen Brief, der vor ca 8 Wochen das Prozedere der SchulAnmeldung erklärte. Papa hat ihn gelesen, Mama beiläufig mitgeteilt, dass das dann bald dran ist und ihn zwischen anderen Kram an die Pinnwand geheftet... Long Story short: Mama schreibt den nun bereits in wenigen Tagen anstehenden Anmeldetag mit TimeSlot direkt in den Kalender und kümmert sich um alles Nötige.

Papas einzige Aufgabe ist es, ein Formular auszudrucken und am Tag der Anmeldung mit ihr in der Schule zu erscheinen. Seit etwa anderthalb Wochen weiß er das.

*Sprung in die Gegenwart* Mama erinnert am Tag der Anmeldung an den Ausdruck des Formulars und bespricht noch mit dem größeren Kind, dass man es dadurch heute mal von der Schule abholen kann 😊

Dann ist sie den halben Vormittag beschäftigt: - zu erkennen, dass er das Falsche ausgedruckt hat (hätte K auf die Warteliste der Schule angemeldet, auf der es bereits seit fast 6 Jahren steht) - ihm ein Foto vom Brief der Kommune zu schicken, auf dem die Homepage zum Abruf des Anmeldebogens zum Download steht - ihm die Mail mit dem richtigen Formular heraus zu suchen, die wir außerdem vor paar Tagen jeder noch mal von der Schule erhalten haben (er aber nicht finden konnte / suchen wollte)

- ihn mit Rücksicht auf SEINE Termine mehrfach um eine konkrete Zeit innerhalb des Slots zu bitten und diese zu vereinbaren (er ist dienstl mit dem Auto im Stadtgebiet unterwegs, sie ist mit Kleinkind auf ÖPNV angewiesen und muss ca eine Std Fahrtzeit einplanen). Kurz: Sich mit Aufgaben zu beschäftigen, die in SEINE Zuständigkeit fielen, während sie sich ganz selbstverständlich in das Kleinkind kümmert. Sein einziger Beitrag: Drucken u Erscheinen.

Und wo ist das Problem? Nicht das erinnern. Nicht die einzelnen, für sich genommenen kleinen Aufgaben Nicht die Rahmenbedingungen. Sondern, dass eine delegierte Aufgabe - so vermeintlich klein sie auch scheint - eben nicht selbstverständlich erfüllt wird. Somit im Kopf und damit indirekt auf der ToDoListe bleibt. Fremdbestimmung nicht nur am Kleinkind liegt. Sondern an der Unfähigkeit eines Vaters, wirklich Verantwortung zu übernehmen und seinen Teil der Aufgabe ernst zu nehmen...

Tatsächlich eine sehr gute Frage

Ich frage mich immer, wie manche Männer mit beruflichen Anforderungen klar kommen, wenn sie zu Hsuse schon mit den kleinsten Dingen überfordert sind?

Da ist leider etwas Wahres dran

Ja, oder? Auch irgendwelche LifestyleTechnik bis ins Detail verstehen (sich vll noch über die daran desinteressierte Frau lustig machen, wenn sie es nicht tut), aber an der Bedienung von Waschmaschine/Spülmaschine scheitert's dann...🙄

Sehr bitter, wenn es so läuft

Omg ich fühle diesen Thread gerade viel zu sehr. Eine von 1000 solcher Situation die hier zu "die Trennung kam aus dem Nichts" führten, weil das Problem nicht verstanden wurde.

Wie kann das eigentlich sein?

Und solche Typen sind beruflich manchmal total erfolgreich, mangen Teams mit 5 oder mit 100 Leuten als ob’s das einfachste wäre. Aber zu Hause zu doof zum Drucken.

Kann das wirklich die Lösung sein?

In der Zeit hättest du es fünfmal selbst erledigt. Und das ist auch ein Problem das ich kenne und habe. Ich mache die Dinge einfach selbst weil es dann erledigt ist und RICHTIG erledigt ist.

Das Patriarchat mit seinen eigenen Waffen schlagen? Klingt gut!

Eigentlich sollten Mütter in einer Bewerbung, Beruf und FamilienMANAGERIN angeben dürfen. Da wär die Frauenquote schwupsdiwups bei 100 %.🙃
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