Ein Hobby sollte Spaß machen – oder?

KI / Twitterperlen Illustrations

Kinder und Hobbys sind ja eigentlich eine ziemlich einfache Sache. Das Kind hat auf irgendetwas Lust, probiert es aus, findet es gut oder findet es irgendwann langweilig und sucht sich wieder etwas Neues. Heute Fußball, morgen Klavier und übermorgen vielleicht die Erkenntnis, dass man eigentlich doch lieber Dinosaurierforscher werden möchte. Soweit die Theorie. Doch sobald mehrere Kinder, Eltern und ein Verein zusammenkommen, kann aus einem harmlosen Hobby plötzlich erstaunlich viel Ernst werden. Dann wird darüber gesprochen, wer Talent hat, wer sich genug anstrengt, wer Fortschritte macht und wer vielleicht nicht ganz in die Mannschaft passt. Und während die Erwachsenen schon über Leistung und Entwicklung reden, wollen die Kinder häufig einfach nur mitmachen und Spaß haben.

Natürlich ist es schön, wenn Kinder Ehrgeiz entwickeln und Freude daran haben, besser zu werden. Aber gerade bei den ganz Kleinen sollte doch eigentlich noch Platz dafür sein, einfach auch mal schlecht in etwas zu sein. Man muss schließlich nicht mit sieben Jahren schon herausfinden, ob man das Zeug zum Profi-Fußballer hat. Hobbys sollen Kindern vor allem Freude, Bewegung, neue Freunde und vielleicht das Gefühl geben, etwas gefunden zu haben, das ihnen Spaß macht. Was passieren kann, wenn plötzlich deutlich mehr Leistungsdruck verlangt wird, zeigt die folgende Geschichte von Reddit. Aber bitte lest und urteilt selbst.

PotatoCompetition

Mein siebenjähriger Sohn und ich waren gestern beim Fussballtraining. Er hat jetzt dreimal mitgemacht und war bei einem Turnier. Bei einem vierten Training musste ich absagen, weil wir auf einer Beerdigung waren.

Nach dem Training wurde bekannt gegeben, wer zum Turnier mitdarf. Mein Sohn war nicht dabei. Na gut, wollten wir uns auf den Heimweg begeben. Einer der Trainer rief mich dann zurück, wir müssen noch reden. Wir standen dann also noch 10 Minuten rum. — 1/3

PotatoCompetition

Dann haben sich die Trainer zu dritt vor meinen Sohn und mich positioniert und meinten nur, die Mannschaft ist für meinen Sohn nicht geeignet. Er hätte noch zu viel Energie (!) und ist noch nicht reif genug für Fussball.

Achja, die anderen Jungs wollen wohl auch nicht mit ihm spielen, da er zu schlecht ist. Ich stand bis auf 15 min am Spielfeldrand und habe in der Tat mitbekommen, wie andere Eltern solche Sprüche abgelassen haben wie „Den Ball schön flach halten“, „Auf’s Tor schießen!“, „Die Brause gibt es nur, wenn du auch weiterhin konzentriert spielst“. — 2/3

PotatoCompetition

Die Jungs fingen auch an sich meinem Sohn gegenüber mies zu äußern. Mit 7! Den Trainern tat das voll leid.

So ist das also bei den Jungs. Wenn man mit sieben nicht sofort zeigt der nächste Messi zu sein, dann fliegt man aus dem Team. Uns wurde dann noch gesagt, es gibt noch eine andere Mannschaft. Die spielt wohl nur aus Spaß. Da könnten wir ja mal vorstellig werden. Da mein Sohn in der Tat Spaß am Fussball hat und auch zu viel Energie, überlegen wir uns das mal.

Aber ganz ehrlich, was geht denn da ab?! — 3/3

Was ist denn da los?

blubbb_288

War leider bei meiner Nichte im Turnen ähnlich. Sie war nicht gut genug für die nächste Gruppe und zu alt für ihre aktuelle. Nach einem Gespräch mit den Trainern und den Eltern hat sie dann aufgehört. Vollkommen traurig natürlich. Jetzt ist die aber zufrieden beim Volleyball.

Und die Kids müssen es dann ausbaden

Peterquelle

Fussball-Eltern sind oft volle Fanatiker. Am schlimmsten sind die Väter die in der Jugend gekickt haben, aber einfach nie gut genug für eine halbwegs brauchbare Liga waren.

Ob das die Lösung ist?

kakaobohne

Eltern haben beim Training nichts zu suchen finde ich. War einmal dabei und das war ja widerlich toxisch …

Sehr cool, so muss das

5tereo

Wir hatten echt Glück und haben hier einen Verein bei dem der Spaß am Spiel im Vordergrund steht. Klar, es werden auch Turniere oder Freundschaftsspiele bestritten, aber es geht nie um die Leistung des Einzelnen oder darum, den nächsten Messi zu finden. Es soll den Kindern Spaß machen, das wir direkt klar kommuniziert. Eltern, die für ihre Kinder eine Kaderschmiede suchen, sind dort falsch und dafür gibt es andere Vereine in der Gegend. Für den Sohn war das perfekt, denn er hat einfach Lust auf Fußball, aber keine Lust auf Trainingsdruck und Leistungsnachweise. Er will einfach in der Mannschaft kicken.

Nichts für jeden

dododududodo

Meine Große 6 Jahre ist im Basketballtraining. Super engagierte Trainerin und die Kleinen lieben es. Sie machen auch alle Super Fortschritte über die Monate seitdem wir da sind. Da sind auch ein paar Jungs dabei die vorher beim Fußballtraining waren und es war wohl der Horror für die, weswegen sie keine Lust mehr hatten. Irgendwie dachte ich so normaler Vereinssport soll die Kinder erstmal an die Sportart ran führen und ihnen Spaß machen, aber was weiß ich schon…

Und beim Schulsport dasselbe

Surldbw13
Ätzend. Ich finde das ist generell ein Problem an Sportvereinen. Nirgends können die Kinder einfach aus Spaß an der Bewegung mitmachen. Ständig der Leistungsgedanke und dann werden Kinder so früh aussortiert.

Fiebertraum

No-Routine-3244

Ich war neulich mit meinem fast Fünfjährigen bei einem Probetraining für seinen Jahrgang. Bambini-Mannschaft. Da habe ich eine Mutter eines anderen Kindes wörtlich sagen hören, die sähe ihren Sohn eher in der Verteidigung als dem Sturm. Ich hab laut lachen müssen und verwirrte Blicke geerntet. Spüren diese Leute überhaupt noch etwas?

Traurig

Technical_Zebra_4776
Wenn geplatzte träume die Kinder ausbaden müssen

Unfassbar …

Ayaka_Sato

Hatte die selbe Erfahrung. Drei Mal Probetraining, dann wurde mir gesagt das mein Sohn nicht gut genug ist und sich nicht beweisen konnte. Das sein Auftreten, Achtung, zu kindisch ist(?!) Er war da auch frisch sieben Jahre alt. Die anderen Kinder waren zu großen Teilen echt abgehoben, haben ihn bewusst getacklet oder Bälle extra scharf geschossen bzw. auch nicht abgegeben.

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