Thread: Und wie seid ihr zu eurer Essstörung gekommen?

Triggerwarnung: Dieser Beitrag thematisiert Essstörung und übergriffiges Verhalten gegenüber Kindern

Essstörungen wie Anorexie, Bulimie oder Binge-Eating gehören zu den häufigsten chronischen und psychischen Störungen bei Erwachsenen. Viele dieser Erkrankungen beginnen bereits im Jugend- oder Kindesalter. Laut eines RKI-Berichts von 2019 finden sich bei fast einem Fünftel der Kinder und Jugendlichen (19,8 Prozent) zwischen 11 und 17 Jahren Hinweise auf ein gestörtes Essverhalten. Mädchen sind dabei fast doppelt so häufig betroffen wie Jungen.

Wieso entwickeln so viele Kinder ein gestörtes Essverhalten? Liegt es an sozialen und analogen Medien und der dort vermittelten gefilterten Illusion von Perfektion? Gibt es genetische Ursachen? Hat die Ernährungsindustrie einen Einfluss? Ist es die Erziehung, Vernachlässigung oder allgemein unser gesellschaftlicher Anspruch an Kinder, die sie in eine Essstörung treibt? Wir können diese Fragen hier nicht beantworten, aber wir können Betroffenen zuhören, wie sie die Situation subjektiv einschätzen. So wie Twitteruserin @who_is_Annett.

So reagierten User*innen:

Ein Baby, das nicht zu dick werden soll? Der Ursprungstweet von @who_is_Annett hat viele User*innen an eigene leidvolle Erfahrungen erinnert. Nicht immer waren es Eltern, die ein ungesundes Essverhalten vermittelt haben. In vielen Fällen sind es auch nicht Handlungsweisen, sondern verletzende Bemerkungen, die sie ein Leben lang begleiten. Wir haben die wichtigsten Kommentare gesammelt.

Warum sagt und tut man so etwas?

Der Teller muss leer sein

Das kann nicht richtig sein

Schießt oft ins Gegenteil

Wahrscheinlich gut gemeint und doch ziemlich schädlich

Nicht nur die Eltern hinterlassen Spuren

Für alle, die der Userin mit ihrem Tweet Shaming vorwerfen:

Klingt gut


Dieser Beitrag ist kein Rezept und kein medizinischer Ratgeber. Wir verstehen uns nicht als Ernährungsexpert*innen oder Erziehungsfachkräfte. Was uns aber allen klar sein sollte: Unser Verhalten und unsere Kommunikation hinterlassen Spuren bei anderen Menschen, insbesondere in Kindern. Das sollte niemand von uns vergessen!

Falls ihr Rat rund um das Thema Essstörung braucht, eine erste Anlaufstelle ist das Info-Telefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: 0221/892 031

Für alle, die an dem Themenkomplex „emotionale Gesundheit“ interessiert sind, haben wir hier noch einen wichtigen Beitrag verlinkt:

Thread: Wie sieht es mit der Psyche in der Pandemie aus?

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