Ich war ein Unfall und nicht gewollt

Red Cristal, Adobe Stock / Twitterperlen mit KI

Kinder kommen aus ganz unterschiedlichen Gründen zur Welt. Manche werden lange geplant, sehnlichst herbeigewünscht und alles wird bis ins kleinste Detail vorbereitet. Andere kommen früher als gedacht, später als gewollt oder ganz einfach ungeplant und für alle Beteiligten sehr überraschend. Und obwohl man heute gerne sagt, dass jedes Kind ein Geschenk ist, wird im Familienalltag oft sehr unterschiedlich darüber empfunden, wie jemand eigentlich ins Leben getreten ist.

Zwar gehört es in vielen Familien fast zum guten Ton, besagte Geschichten mit Humor zu erzählen. Da wird lachend erwähnt, wer ein Wunschkind war und wer eher eine Überraschung. Und oft wird diese Art der Erzählung als harmlos verkauft, als Anekdote aus einer anderen Zeit. Was dabei jedoch selten bedacht wird: Kinder hören zu und Aussagen über „geplant“ oder „ungeplant“ bleiben nicht neutral, sondern wirken nach und sie verändern sich mit der Zeit. Was sich als Kind vielleicht noch wegstecken ließ, fühlt sich als Erwachsener plötzlich ganz anders an. Das zeigt auch die folgende Geschichte von Threads-Userin @veigelchen. Aber lest am besten selbst!

Telefonat mit Mama. Ich bin das 3. Kind. Und zum hundertsten Mal erzählt sie auf lustig, dass ich ein Unfall gewesen bin und nicht mehr gewollt war. Anscheinend fand ich es als Kind urkomisch, dass ich so frech war und ohne zu fragen gekommen bin. Fand ich es wirklich lustig oder war es Selbstschutz? Keine Ahnung. Bin jetzt über 50 und finde es nicht mehr so witzig. In der Autobiografie meines Vaters gibt es mich übrigens nicht. Es kam nie ein 3. Kind.
Das Buch war eine Art Erzählung an sein Leben orientiert. Künstlerische Freiheit könnte man sagen. Aber das Buch ist seeehr nah an seinem Leben dran und es hat mich tief verletzt gehabt, dass ich in dieser Buchwelt nicht existiere und somit auch nicht meine wunderbaren Kinder.

Ungeplant, aber gewollt

Sowohl ich (noch im Studium) als auch mein Bruder (kurzer Abstand) waren Unfälle. Meine Mama sagt bis heute wir sind 'ungeplante Wunschkinder'.

Himmel, wie schlimm

Ja, diese Sprüche... Bin das erste Kind, sehr zeitig gekommen (Mutter war 15, Vater 18) und hab zu hören bekommen, wenn sie sich früher getraut hätten, ihren Eltern von mir zu erzählen, wäre noch Zeit gewesen, mich wegmachen zu lassen. So war es zu spät und ich war da. Macht auch ne Menge mit ner Kinderseele.

Schöne Worte

Es tut mir leid für deine Eltern, dass sie dich nie so gesehen haben, wie du bist. Nicht ein Unfall, sondern ein besonderer Mensch in ihrem Leben. Am Ende ist es ihr Verlust. Aber dir tut es weh.

Was für eine Wendung

Ich bin ein Nachzügler ..also ein 12 Jahre Nachzügler 😉...irgendwann hab ich meine Mutter auch Mal gefragt ob ich geplant war und sie sich gefreut hätte...nein, ich war weder geplant noch hat sie sich gefreut (sie war 44 als sie mit mir schwanger wurde...wie gesagt, nach 12 Jahren) ...aber, meine Mutter sagte mir auch "umso froher sind wir aber jetzt , das wir dich haben und mein Arzt nicht auf mich (also sie) gehört hat" 🥰🥰

This!

klaa.butze 13.01.2026 Ich kenne unerwartete Kinder, die so auch nicht gewollt waren und trotzdem zu sehr gewollten Kindern wurden… und Kinder, die deshalb nicht zu Welt kamen. Mit einer unerwarteten Schwangerschaft darf man hadern… nur das gegenüber dem Kind zu tun… oder es gar damit aufzuziehen, finde ich unverantwortlich.

Sie wollte dich nur beschützen

Oh weh …

Ich bin Ende 60 und höre immer dann, wenn Mutter mit Vater (beide Ende 80) Streit hat, dass sie wegen mir, den da -Vater- heiraten musste. Es tut immer noch weh 😢

Vermutlich die richtige Entscheidung

Bei uns gibt es nur 1 geplantes Kind. Als ich meiner Mutter von unserem 3. Kind erzählt habe, hat sie erst mal komisch reagiert, als ich dann sagte, sie soll doch erst mal "herzlichen Glückwunsch" sagen, sagte sie man sage sowas nicht zu einem ungewollten Kind... Ich hab den Kontakt abgebrochen. Wäre es ungewollt, hätte nie jemand davon erfahren. Und meine Kinder werden auch nie unterschiedlich behandelt. Es tut mir sehr leid für dich 🫂

Netter geht immer

Hmmm , das wäre auch nett gegangen: Ich habe mal folgendes gehört: unsere 3. Tochter war das „Bonuskind“ und die Eltern waren und sind sehr glücklich mit diesem „ungeplanten Kind“

Eine Umarmung für alle

Die Geschichten hier sind nicht auszuhalten! Es tut mir für euch alle so unfassbar leid, dass ihr das hören musstet. - Fühlt euch gedrückt. 🫂 (Wenn ihr wollt.)
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