
Moin, liebe Gestrandete am rauen Ufer des Alltags. Wie üblich treffen wir uns hier, um uns einen handelsüblichen Erwachsenen oder eine handelsübliche Erwachsene (so viel Zeit muss sein) anzuschauen und uns zu fragen, wie es so weit kommen konnte. Also vor den Spiegel mit euch, auch wenn es wehtut. Was? Zur? Hölle?
Der Plan war doch ein ganz anderer. Wir wollten die Welt bezwingen, Neuland erobern, Monster herausfordern. Wir wollten mit einem Stein in der Hand einen gigantischen Riesen bekämpfen, Mordor durchwandern und irgendwas in einen Vulkan werfen. Den grauen Herren wollten wir ins Gesicht lachen und vor ihren Augen in Rumpelstielzchenmanier auf eine Stechuhr treten. Ja, so war es geplant, aber dann kam das Leben mit seinen Netflix-Abos und Insta-Reels. Ein Mann in Turnschuhen und Rollkragen präsentierte uns schimmernde Displays. Und Zack, waren wir mittendrin in der kapitalistischen Lohnarbeitsspirale. Adieu Mordor, aber eines muss man sagen: Dort ist eh kein Wlan, also wie sollte man dort je die besten Anekdoten über das Erwachsensein schmökern?