Thread: Ein alter Schulkamerad

Dass die Bildungschancen in Deutschland nicht gleichverteilt sind, wissen wir im Prinzip nicht erst seit der PISA-Studie. Im Grunde war vielen von uns schon zu Schulzeiten bewusst, dass manche einfach gleicher sind als andere. Nicht alle Eltern können ihre Kinder bei den Hausaufgaben unterstützen oder Nachhilfeunterricht finanzieren. Manche Familien haben ja nicht einmal Ressourcen, die Kinder mit einem ausreichenden Frühstück im Bauch und einem Snack in der Tasche zur Schule zu schicken. Man kann diesen Gedanken selbstverständlich noch weiterspinnen: Welche Familien haben viele Bücher zu Hause und ausreichend Tablets und Computer für die Kinder? Welche Familien ermöglichen Teilhabe an Kultur und Sport? Welche Familien verfügen über ein starkes soziales Netzwerk und wissen, wie die akademische Welt funktioniert? Welche Familien vermitteln ihren Kindern tagtäglich den sozialen Code, ohne den es in der Welt der Privilegierten schwierig wird? Ganz ohne Zweifel sind Kinder aus akademischen Haushalten ihren Schulkamerad*innen und Kommiliton*innen gegenüber im Vorteil! Natürlich hört man immer wieder: Man kann jemandem die Tür öffnen, aber durchgehen muss die Person schon selbst. Aber machen wir uns nichts vor. Es ist eben doch ein Unterschied, ob man vorbereitet und mit dem Auto bis vor die Tür gefahren wird, dabei Mut zugesprochen bekommt und mit dem Regenschirm begleitet wird – oder nach der Vormittagsschicht bei Starkregen mit den Öffis hinfährt. Die Medizinstudentin @PsychophieToBe hat zu diesem Thema ihre eigenen Erfahrungen niedergeschrieben.

So reagieren andere User*innen:

Zuerst einmal ziehen wir den digitalen Hut vor der Userin! Alle, die ohne oder mit wenig Unterstützung den sozialen Aufstieg geschafft haben, wissen, welch enorme Kraftanstrengung dies kostet und welche Leistung damit verbunden ist. Aus diesem Grund bekam die Studentin auch sehr viel Zuspruch und Anerkennung aus der Community. Die Diskussionen unter dem Thread zeigen aber auch, dass längst nicht alle verstanden haben, dass wir in Deutschland weit von Chancengleichheit entfernt sind. Wir haben wie üblich die besten Reaktionen für euch zusammengetragen.

Zu Fuß, auf dem Rad oder doch mit dem Taxi? Es ist ein Unterschied!

Wir stimmen zu, sollten Chancenungleichheit aber auch nicht romantisieren

Einfach mal im Vorlesungssaal umschauen, wer gähnt

Vitamine sind immer wichtig

Da mal drüber nachdenken

Respekt!


Warum wir solche Themen immer wieder aufgreifen? Ganz einfach: Weil sie wichtig und längst nicht überall angekommen sind. Es kann nur helfen, mal die eigenen Schuhe abzustreifen und sich in die einer anderen Person zu stellen. Deswegen möchten wir euch auch diesen Thread ans Herz legen:

Thread: Was es bedeutet, in einer Parallelwelt zu leben

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