
Ein Mann beichtet seiner Frau, dass er eine Zeitlang die Gefühle für sie verloren hatte. Hätte er lieber schweigen sollen?
Hollywood hat uns betrogen. Sorry, das sagen zu müssen, aber jedem, der ein bisschen Lebenserfahrung hat, sollte klar sein, dass eine Beziehung nicht mit einem Ehering besiegelt wird. Im Laufe der Zeit gehen Beziehungen durch Phasen. Mal sind es die schönen, einfachen Zeiten. Und mal sind es anstrengende Zeitabschnitte, in denen man sich bei dem Gedanken erwischt, dass man sich das alles doch irgendwie ganz anders vorgestellt hat.
Mein Mann und ich sind seit über 10 Jahren verheiratet und haben Kinder. Wer ebenfalls Kinder hat, weiß, was es für eine Zerreißprobe für die Beziehung ist. Ich dachte immer, wir hätten eine grundsolide Beziehung. Natürlich war es hart, aber ich war überzeugt, wir halten zusammen und gehen durch dick und dünn.
Milchbarbar
Durchwachte Nächte, Dauerstress mit Kleinkind, ein kompletter Wegfall der Zweisamkeit von heute auf morgen und die Aussicht, dass sich das auch über Jahre nicht ändern wird – diese Phase hat schon mehr Beziehungen auf die Probe gestellt. Aus dem Menschen, den man in guten Zeiten kennengelernt hat, wird schnell jemand, der beweist, dass man sich nicht auf ihn verlassen kann. Die Userin jedoch scheint Glück gehabt zu haben. Oder?
Letztes Jahr haben wir dann länger geredet und festgestellt, dass es uns momentan richtig gut geht und wir das Gefühl haben, ein richtiges Team zu sein. Er beichtete mir, er habe eine lange Phase gehabt, in der er mich nicht mehr geliebt hätte (eben die oben genannte Phase mit Babys und Kleinkind) – insgesamt ca. 4 Jahre lang!
Milchbarbar
Vier Jahre! Es muss sich anfühlen, als hätte einem jemand den Boden unter den Füßen weggezogen, wenn einem klar wird, dass man vier Jahre einer Illusion nachgehangen hat. Hat eine Beziehung überhaupt existiert, wenn ein Teil davon gar keine Liebe empfunden hat? Ist das eine Art von Betrug?
Und gleichzeitig muss man bedenken, dass der Mann seine Frau, die Familie und die Ehe so sehr respektiert hat, dass er nichts davon aufgegeben hat. Oder steckte doch mehr hinter der Beichte?
Milchbarbar
Ich weiß nicht, warum er mir das gebeichtet hat. Mein erster Gedanke war, vllt hat er mich betrogen und kanns nicht mehr für sich halten. Er fuhr stattdessen fort und sagte, dass ihm aber die Ehe sehr viel bedeutet und er wusste, dass es eine schwere Zeit sei und wir wieder zueinander finden würden. Auch der Respekt mir gegenüber hätte ihn davon abgehalten, eine Dummheit zu begehen und dass er stolz auf uns ist, ich sei für ihn sein Leben.
Wie geht man mit so einer Geschichte um? Ist das der Moment, sich als Paar neu aufzustellen und die Liebe, die dieses Tief überwunden hat, zu feiern? Der Userin geht es leider komplett anders …
Milchbarbar
Diese Beichte sollte wahrscheinlich was positives sein, er fügte nämlich hinzu, dass er das Gefühl hatte, mir würde es auch so gehen und er wollte mir eben klar machen, wie starkt er mich aber jetzt liebt. Ich glaube ihm auch.
Aber diese Beichte hat etwas in mir zerbrochen. Tatsächlich wäre es besser gewesen, es nie zu erfahren. Da war früher immer diese Grundsicherheit da, dieses „unsere Liebe ist unzerstörbar“ und das ist jetzt einfach weg. Wie eine Kerze, die erlöschen ist.
Und seitdem merke ich, dass meine Liebe schwindet… ich will das gar nicht. Ich will mich nicht entlieben. Aber es passiert, einfach so, schleichend langsam aber doch spürbar…
Es ist unmöglich, diese Geschichte von außen zu beurteilen. Es wirkt, als hätte weder der Mann noch seine Frau die Werte verletzt, die für die meisten Beziehungen gelten. Und trotzdem stellt sich die Frage, ob diese Ehe noch eine Chance hat. Beginnt hier ein neues Tief im normalen Auf und Ab einer Liebe – oder hat die Beichte einen Riss erzeugt, der das Ende der Ehe bedeutet?
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