
In diesem Beitrag berichtet ein User offen über emotionalen Missbrauch, Ghosting und toxische Beziehungen. Wenn euch diese Themen nicht guttun, lest bitte lieber einen anderen Beitrag!
Immer wieder lernen Menschen in Beziehungen erst nach einer gewissen Zeit, die man gemeinsam verbracht hat, das wahre Gesicht des jeweils anderen kennen. Den echten Charakter, der bis dahin gut versteckt wurde. Negative Eigenschaften, die gekonnt überspielt wurden. Oder eine gemeinsame Basis, die größtenteils nur auf Lügen beruht. Und ja, es gibt eben auch Menschen, die einem Liebe nur vorspielen. Die schlicht mit den Gefühlen anderer spielen, sei es aufgrund mangelnder Empathiefähigkeit oder aber auch ganz bewusst.
Eine solche toxische Beziehung geht dabei häufig mit extrem wechselhaftem Verhalten einher, das den Partner oder die Partnerin immer und immer wieder verletzt. In seiner „Beichte“ berichtet ein Reddit-User über einen solchen Fall – und beschreibt dabei sich selbst. Und das erschreckend ehrlich. (Aus Platzgründen bringen wir den Bericht des Users folgend nur in Auszügen, vollständig findet ihr die Beichte auf Reddit!)
Zu Beginn denke ich immer, dass ich sie mag, aber nach einer Weile merke ich dann, dass ich nie sie als Mensch mochte, sondern nur das Gefühl, dass sie mich mag und gut findet. Gleichzeitig empfinde ich dann Verachtung, weil ich denke: „Was für ein erbärmlicher Mensch, dass sie sich in mich verliebt hat.“ — 1/12
Diese Gedanken entstehen einfach, ohne, dass ich es verhindern kann. Am Anfang kann ich extrem charmant, liebevoll und interessant wirken, oder auch ganz anders. Ich bin immer so, wie ich sein muss, um das zu bekommen, was ich will. Es fühlt sich an wie eine Rolle in einem Film und ich spiele immer die Rolle, bei der ich intuitiv fühle, dass sie bei dieser Frau gut ankommt. — 2/12
Wenn ich dann sehe, dass sie dadurch verletzt ist, kommt es sehr stark auf meine momentane Verfassung an, wie ich das empfinde: Wenn ich selbst in einer eher vulnerablen Phase bin, tut es mir Leid, dass ich ihr unnötig wehgetan habe und denke mir: „Das wusstest du doch vorher ganz genau, warum ziehst du immer so nen Scheiß ab“. — 4/12
Die meiste Zeit fühle ich mich aber so als wäre ich innerlich irgendwann mal gestorben, ohne es mitzubekommen und es löst nichts in mir aus. Sogar in einer längeren Beziehung bin ich regelmäßig fremdgegangen, obwohl ich meine Partnerin wirklich geliebt habe (ja das kann wirklich auch passieren, dazu unten mehr). — 5/12
Aber obwohl sie mir alles gab, was man sich nur wünschen könnte, spürte ich, dass das große schwarze Loch in meinem Inneren nie gesättigt werden konnte. Ich wollten den Sex mit anderen nur, um die Bestätigung zu bekommen, dass ich begehrt bin. Sie bekam es irgendwann heraus, aber verzieh mir. Mehrmals sogar. Bis es irgendwann einmal zu oft war. — 6/12
Jedes Mal als sie vor mir stand und heulte, wusste ich, dass es mir Leid tun sollte, aber ich habe irgendwie nichts gespürt. Nur Leere. Es gibt manchmal ganz kurze Momente, in denen ganz kurz Gefühle aufblitzen und in denen es mir extrem Leid tut. Entweder im Halbschlaf, oder wenn ich eine depressive Episode habe. — 7/12
Ich bin dann jedes Mal regelrecht geschockt, weil ich mich ansonsten fast immer wie ein Zombie oder ein Mensch ohne Seele fühle. Aber warum mache ich das alles? Obwohl ich Bestätigung brauche, sehne ich mich extrem nach Liebe und Verbundenheit. Nur weiß ich zu Beginn nie so genau, ob ich die Frau wirklich mag, oder ob ich in Wirklichkeit nur Bestätigung suche, weil sich beides gleich anfühlt. — 8/12
Und wenn ich dann anfange, eine Verbindung zu spüren, was extrem selten ist, habe ich Angst, weil diese Frau dann eine gewisse Macht über mich hat und das hasse ich. Also schaffe ich oft wieder Distanz, indem ich mich wie ein Arschloch verhalte. Die Frau versteht dann die Welt nicht mehr, weil doch alles gut war. — 9/12
Die Distanz führt dann aber dazu, dass ich wieder beruhigter bin und ich gehe ich wieder auf sie zu, bis ich wieder zu viel Nähe spüre und Distanz schaffen muss. Es passiert fast automatisch. Ich flirte extrem gerne, mache Frauen Hoffnungen. Ja sogar am Arbeitsplatz kann ich es nicht lassen. Ich benutze sämtliche Gelegenheiten dafür. — 10/12
Innerlich lache ich mich tot über den Mist, den ich verzapfe, aber meine Art kommt ausnahmslos gut an. Und ich liebe es positive Rückmeldung zu bekommen. Mir geht es nicht mal um Sex. Mir geht es nur um das Gefühl, begehrt zu werden. Das Schlimme ist aber, dass ich weiß, dass ich nie echte zwischenmenschliche Beziehungen auf Dauer aufrechterhalten kann. — 11/12
Kommentare & Reaktionen
Das ist eine heftige Beichte, oder? Zahlreiche Userinnen und User wünschen dem Autor, dass er eine passende Therapie findet, die ihm wirklich helfen kann. Zum einen natürlich für sich selbst, zum anderen aber auch für seine Mitmenschen, für die er (noch) toxisch ist.
Du klingst nach meinem narzisstischen Ex. Der hatte vor mir auch viele Frauengeschichten am laufen (während unserer Beziehung dann auch, wie ich später feststellte und was zur Trennung führte) weil er immer Bestätigung von mehreren Frauen brauchte und wenn er die bekommen hatte, ist er wie du beschrieben kalt geworden. Und er hatte auch nie wirklich Schuldgefühle oder Empathie. Habe lange dran geknabbert.
Denke eine Therapie könnte dir helfen, wenn du wirklich an dir selbst arbeiten willst.
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