Thread: Vor dem Lockdown fuhr ich an einem Wochenende mit dem Zug

Der britische Epidemiologe Geoffrey Rose beschrieb Anfang der 1980er Jahre am Beispiel der koronaren Herzkrankheiten ein grundlegendes Dilemma der Krankheitsprävention. Eine solche Maßnahme, die für die Gesellschaft einen hohen Nutzen hat und schützen soll, bringt dem Einzelnen oft nur wenig und und führt zu der irrigen Wahrnehmung, dass eben diese vorbeugende Maßnahme unwirksam ist. Genau das ist in Deutschland passiert. Die im Frühjahr beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus haben geholfen, eine Katastrophe abzuwenden, während andere Länder heftig mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen hatten. Weil die Katastrophe aber nicht eintraf, warfen und werfen Menschen der Bundesregierung vor, sie hätte überreagiert oder wie im extremsten Falle der „Querdenker“ die Existenz des Virus sogar zu ihrem Vorteil missbraucht. Langfristig bedeutet dies aber auch eine gewisse Pandemiemüdigkeit. Menschen werden unvorsichtiger, gehen mit den Präventionsmaßnamen viel zu locker um und pochen auf ihre persönlichen Freiheiten und Rechte. Wie absurd diese Situation für Ärzte und Pflegepersonal sein muss, während täglich über 400 Menschen sterben und die Zahl der nutzbaren Intensivbetten immer kleiner wird und man selbst am Limit arbeitet, ist schwer vorstellbar. Wie gut, dass der User @AlgeMartin darüber diesen wichtigen Thread geschrieben hat. Den sollte jeder gelesen haben.

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