Als meine Mutter mein Tagebuch las …

Ausdrucksstarke Collage zum Thema Privatsphäre und Vertrauensbruch: Ein fassungslos blickendes Mädchen in Schwarz-Weiß fasst sich schockiert an die Brille. Sie trägt ein Hemd mit leuchtend blauem Kragen und hält Schulbücher im Arm. Rechts daneben sitzt eine lächelnde Frau in einem blauen Oberteil, die amüsiert in einem aufgeschlagenen, pinkfarbenen Buch liest. Der weiße Schriftzug „Mein Tagebuch!?“ und der markante blau-violette Wellen-Hintergrund unterstreichen visuell den Schockmoment und das grenzüberschreitende Verhalten von Eltern.
DragonImages, Konstantin Yuganov, Adobe Stock / Twitterperlen Illustration

Für manche ist es eine Art Therapie, am Ende des Tages alle Gedanken und Gefühle zu sortieren und in ein Tagebuch zu schreiben. Ein ganz privater Raum, bei dem eigentlich klar sein sollte: Da haben andere nichts verloren.

Schon von klein auf lernt man schließlich, dass man nicht bei anderen herumschnüffeln und sich an privaten Dingen zu schaffen machen soll. Und das gilt ja eigentlich für alle. Eigentlich.

Denn die Neugier ist groß – vor allem bei Müttern – manchmal vielleicht sogar größer als der gesunde Menschenverstand. Aber das gibt noch lange nicht das Recht, in den Tagebüchern der eigenen Kinder herumzulesen. Was das für Folgen haben kann, ist vielen gar nicht bewusst: Vertrauensprobleme, eine angekratzte Mutter-Kind-Beziehung und vieles mehr.

Die liebe Threads-Userin @glitzer_im_dunkeln musste genau das in ihrer Kindheit erleben: Ihre Mutter hat in ihrem Tagebuch gelesen. Und wie sich zeigt, ist sie damit nicht allein. Lest selbst und Finger weg von fremden Tagebüchern!

Tb als meine Mutter mein Tagebuch einschließlich Schlüssel fand, darin heimlich las (ich war 12/13), dann sauer war und mich mit Schweigen strafte und als ich sie verletzt darauf ansprach, hab ich mir was anhören dürfen.

An Dreistigkeit nicht zu übertreffen

Meine Mutter hat mit rotem Stift Rechtschreibfehler in meinem Tagebuch korrigiert. Manche dürfen echt nicht Mutter genannt werden.

Unfassbar

Meine hats mal bei einer Party mit Freunden und Arbeitskollegen von meinem Vater rausgeholt und daraus vorgelesen. Und nein, auch die Tatsache dass sie betrunken war, ist keine Entschuldigung. Niemand ausser ihr hat gelacht. Eine Arbeitskollegin hats ihr dann abgenommen und mir wiedergegeben. Ich glaube, das war der Punkt an dem ich wusste, sie hasst mich. Sie war eifersüchtig, weil sie mal 5 Minuten nicht im Mittelpunkt stand... ich hab ihr nie wieder vertraut.

Wie kann man so?

Meine hat subtile Andeutungen gemacht wie "vielleicht hat dich ja wirklich keiner lieb" oder "vielleicht bist du ja wirklich nicht unser leibliches Kind" "vielleicht solltest du wirklich versuchen, von hier abzuhauen" da war ich 8/9 und als ich endlich checkte, dass die Aussagen sich auf meine Tagebucheinträge bezogen hatten, hab ich Seite für Seite zerrissen 🥲

Wozu???

Kenne ich aber nur in anderer Form: Meine Stiefmutter hat mal, als ich für ein halbes Jahr bei ihr und meinem Dad im Ausland war, vor meine verschlossenen Zimmertür gestanden und heimlich gelauscht als ich mit meiner Mama telefoniert habe. Ende vom Lied: Sie hat zwar kein Wort verstanden (sie konnte nur spanisch und rumänisch), ist trotzdem zu Papa gerannt und hat bei ihm völlig falsche Sachen behauptet und ich war am Ende die böse gewesen 🫠 Und sie hat mich dann 2 Wochen ignoriert.

Die Hexe aus Brunn

Meine Schwiegermutter, die über vermeintliche oder echte Kränkungen nie hinwegkommt, hat wieder einmal erzählt, dass sie das Tagebuch ihrer damaligen Schwiehertochter gefunden und gelesen hat, und sie darin „die Hexe aus Brunn“ genannt wurde. Mir hat’s gereicht: „Selber schuld, man liest keine fremden Tagebücher.“ Sie hat ein halbes Jahr nicht mit mir gesprochen. Aber sie hat diese Geschichte auch nie wieder erzählt.

Verstecken macht es nicht besser

Meine Mutter hat 2016 (ich war zudem Zeitpunkt 17 Jahre alt) Absagen auf Bewerbungen versteckt, damit ich nicht enttäuscht darüber bin. Während ich also auf Post gewartet habe, wusste sie das von den Firmen die Absagen in ihrem Versteck liegen. Als das ganze rauskam, hab ich ihr gesagt sie soll die Finger von meiner Post lassen sonst zeig ich sie an

Sie müssen nicht alles wissen …

Meine hat "Vertrauen" als Hebel angesetzt. Ich konnte gar nicht anders, als ihr alles zu erzählen. Das war völlig normal für mich. Verhörtechnik vom Feinsten. Fast bewundernswert. Nur blöd, wenn einem kaum was Eigenes bleibt. 🤷‍♀️

Ab jetzt: Elternschein

Deswegen habe ich kein Tagebuch geschrieben. Meine Mutter hat Briefe und Päckchen an uns vom Grossvater verbrannt/vernichtet. Seit ich ca. 14 war, haben wir Kinder nichts mehr von ihm „gehört“. „Eltern“ sein ist tatsächlich nichts, für das es Kompetenz braucht. Darf jeder sein…

Schwarzer Peter bleibt schwarzer Peter

Meine hat meine Tagebücher auch gelesen, dann weggeworfen und als ich sie gesucht habe meinte sie so einen mist würde ich ja nicht brauchen und sie lässt sich von mir auch nicht als schwarzer peter hinstellen. (Mein kleiner Bruder ist damals durch unseren Papiermüll geklettert und hat für mich danach gesucht. Leider ohne Erfolg)
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