Warum können Männer das einfach nicht verstehen?

Eine junge Frau mit verschränkten Armen blickt ernst in die Kamera, umgeben von Symbolen wie Mond, Schlüssel, Smartphone und Nachttisch vor blau-violettem Hintergrund.
Asier, Adobe Stock / Twitterperlen mit KI

Auch wenn wir im Jahr 2025 in vielen Bereichen Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen erkämpft haben, gibt es noch viele Situationen, bei denen Nachholbedarf existiert. Wir wollen ja gar nicht die ganz großen Themen aufmachen (auch wenn die wichtig und überfällig wären), aber lasst uns doch mal mit den Grundbedürfnissen beginnen. Zum Beispiel dem nach Sicherheit.

Nehmen wir die Situation alleine unterwegs zu sein. Fragt eure Frauen, eure Töchter oder eure Kolleginnen, welche Gedanken ihnen durch den Kopf gehen, wenn sie ohne Begleitung durch eine unbelebte Gegend spazieren. Fragt eure Mütter, eure Tanten, eure Nachbarinnen, wie es sich anfühlt, bei Dunkelheit durch eine schlecht beleuchtete Straße zu laufen. Die Antworten werden ziemlich ähnlich ausfallen und im Grunde wissen wir das auch. Filme spielen mit diesen Ängsten. Thrillerplots nähren sich an ihnen.

Ja, vielleicht gibt es einzelne Frauen, die diese Angst vor Bemerkungen, Bedrohungen und Übergriffen nicht kennen. Und ja, sicherlich gibt es im Gegenzug auch Männer, die ebenfalls ein mulmiges Gefühl haben und sich schutzlos fühlen, wenn sie alleine unterwegs sind. Was uns allen helfen würde, wäre im ersten Schritt, das Bewusstsein für die Ängste des anderen zu schärfen. Was wir brauchen, ist Empathie. Darum geht es auch im Thread von @bambi41988.

Paranoid oder doch bittere Realität?

Story letztens beim Laufen: bin durchs Naturschutzgebiet gejoggt. Mitten am Tag. Aber alleine. Als Frau ist man immer auf der Hut. Habe von weitem einen Mann auf dem Rad auf mich zukommen gesehen, also habe ich zur Vorsicht meinen Schlüssel zwischen die Finger geklemmt und auch sichtbar gehalten. Typ fährt an mir vorbei, sieht den Schlüssel, fängt an zu lachen und sagt im vorbeifahren „„Paranoid". Mir ist wieder klar geworden, dass Männer diese Situationen oft einfach nicht verstehen können und
in welchen alltäglichen Dingen Frauen einfach vorsichtig sein müssen. Das ist nicht paranoid, sondern die Realität.

Es ist noch ein weiter Weg

Vor etwa zwei Wochen saß ich allein nachts gegen zwei Uhr an einer Haltestelle in köln (habe auf jemanden gewartet) Ein paar Meter weiter steht ein Mann, er kommt und fragt ob es ok für mich ist wenn er sich unter dieses Wartehäuschen stellt (ich saß dort). Eine Nacht später, ähnliche Uhrzeit. Ein anderer Mann kommt, sagt mehrmals er möchte mich gerne f*cken und geht trotz mehrmaligem, lautem Nein sagen nicht. So unterschiedlich kann es sein, in der selben Situation

Muss man sich mal vorstellen

Oder auch so banal und für mich so fremd. Ein Freund hat in seinem Wagen den Knopf zum Ent- und Verriegeln gesucht. Hat er noch nie gebraucht. Hat. Er. Noch. Nie. Gebraucht.

Vorbilder!

Nachts halb 11 im Brennpunktviertel: Ich bin auf dem Weg nach Hause. Eine Gruppe Männer kommt mir entgegen. Als sie mich sahen... „Los, Alter, lass mal auf die andere Straßenseite gehen, sie soll keine Angst kriegen". Das waren diese Sorte Männer, die laut Merz das Stadtbild „versauen".

Und es hätte ihn rein gar nichts gekostet

Ein aufmerksamer Mann hätte gesagt "keine Sorge, ich fahre nur vorbei" ohne das ins Lächerliche zu ziehen

Auch ein Gedanke

Er wusste direkt, wofür der Schlüssel gedacht war - sooo Paranoid wars dann ja wohl doch nicht.

Naivität muss man sich leisten können

Habe heute in der Pause meinen Kollegen erzählt, dass ich im dunkeln nicht im Wald joggen gehe. Mein Kollege meinte nur er nutze eine Kopflampe und ich kann das ja auch probieren. Dude. Das ist nicht mein Problem

Wir leben in verschiedenen Welten

Diese Angst ins Lächerliche zu ziehen ist wirklich noch ein ganz anderes Level... und tatsächlich erlebe ich das auch oft. Dass Männer solche Ängste einfach null verstehen. Ich fahre jeden Tag 14 km mit dem Fahrrad durch den Park zur Arbeit. Jetzt, wo es dunkel ist, ist mir da schon manchmal etwas mulmig. Meine männlichen Kollegen nehmen das zwar an, sagen aber alle, dass sie das eben selbst gar nicht kennen. Teilweise habe ich den Eindruck, die hören das zum ersten Mal.

Wild

Ich hab letztens gelernt, dass Männer nachts im Dunkeln mit Noise cancelling und lauter Musik auf den Kopfhörern unterwegs sind und sich dabei sicher fühlen.
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